Eltern und Kind


Gesundheitsprobleme im Jugendalter

Akne bei Jugendlichen

Rechnet man milde Formen mit, so ist fast jeder Jugendliche von Akne betroffen, Jungen meist schwerer als Mädchen. Bei 30 % verläuft die Akne so schwer, dass sie medizinisch behandelt wird. Neben der im Rahmen der hormonellen Umstellung in der Pubertät auftretenden „ordinären Akne" (Acne vulgaris) kann eine Akne auch – weitaus seltener – durch Hormonzufuhr von außen auftreten sowie im Rahmen von anderen Erkrankungen. Dazu gehören die Einnahme von Kortison oder Dopingpräparaten ebenso wie das Syndrom der polyzystischen Ovarien, andere Hormonstörungen oder die Hautkrankheit Rosazea. Manche Neugeborenen haben in den ersten Lebenstagen eine durch die mütterlichen Hormone bedingte gutartige Form der Akne, die Neugeborenenakne.

Die „ordinäre Akne“ hat mit 17 Jahren ihren Häufigkeitsgipfel, und lässt danach deutlich nach. Jedoch haben 10 % der Betroffen auch noch nach dem 25. Lebensjahr Beschwerden.

Leitbeschwerden

  • Mitesser (Komedonen), die sich zu „Pickeln“ (Pusteln) entwickeln und entzünden
  • Auftreten vor allem im Gesicht und am oberen Rücken.

Wann zum Arzt

In den nächsten 1–2 Wochen, wenn die Akne durch Selbsthilfemaßnahmen nicht innerhalb von 2–3 Monaten besser wird

In den nächsten Tagen, wenn Akne außerhalb der Pubertät auftritt.

Die Erkrankung

Durch die in der Pubertät insbesondere bei Jungen, aber auch bei Mädchen gebildeten männlichen Geschlechtshormone wie das Testosteron werden die Talgdrüsen zu verstärkter Absonderung von Talg (Talgsekretion) angeregt (Seborrhoe). Wie stark die Talgdrüsen auf die Hormone ansprechen, ist dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Gleichzeitig neigt die Haut an den Talgdrüsenausgängen bei vielen Jugendlichen zur Verdickung (Verhornung), so dass sich der Talg zusammen mit abgeschilferten Hautzellen stauen kann, ein weißer Mitesser (weißer Komedon) entsteht. Dieser färbt sich durch Einlagerung von Pigmenten (nicht durch Schmutz) im Lauf der Zeit dunkel oder sogar schwarz (schwarzer Mitesser bzw. Komedon). Die verstopfte Talgdrüse wird leicht von Hautbakterien, z. B. Propionibacterium acnes, besiedelt – der Mitesser und die umgebende Haut entzünden sich dadurch; es entstehen die bekannten Pickel, also eitrig entzündete Mitesser.

Gefördert wird Akne auch durch Umwelteinflüsse, insbesondere durch den längerfristigen Einsatz zu fettiger oder öliger Kosmetika.

Der Einfluss der Ernährung ist kompliziert: Während die oft beschuldigte Schokolade oder fettreiche Ernährung sicher keinen Einfluss haben , fördert eine durch Überernährung und Bewegungsmangel ausgelöste diabetische Stoffwechsellage (metabolisches Syndrom) die Akne-Entstehung.

Stress kann eine bestehende Akne verschlimmern, bei jungen Frauen spielt auch oft die Periode eine zusätzliche Rolle. Jede Akne wird zudem durch den Besuch von Solarien (hochdosiertes UVA-Licht) und nicht atmungsaktive Kleiderstoffe verschlimmert.

Formen. Manche Jugendliche haben vor allem geschlossene Mitesser ohne nennenswerte Entzündungen. Die Haut ist fettig mit vielen kleinen Knötchen, aber ohne Eiterpickel – diese Form heißt Acne comedonica. Bei anderen Jugendlichen dominieren größere Knötchen, teilweise mit Eiterbildung (Acne papulopustulosa). Wieder andere (meist Jungen) sind von sehr schweren Formen mit knotigen, tiefen, teils eitrigen Entzündungen betroffen, die nach der Abheilung oft Narben hinterlassen (Acne conglobata).

Das macht der Arzt

Zur Diagnose einer „ordinären Akne“ braucht der Arzt keine weiteren Untersuchungen, er erkennt sie sofort („Blickdiagnose“). Die Behandlung greift an mehreren Punkten an.

Therapie

Alle Akne-Präparate werden auf die gereinigte und abgetrocknete Haut aufgetragen. Vor und nach dem Auftragen sind die Hände gut zu waschen. In ganz leichten Fällen reichen „Rubbelcremes“ (Waschpeelings) zur Abschilferung der verhornten Talgdrüsenausführungsgänge aus, wie etwa Brasivil® Paste.

