Nahrungsergänzungsmittel von A-Z: Alles mit V


Vitamin A

Synonym: Retinol

Vitamin A übernimmt zahlreiche Aufgaben im Stoffwechsel, zum Beispiel bei der Immunabwehr, für das Knochengerüst, das Nervensystem oder für den Eiweißstoffwechsel. Darüber hinaus ist es beim Aufbau vieler Organe wie der Augen, Haut, Haare oder der Knochen beteiligt. Auch die Geschlechtszellen, Blutkörperchen, Schleimhäute oder das Lymphsystem sind auf das Vitamin angewiesen. Eine besondere Rolle spielt Vitamin A beim Sehvorgang sowie beim Wachstum und der Vermehrung von Zellen. Pflanzliche Lebensmittel enthalten sogenannte Carotinoide, die erst im menschlichen Körper zu Vitamin A umgewandelt werden müssen. In der Regel nimmt der Körper ein Drittel der nötigen Menge an Vitamin A auf.

Vorkommen von Vitamin A in der Nahrung

In tierischen Lebensmitteln findet sich das fettlösliche Vitamin A in Form von Retinol. In Nahrungsmitteln wie Milch, Eiern oder Fleisch ist es dort an Fett gebunden. Einen hohen Anteil an Vitamin A weisen vor allem die Leber wie von Seefischen oder Wirbeltieren auf. Lieferanten des tierischen Vitamin A sind zum Beispiel:

  • Rindsleber: 7744 Mikrogramm/100 Gramm
  • Leberwurst: 4220 Mikrogramm/100 Gramm
  • Hühnerfleisch: 5–25 Mikrogramm/100 Gramm
  • Eigelb: 380 Mikrogramm/100 Gramm
  • Butter: 680 Mikrogramm/100 Gramm
  • roher Dorsch: 14 Mikrogramm/100 Gramm
  • Lachs, je nach Zubereitung: 17–64 Mikrogramm/100 Gramm

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Leber ist in ihrem Vitamin-A-Gehalt kaum zu übertreffen. Doch auch Karotten sind ein guter Vitamin-A-Lieferant. Da das fettlösliche Vitamin nur in Kombination mit Fett vom Körper verwertet werden kann, empfiehlt es sich an Karottensalat immer einen Schuss Pflanzenöl zu machen. Die im Öl enthaltenen Fettsäuren verbessern die Aufnahme des Vitamins.

Bedarf an Vitamin A

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Alter und Geschlecht folgenden Richtwert für die tägliche Vitamin-A-Zufuhr:

  •  Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahren: 800–1100 Mikrogramm/Tag
  • Kinder (1–15 Jahre): 600–1100 Mikrogramm/Tag
  • Säuglinge (0–12 Monate): 500–600 Mikrogramm/Tag

Anzeichen von Vitamin-A-Mangel

Ein chronischer Mangel an Vitamin A äußert sich durch trockene, rote Augen, schlechtes Sehvermögen in der Nacht sowie nachlassende Sehkraft. Schlimmstenfalls führt ein Mangel an Vitamin A zur Nachtblindheit oder zur Erblindung. Darüber hinaus drohen eine erhöhte Infektionsanfälligkeit sowie ein erhöhtes Risiko für arteriosklerotische Herzerkrankungen und verschiedene Krebsformen wie Kehlkopf-, Lungen- oder Prostatakrebs. Haare, Nägel, Knochen und Nerven werden bei Mangel ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Bei Kindern besteht die Gefahr für Wachstumsstörungen und bei Frauen für Fruchtbarkeitsstörungen.

Ursachen von Vitamin-A-Mangel:

  • Zigarettenrauchen oder das Einatmen verschmutzter Luft erhöhen den Vitamin-A-Bedarf. Umweltgifte wie Cadmium beschleunigen den Abbau von