Basisbehandlung durch Schälmittel. Meist wird dem betroffenen Jugendlichen aber eine so genannte Basisbehandlung mit Benzoylperoxid, einem chemisch wirkenden, frei verkäuflichen Schälmittel empfohlen, das gleichzeitig gegen Mitesser, Bakterien und die Entzündung wirkt. Da die Gesichtshaut sehr empfindlich ist, sollten nur niedrig konzentrierte Präparate eingesetzt werden, etwa Aknefug® Oxid Mild 3 %, PanOxyl® mild 2,5 Creme oder Sanoxit® 2,5 % Gel. Die Behandlung mit BPO sollte die Beschwerden innerhalb von acht Wochen verbessern. BPO ist auch zur Langzeitanwendung geeignet, da Resistenzen ausbleiben. Beim Auftragen sind die Augen, Nasenlöcher und die Lippen auszusparen, da BPO die Schleimhäute reizt. Augenbrauen, Kopfhaare, Barthaare und Textilien können beim Kontakt mit BPO ausbleichen.

Ähnlich wirkt die verschreibungspflichtige Azelainsäure (etwa Skinoren®). Generell irritieren Cremes die Haut weniger als Gels oder gar Lösungen, deshalb sind Cremes am Anfang der Behandlung manchmal die bessere Wahl. Auch eine geeignete Hautpflege verringert die von den Schälmitteln oft ausgehende Reizwirkung. Reagiert die Haut auf die Azelainsäure gereizt, ist das Präparat zunächst nur jeden zweiten Tag anzuwenden.

Oberflächliche (topische) Retinoide. Bei schwereren Akneformen mit vielen Mitessern reichen Schälmittel meist nicht aus. Hier werden aus der Vitamin-A-Säure gewonnene Präparate (Retinoide) verordnet, vor allem das wenig reizende und auch sonst nebenwirkungsarme Adapalen (Differin®, als Creme oder als Gel). In hartnäckigen Fällen kann das – allerdings anfänglich stark reizende – Tretinoin (Vitamin-A-Säure) versucht werden (etwa Cordes® VAS Creme oder Airol®). Noch stärker wirkt das Isotretinoin (etwa Isotrex® Creme oder Gel). Letzteres hat aber den Nachteil, dass bei diesem Wirkstoff eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein muss, da Fehlbildungen beim Ungeborenen auch bei äußerlicher Anwendung drohen. Alle Retinoide haben den Nachteil, dass sie die Haut lichtempfindlich machen, weshalb sie abends aufgetragen werden sollten und zusätzlich auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten ist. Retinoide werden auch in Kombination mit BPO eingesetzt, zum Beispiel im Kombinationspräparat Epiduo® Gel.

Oberflächliche (topische) Antibiotika. Bestehen entzündliche Hautveränderungen und Pusteln, und bessern sich diese mit den (ebenfalls gegen die bakterielle Besiedlung und Entzündung wirkenden) Schälmitteln nicht, so können zusätzlich antibiotikahaltige Cremes aufgetragen werden, vor allem mit Erythromycin (z. B. Aknemycin®) oder Clindamycin (z. B. Basocin®). Antibiotikapräparate sollten aber immer erst eingesetzt werden, wenn andere Therapieformen unzureichend wirken, und wenn, dann zusammen mit Benzoylperoxid-oder Retinoid-Präparaten. Es sind verschiedene Kombi-Präparate verfügbar wie Duac® Akne Gel, Aknemyecin® Plus Lösung, Isotrexin® Gel und Acnatac® Gel. Die Hautbakterien könnten sonst gegen das Antibiotikum unempfänglich (resistent) werden. Aus demselben Grund sollten Antibiotikapräparate nicht länger als 6-12 Wochen hintereinander aufgetragen werden.

Systemische Präparate. In schweren Fällen, also vor allem bei der Acne conglobata, kann durch die oral einzunehmende Einzeltherapie mit Isotretinoin (Roaccutan®, Isoderm®, Aknenormin®) die Akne stark gelindert werden. Nebenwirkungen wie trockene Haut, Leberfunktionsstörungen und Erhöhung der Blutfettwerte sowie Stimmungsschwankungen kommen vor. Wegen der möglichen Fruchtschädigung ist unbedingt eine sichere Empfängnisverhütung erforderlich. Antibiotika zum Schlucken kommen kurzfristig bei stark eitrigen Formen in Betracht. Bei jungen Mädchen kann auch die „Pille“ die Akne oft deutlich bessern.

Behandlungen mit Laser sind noch nicht ausreichend erprobt, aber wahrscheinlich den medikamentösen Ansätzen unterlegen .

Komplikationen

Bei der Behandlung kommt es anfänglich nicht selten zu Verschlechterungen. Bei den Schälmitteln kann das abgefangen werden, indem sie nur alle zwei Tage angewendet werden, oder auf eine Creme umgestellt wird. Wenn möglich sollte eine Therapieform aber immer 6 Wochen ausprobiert werden, bevor eine andere oder stärkere gewählt wird.

Selbsthilfe

  • Zuerst einmal: Es tut keinem Betroffenen gut, wenn er Begriffe wie „unreine Haut“ hört – mit Reinheit oder Unreinheit hat Akne nichts zu tun. Und Eltern, die gleich auf jeden Pickel hinweisen, gelten zurecht als uncool.
  • Da alle Aknemittel die Haut reizen können, ist die richtige Hautpflege entscheidend. Am besten geeignet sind entfettende Syndets (synthetische Seifen), wie etwa Eubos®, Hydroderm® oder Effaclair®. Bei stark fettender Haut kann zur Entfettung auch eine milde alkoholische Lösung eingesetzt werden, etwa 20%-iges Isopropanol oder Solutio Cordes®. Möchte man die Mitesser und Pickel abdecken oder Make-up verwenden, sollte eine Kosmetikerin befragt werden – fettige oder ölige Kosmetika sind zu vermeiden.
  • Das bei vielen Teenagern beliebte „Ausdrücken“ schadet eher, denn die entzündungsverursachenden Substanzen werden durch unsachgemäßes Quetschen nur tiefer ins Gewebe gepresst – das Risiko für Entzündungen und damit verbundener Narbenbildungen steigt. Entfernt hingegen eine Kosmetikerin die Mitesser, kann dies sinnvoll sein.
  • Nicht zu stark dosiertes Sonnenlicht wirkt erfahrungsgemäß günstig, was sich auch daran zeigt, dass Akne im Sommer oft besser und im Winter eher schlechter wird.

Komplementärmedizin

Auch die Naturheilkunde bietet kein Patentrezept gegen Akne – die Empfehlungen reichen von A-Vitaminen über Blutreinigungstees (Schachtelhalm und Brennnessel), Kamille und Salbei bis hin zu Zink, innerlich wie äußerlich. Kleiebäder, Kamilledampfbäder und Heilerdeanwendungen können am ehesten die schulmedizinische Behandlung unterstützen. Vorsicht geboten ist bei der manchmal empfohlenen essigsauren Tonerde: Wer sich in der Dosierung vergreift, riskiert Verätzungen im Gesicht.

Ein altes, aber in der Wirksamkeit wissenschaftlich unbewiesenes Hausmittel gegen Akne ist Hefe, entweder als frische Bäckerhefe (die heute leider auch viele Zusatzstoffe enthält) oder als Fertigpräparat (z. B. Levurinetten®).

Gynäkomastie

Kommt es beim Jungen oder beim Mann zu einer gutartigen Zunahme von Brustdrüsengewebe, entwickeln sich bei ihm also Brüste, so wird das in der Medizin als Gynäkomastie bezeichnet. Bei Jugendlichen ist das in der Pubertät recht häufig: Durch ein vorübergehendes Ungleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogenen (letztere Hormone bildet auch der Junge in kleinen Mengen) kann eine – nicht selten einseitige – Gynäkomastie entstehen. Auch übergewichtige Kinder lagern ihr Fett oft im Brustbereich verstärkt ab, so dass „Brüste“ zu sehen sind (weil das Brustdrüsengewebe selbst aber nicht vergrößert ist, spricht man hier von einer Pseudogynäkomastie).

Nur ganz selten steckt eine Krankheit hinter einer Gynäkomastie – dann nämlich, wenn das Brustgewebe rasch zunimmt und/oder wenn milchartige Absonderungen aus der Brustwarze treten. In diesem Fall gilt es einen Arzt zu konsultieren, damit dieser nach eventuell zugrunde liegenden Hormonstörungen, Tumoren oder auch genetischen Störungen (wie etwa einem Klinefelter-Syndrom) sucht.

Häufige Probleme der Jugendgynäkologie

Pubertätsentwicklung

Die Pubertät zeigt sich bei Mädchen zwischen 10 und 12 Jahren oft zuerst durch das Wachstum der Schamhaare (Pubarche). Nur wenige Monate später beginnt dann auch die Brust zu wachsen (Thelarche). Bei etwa 20 % der Mädchen verhält es sich umgekehrt, bei ihnen ist das Brustwachstum das erste Pubertätszeichen. Häufig beginnt die Brustentwicklung zunächst einseitig, die Brüste können spannen und druckempfindlich sein. Später wachsen die Brüste dann symmetrischer, oft bleibt aber ein gewisser Größenunterschied bestehen. Zwischen 13 und 15 Jahren sind die Brüste im Schnitt „ausgewachsen“ (und wachsen dann erst wieder während einer Schwangerschaft oder wenn eine Frau zunimmt).

Die erste Regelblutung (Menarche) setzt meist erst ein, wenn die Brüste schon entwickelt sind, im Mittel etwa 2–3 Jahre nach Beginn des Brustwachstums.

Typischerweise bildet die Scheide etwa ein Jahr vor Einsetzen der Regelblutung bereits ein weißliches Sekret, Weißfluss genannt. Dies ist eine normale Reaktion auf die hormonelle Umstellung.

Der maximale körperliche Wachstumsschub ist etwa 1 Jahr vor Einsetzen der Regelblutung zu beobachten.

Die erste Regelblutung

Dass die erste Regelblutung (Menarche) im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten immer früher einsetzt, ist keineswegs gesichert. So weisen Daten aus vielen Industrieländern darauf hin, dass Mädchen zwar bis etwa 1960 ihre erste Monatsblutung im Schnitt immer früher bekamen, dass seit dem dieser Zeitpunkt aber recht konstant bei etwa 12–13 Jahren liegt . 90 % haben nach diesen Untersuchungen mit 13 ¾ Jahren und 98 % mit 15 Jahren ihre erste Regel (gehabt). Nur bei 10 % der Mädchen setzt die Regelblutung ein, bevor sie 11 Jahre alt sind. Mädchen mit mehr Fettpolstern sind im Schnitt etwas früher dran, und auch bei Kindern mit dunkler Hautfarbe beginnt die Regelblutung etwas früher.

Störungen der Menstruation

Der Menstruationszyklus ist im Jugendalter oft unregelmäßig: Die Blutung dauert 2–7 Tage und sie kann schon nach 20 Tagen wiederkommen – aber auch erst nach 60 Tagen oder mehr. Meistens jedoch liegt der Abstand der Regelblutungen zwischen 21–45 Tagen. Im Laufe von drei Jahren wird der Menstruationszyklus dann regelmäßiger und eher kürzer. Nach 3 Jahren liegt der Zyklusabstand bei 75 % der jugendlichen Frauen bei den für erwachsene Frauen typischen 21–34 Tagen. Allerdings folgt der Zyklus erst 6 Jahre nach der Menarche einem langfristig stabilen Muster.

Veränderungen der Zyklusdauer. Auch wenn die Blutungen bei Mädchen sehr weit auseinander liegen können – dass sie länger als 90 Tage ausbleiben, ist sehr ungewöhnlich. Dahinter stecken können wie bei der erwachsenen Frau eine Schwangerschaft, Fernreisen, sehr viel Sport, ungewöhnliche andere Belastungen (Stress, Sorgen), Krankheiten wie Magersucht oder starkes Übergewicht sowie hormonelle Erkrankungen.

Verstärkte Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe): Daran leiden Mädchen häufiger als erwachsene Frauen – der Grund liegt darin, dass sich das monatliche Auf und Ab der Hormone noch nicht eingespielt hat. Viele Mädchen bekommen bei Menstruationsschmerzen von ihrem Frauenarzt die „Pille“ empfohlen, auch dann, wenn sie noch keinen Geschlechtsverkehr haben. Dies ist in Ordnung, weil die „Pille“ nicht nur verhütet, sondern auch den Zyklus stabilisiert und die körpereigene Hormonproduktion insgesamt drosselt. Beides führt dazu, dass die Monatsblutungen leichter zu ertragen sind und kürzer werden. Übrigens: Das früher vermutete Risiko, dass die frühe Einnahme der Pille die Fruchtbarkeit in späteren Jahren reduziert, hat sich nicht bestätigt. Außer der Pille gibt es auch noch weitere, alternativmedizinische Therapiemöglichkeiten. Fast immer bessern sich die Menstruationsschmerzen nach sechs Monaten, spätestens aber 1–2 Jahre, nachdem die Regelblutung eingesetzt hat. Wer die Schmerzen also ertragen kann, kann auch auf ärztlichen Rat zunächst verzichten und abwarten.

Verstärkte Menstruationsblutungen (Hypermenorrhoen) sind nicht selten mit Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe) verbunden, haben aber auch eigene, besondere Ursachen, die denen bei erwachsenen Frauen entsprechen. Häufiger als früher angenommen liegt eine Gerinnungsstörung des Blutes zu Grunde, z. B. ein (Willebrand-Jürgens-Syndrom) [B04; B05].

Verlängerte Menstruationsblutungen

Wann zum Frauenarzt

Ein Gang zum Frauenarzt ist anzuraten:

  • Bei starken Menstruationsschmerzen oder starkem Ausfluss
  • Bei sehr unregelmäßigen Perioden (wenn die Periode z. B. 60–90 Tage ausbleibt)
  • Bei Entzündungen in der Scheide und an den äußeren Geschlechtsorganen
  • Bei Schmierblutungen außerhalb der Regel
  • Bei unklaren Unterbauchschmerzen
  • Wenn die Regelblutung mit 16 Jahren noch nicht eingetreten ist.

Klein- und Großwuchs

Größe ist relativ, und so ist verständlich, dass selbst Ärzte nicht immer klar sagen können, wo genau die Grenze zum krankhaften Kleinwuchs (Minderwuchs) bzw. krankhaften Großwuchs (Hochwuchs) liegt. Festgelegt werden:

  • Kleinwuchs: Das Kind gehört zu den kleinsten 3 % seiner Altersgruppe.
  • Großwuchs: Das Kind gehört zu den größten 3 % seiner Altersgruppe.

Wann zum Arzt

In den nächsten Wochen, wenn Ihr Kind Ihnen ungewöhnlich klein oder groß erscheint, insbesondere wenn es früher gleich groß wie seine Altersgenossen war.

Die Erkrankung

Wie groß ein Mensch wird, ist größtenteils erblich bedingt. Ärzte schätzen die „Zielgröße“ eines Kindes entsprechend der Größe der Eltern: Die Körperlänge der Eltern (in cm) wird addiert, durch zwei geteilt, und dann 6 cm hinzugerechnet (bei Jungs) bzw. abgezogen (bei Mädchen). Kleine Eltern haben also in der Regel kleine Kinder, große Eltern haben große Kinder. Dieser familiär bedingte Klein- bzw. Großwuchs zeichnet sich dadurch aus, dass das Kind spätestens ab dem Kindergartenalter zu den eher Kleinen oder den eher Großen zählt, seine Wachstumsgeschwindigkeit bleibt dabei aber normal (d. h. es folgt auf der Perzentilenkurve in etwa demselben Korridor).

Abzugrenzen ist die konstitutionelle Entwicklungsverzögerung, eine andere erbliche Variante des Wachstums. Diese Kinder kommen später in die Pubertät als ihre Altersgenossen – da der mit der Pubertät verbundene Wachstumsschub auf sich warten lässt, sind diese Kinder zumindest eine Zeitlang im Vergleich zu ihren Klassenkameraden sehr klein. Wenn die Pubertät bei diesen „Spätentwicklern“ dann aber doch kommt, wachsen sie in etwa zu ihrer „errechneten“ Zielgröße.

Das Gegenteil wird bei der konstitutionellen Frühentwicklung beobachtet: Der ebenfalls oft familiär bedingte Frühstart in die Pubertät beschert den Kindern ihren Wachstumsschub ein bis mehrere Jahre vor den anderen Kindern.

Eine weitere Wachstumsvariante hat mit dem Körperfett zu tun: Übergewichtige Kinder wachsen ebenfalls rascher (ohne am Ende größer zu sein als ihre schlanken Altersgenossen).

Krankhafter Kleinwuchs kann erblich bedingt sein: Chromosomenabweichungen, etwa das Down-Syndrom oder das nur bei Mädchen auftretende Ullrich-Turner-Syndrom sind fast immer mit Kleinwuchs verbunden. Auch einige Skelettfehlbildungen gehen mit Kleinwuchs einher. In manchen Fällen sind auch Hormonstörungen für das geringere Wachstum verantwortlich, am häufigsten ist hier ein Mangel an Wachstumshormon. Typischerweise wachsen die Kinder bei einem Wachstumshormonmangel statt der normalen 5–7 cm weniger als 4 cm pro Jahr. Für viele Formen des Wachstumshormonmangels gibt es keine erkennbare Ursache, andere Formen sind angeboren. Selten kann auch ein Tumor der Hypophyse für den Mangel verantwortlich sein.

Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse oder ein Hyperaldosteronismus Nebennierenrindenüberfunktion können zu Kleinwuchs führen. Aber auch chronische Erkrankungen wie etwa Herz-, Lungen- oder Darmerkrankungen können dazu führen, dass ein Kind im Wachstum zurückbleibt. Und schließlich wachsen auch ehemalige Frühgeborene mit einer geringeren Geschwindigkeit.

Krankhafter Großwuchs. Wie der krankhafte Kleinwuchs, so kann auch der – seltenere – krankhafte Großwuchs auf Veränderungen der Chromosomen oder erbliche Erkrankungen zurückzuführen sein (z. B. auf ein Klinefelter-Syndrom oder ein Marfan-Syndrom). Aber auch beim Großwuchs muss an Hormonstörungen gedacht werden, etwa eine Überproduktion von Wachstumshormon in der Hypophyse (dieser kann auch durch einen Tumor bedingt sein). Ein krankhaft früher Pubertätsbeginn lässt Kinder zunächst schneller wachsen als ihre Altersgenossen – da das Wachstum hier jedoch vorzeitig aufhört, sind die Betroffenen als Erwachsene zumeist klein.

Das macht der Arzt

Durch eine Röntgenuntersuchung der linken Hand bestimmt der Arzt die Reife des Knochens (das Knochenalter) des Kindes. Das Knochenalter zeigt in etwa die biologische Reife eines Kindes an, und lässt damit Rückschlüsse auf das noch verbleibende Wachstumspotenzial des Kindes zu. Ein gegenüber dem chronologischen (tatsächlichen) Alter stark vermindertes Knochenalter etwa lässt auf ein noch großes Wachstumspotenzial schließen. Auch der Stand der Pubertätsentwicklung gibt dem Arzt Aufschluss. Denn zum einen gehen manche Wachstumsstörungen mit einer ausbleibenden oder verspäteten Pubertät einher (etwa das Ullrich-Turner-Syndrom beim Mädchen oder das Klinefelter-Syndrom beim Jungen), zum anderen lassen sich hieraus Prognosen für das weitere Wachstum ableiten. So haben Mädchen mit dem Einsetzen der Regelblutung etwa 95 % ihrer späteren Erwachsenengröße erreicht, d. h. sie wachsen dann nur noch etwa 8 cm (dies schwankt jedoch je nach Alter des Mädchens relativ stark).

Bei Verdacht auf hormonelle Störungen werden die entsprechenden Hormonkonzentrationen im Blut bestimmt und eventuell zusätzliche hormonelle Tests durchgeführt. Möglicherweise ist hierzu ein kurzer Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Ist bei einem zu kleinen Kind ein Mangel an Wachstumshormon gesichert, so kann dieses heute durch regelmäßige Spritzen ersetzt und so eine einigermaßen „normale“ Endgröße erreicht werden (Hormonersatztherapie).

Umgekehrt kann bei familiärem Großwuchs durch Gabe von Geschlechtshormonen eine Verminderung der Endgröße um etwa 10 cm erzielt werden. Dadurch setzt allerdings auch die Pubertät früher ein, eine Situation, die ein Kind überfordern kann. Außerdem könnte durch diese Behandlungen später die Fruchtbarkeit leiden, so dass heute der Hochwuchs nur noch sehr zurückhaltend behandelt wird.

Verfrühte und verspätete Pubertät

Verfrühte Pubertät (zu frühe Pubertät, Pubertas praecox): Verfrühtes Einsetzen der Pubertät. Als Grenze gilt bei Mädchen das Auftreten der Pubertätszeichen vor dem 9., bei Jungen vor dem 10. Geburtstag.

Verspätete Pubertät (zu späte Pubertät, Pubertas tarda): Fehlen jeglicher Pubertätszeichen bei Mädchen nach dem 14., bei Jungen nach dem 16. Geburtstag.

Wann zum Arzt

Bei Gelegenheit, wenn

  • Sie Zweifel haben, ob die Pubertät bei Ihrem Kind altersgerecht verläuft.
  • Die Pubertätsentwicklung mehr als 18 Monate lang „stillsteht“ oder die Periode nicht innerhalb von 5 Jahren nach der Brustentwicklung einsetzt.
  • Bei Mädchen die Regelblutung mit dem 16. Geburtstag noch nicht oder schon vor dem 11. Geburtstag eingetreten ist.

Die Erkrankung

Pubertätszeichen

Normalerweise setzt die Pubertät bei Mädchen ungefähr mit zehn Jahren und bei Jungen etwa zwei Jahre später ein. Brust bzw. Penis und Hoden wachsen und die Schambehaarung beginnt zu sprießen. Etwa mit 13 Jahren (im Durchschnitt etwa 2,5 Jahre nach Beginn der Brustentwicklung) bekommen Mädchen ihre erste Regelblutung (Menarche). Ein Jahr zuvor haben sie ihren größten Wachstumsschub, der dann mit der Menstruation rasch abklingt. Bei Einsetzen der Menstruation hat ein Mädchen etwa 95 % seiner Endgröße erreicht (Pubertätsentwicklung bei Mädchen). Die ersten nächtlichen Samenergüsse treten bei Jungen meist zwischen dem 14. und 15. Geburtstag ein. In dieser Zeit beginnt der Wachstumsschub des Jungen, die Schwankungsbreite ist allerdings enorm. Sie hat zum einen etwas mit den familiären Anlagen des Kindes zu tun („spät zündende“ Kinder haben oft „spät entwickelte“ Eltern), zum anderen spielt das Körpergewicht eine wichtige Rolle: Übergewichtige Mädchen beginnen ihre Pubertät früher als normalgewichtige. Bei übergewichtigen Jungen ist es dagegen umgekehrt. Dies liegt daran, dass das Fettgewebe auch kleine Mengen von Östrogenen bildet, die bei Mädchen die Pubertät unterstützen, bei Jungen aber hemmen.

Einzelne vorzeitige Pubertätszeichen

Manchmal zeigen sich auch schon vor der Pubertät einzelne Veränderungen an Geschlechtsorganen, die immer dem Kinderarzt vorgestellt werden sollten. In den meisten Fällen sind diese aber nicht krankhaft:

  • Bei Mädchen wird nicht selten eine Brustentwicklung im Kleinkindalter beobachtet (prämature Thelarche). Die betroffenen Kinder sind wahrscheinlich gegenüber Östrogenen, die auch schon bei kleinen Mädchen gebildet werden, empfindlicher. Wenn allerdings gleichzeitig die Wachstumsgeschwindigkeit ansteigt, Schambehaarung oder gar eine Regelblutung auftritt, können krankhafte Hormonstörungen dahinter stehen.
  • Wenn bei Mädchen die Schambehaarung schon zwischen 5 und 8 Jahren beginnt (oder bei Jungen zwischen 7 und 9 Jahren), muss das nicht krankhaft sein (vorzeitige Schamhaarentwicklung, prämature Pubarche). Aber auch hier gilt: zieht gleichzeitig das Wachstum an oder sind andere Pubertätszeichen zu beobachten (etwa die Entwicklung von Brüsten bei Mädchen oder eine Vergrößerung der Hoden bei Jungen) ist eine hormonelle Störung möglich.

Verfrühte Pubertät

Von einer zu frühen Pubertät wird dann gesprochen, wenn ein Mädchen schon vor dem 9. Lebensjahr Brüste entwickelt oder sich die Hoden bei einem Jungen schon vor dem 10. Lebensjahr vergrößern (dabei bilden sich dann in der Regel auch die ersten Schamhaare). Mädchen sind viermal häufiger von dieser verfrühten Pubertät betroffen als Jungen.

Bei der so genannten echten verfrühten Pubertät (Pubertas praecox vera) geben die Steuerhormone des Gehirns den Startschuss für die Pubertätsentwicklung zu früh, meist ohne dass eine Ursache hierfür feststellbar wäre. Die verschiedenen Pubertätsstadien setzen dabei in ihrer normalen Reihenfolge ein.

Ähnliches gilt für die familiär bedingten Formen der verfrühten Pubertät (konstitutionelle Frühentwicklung). Bei diesen Kindern waren auch die Eltern Frühentwickler; eine Ursache ist nicht feststellbar.

Hingegen werden bei der verfrühten Scheinpubertät (Pseudopubertas praecox) Geschlechtshormone in dafür eigentlich gar nicht vorgesehenen Organen gebildet: Etwa beim adrenogenitalen Syndrom (einer angeborenen Störung der Kortisonbildung der Nebenniere) oder bei manchen Tumoren. Typisch ist für diese Formen, dass die Hoden (bzw. – nicht von außen sichtbar – die Eierstöcke) klein bleiben.

Verspätete Pubertät

Von einer verspäteten Pubertät sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Bei diesen Kindern bleibt bis zum 14. bzw. 16. Lebensjahr Brustentwicklung oder Hodenwachstum aus. Die häufigste Ursache ist die familiär bedingte, (konstitutionelle Entwicklungsverzögerung). Diese „Spätzünder“ sind – wie meist ihre Eltern eine Generation vorher – in ihrer körperlichen Reifung hinterher, was sich im Röntgenbild auch an den Knochen nachweisen lässt (vermindertes Knochenalter).

Andere Ursachen für eine verspätete Pubertät sind selten: So können alle chronischen Organerkrankungen nicht nur Untergewicht und Kleinwuchs bedingen, sondern auch die Pubertät hinauszögern. Auch manche genetisch bedingten Störungen mit Veränderungen an den Geschlechtschromosomen können zu einem Ausbleiben bzw. einer Verzögerung der Pubertät führen. Am häufigsten ist hier das Ullrich-Turner-Syndrom, das bei einem von 2 500 Mädchen vorliegt, sowie das Klinefelter-Syndrom, das bei etwa einem von 1 000 Jungen vorkommt. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schädigung bzw. Fehlanlage der Hoden oder Eierstöcke können zur verspäteten oder ausbleibenden Pubertät führen.

Eine Sonderform der verspäteten Pubertät ist die ausbleibende Blutung beim ansonsten normal pubertierenden Mädchen (primäre Amenorrhoe). Ursachen können Fehlbildungen des Uterus oder der Scheide sowie ein Verschluss der Scheide durch ein zusammengewachsenes Jungfernhäutchen (Hymenalatresie) sein. Im letzteren Fall kommt es durch während der Periode aufgestautem Blut zu zyklischen Bauchschmerzen.

Wie sich die verspätete Pubertät auf die Kinder auswirkt, hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Kinder mit konstitutioneller Entwicklungsverzögerung wachsen zunächst langsamer als ihre Altersgenossen (was einen gewissen Leidensdruck bedingen kann), ihre Endgröße ist aber normal.

Das macht der Arzt

Eine körperliche Untersuchung, die Bestimmung des Knochenalters durch Röntgen der linken Hand, Hormonuntersuchungen des Blutes und bei Mädchen eine gynäkologische Untersuchung (mit Ultraschall der Gebärmutter) zählen zum Basisprogramm, das je nach Verdacht ergänzt wird.

Eine zu frühe Pubertät kann durch spezielle Antihormone gebremst werden, die entweder gespritzt oder als Nasenspray gegeben werden. Umgekehrt kann bei zu später Pubertät die Entwicklung der Geschlechtsmerkmale durch Gabe von Steuerhormonen wie GnRH oder Geschlechtshormonen eingeleitet werden. Dass die hormonelle Beeinflussung der Pubertät auch wegen der Auswirkungen auf die Endgröße gut überlegt sein sollte, versteht sich von selbst.

Verhütung bei Jugendlichen

Im Gegensatz zur volkstümlichen Meinung haben Jugendliche heute nicht früher Sex als die Generation ihrer Eltern .

Nicht wenige Jugendliche verhalten sich bewusst abstinent, weil sie der Verhütung entweder nicht komplett vertrauen oder weil sie die Einnahme etwa von Hormonpräparaten ablehnen. Viel häufiger ist jedoch der Gebrauch eines Kondoms (71 % der Mädchen und 66 % der Jungen nutzen es beim ersten Geschlechtsverkehr) und leider noch immer der ungeschützte Geschlechtsverkehr .

Für die Wahl des Verhütungsmittels ist im Jugendalter die Devise klar: so sicher und einfach wie möglich. Das aber erfüllen nur ganz wenige Verhütungsmittel:

  • Niedrig dosierte mehrstufige Einphasen-Präparate ("Pille"). Vorteile sind verminderte Regelbeschwerden, regelmäßigere Menstruation sowie oft eine Besserung einer Akne (bei starker Akne kann ein Präparat mit anti-androgener Wirkung gewählt werden). Wachstum und körperliche Reifung werden nicht beeinträchtigt. Die Nebenwirkungen entsprechen denen der erwachsenen Frau, so steigt beispielsweise das Thrombose-Risiko. Sind in der Familie Thrombosen bekannt, so muss der verordnende Arzt vorher den Gerinnungsstatus durch Labortests überprüfen. Auch für Jugendliche gilt: Östrogenhaltige Präparate sind für schwere Raucherinnen nicht geeignet. Bewertung: Bequemste und vor allem sicherste Form der Empfängnisverhütung – falls die regelmäßige gewissenhafte Einnahme gewährleistet ist.
  • Eine Alternative ist der Hormonring, ein kleiner Kunststoffring mit Östrogenen und Gestagenen, der während der Menstruation in die Scheide eingesetzt wird und dort 3 Wochen liegen bleibt, danach folgt eine einwöchige Pause. Vorteil: der Ring kommt mit einem Viertel der Hormondosis der Pille aus. Nachteil: der Ring kann mit dem Tampon heraus"flutschen", und beim Geschlechtsverkehr ist der Ring manchmal spürbar (er kann aber ohne Wirkverlust bis zu 3 Stunden entfernt werden).
  • Kondome: Sie sind nicht nur wichtig zur Vorbeugung von Infektionen, sondern auch das einzige Verhütungsmittel, das bei spontanem Geschlechtsverkehr noch rasch besorgt werden kann. Wegen der nicht immer korrekten Anwendung liegt die Versagerquote des Kondoms bei Jugendlichen aber oft über 10 %.

Leider sind praktisch alle anderen Verhütungsmethoden bei Jugendlichen mit oft schweren Nachteilen verbunden:

  • Gestagenpräparate (z. B. Minipille): Nachteil ist die schlechtere Zykluskontrolle. Auch sind die Nebenwirkungen stärker, so dass die Minipille nur bei Raucherinnen und jungen Frauen mit Blutgerinnungsproblemen in Betracht kommt.
  • Hormonpflaster (Evra®): Zwar verleihen tatooartige Pflasterdesigns eine attraktive, Jugendliche ansprechende Verpackung. Aber die Trägerinnen dieser Pflaster erhalten eine bis zu 60 % höhere Östrogendosis als bei der Einnahme einer "Pille", verbunden mit entsprechend höheren Nebenwirkungen.
  • Hormonspirale: Auch wenn inzwischen spezielle Modelle für Jugendliche existieren, besteht gerade bei ihnen die Gefahr von Eileiterentzündungen, verbunden mit späteren Eileiterschwangerschaften oder Unfruchtbarkeit, und die Spiralen werden auch häufiger ausgestoßen. Somit nicht geeignet für Jugendliche.
  • Depot-Progesteron und subdermale Hormonimplantate wie Implanon® sind wegen der deutlich höheren Hormonspiegel mit teils schweren Nebenwirkungen ungeeignet.
  • Barrieremethoden wie Scheidendiaphragma, Portiokappe oder Vaginalring sind bei Jugendlichen wegen der aufwendigen "Einsetzarbeit" keine Option.
  • Natürliche Verhütungsmethoden (ob auf Messen der Temperatur oder Testen des Gebärmutterhalsschleims basierend) sind für Jugendliche ungeeignet, da die hormonelle Steuerung des Zyklus noch instabil ist.
  • Auch Schaumzäpfchen sind bei Jugendlichen extrem unsicher und begünstigen außerdem Pilzinfektionen.

Egal, welches Verhütungsmittel gewählt wird – ein Kondom sollte immer zusätzlich verwendet werden, denn nur so lässt sich der Übertragung von Geschlechtskrankheiten vorbeugen.

Verordnung der "Pille" bei Jugendlichen

Es gibt keine medizinische Altersgrenze, unter der die Pille nicht verordnet werden darf. Einige Frauenärztinnen und -ärzte verlangen von Jugendlichen unter 16 Jahren eine Einwilligung der Eltern. Eine Zustimmung der Eltern ist laut Angaben der Fachgesellschaften dann erforderlich, wenn die Jugendliche nach Einschätzung des Arztes noch nicht "einwilligungsfähig" ist – häufig, aber rechtlich nicht zwingend, wird dafür der 14. Geburtstag angenommen.

Verhütung von Geschlechtskrankheiten

Auch für Jugendliche sind Kondome das einzig wirklich wirksame Mittel, sexuell übertragbaren Krankheiten vorzubeugen. Immerhin steht mit der Impfung gegen Humane Papillom Viren (HPV) heute ein zusätzlicher Schutz zur Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs zur Verfügung. Die Ständige Impfkommision empfiehlt diese Impfung als Regelimpfung für 12- bis 17-jährige Mädchen, bei ihnen übernimmt die Krankenkasse in jedem Fall die Kosten. Ob die Impfung auch älteren Frauen und Männern nutzt, wird derzeit untersucht.

Weiterführende Informationen

  • www.aufklaerungshomepage.de – Private Website aus Leipzig, bietet viele Informationen zur Verhütung, z.B. mehr zur Pille für Jugendliche.
  • P. Neumayer: Das Verhütungsbuch für Girls und Boys. Foitzick, 2003. Gute Einführung für Jugendliche.

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1989 gründete das Nürnberger Apotheker-Ehepaar Cornelia und Dr. Felix Schielein die TORRE GmbH für den Vertrieb von apothekenexklusiven ätherischen Ölen. Mit einer großen Portion Pioniergeist wurden in den folgenden Jahren auch Umweltanalysen in den Apotheken etabliert. Die 1996 gegründete AAU (Arbeitsgemeinschaft der Aktiven Umweltapotheker) war die erste Kooperation im deutschen Apothekenmarkt, die von Apothekern selbst organisiert wurde.

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Welche Mittel helfen tatsächlich?

Halsschmerzen treffen fast jeden mehrmals im Jahr. An der Behandlung scheiden sich dennoch die Geister. Was lindert die Beschwerden tatsächlich und was sollten Sie lieber sein lassen?   mehr

Wundkleber statt Nadel und Faden
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Bald weniger Komplikationen bei OPs?

Wunden im Körperinneren sind oft schwer zu nähen. Lassen sie sich nicht verschließen, droht Lebensgefahr. Ein neuartiger Wundkleber könnte das Risiko innerer Blutungen senken.   mehr

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In der kalten Jahreszeit verbreiten sich Infekte in Kitas und Kindergärten besonders häufig. Neben Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen treten sogenannte Kinderkrankheiten auf. Was Eltern wissen sollten.   mehr

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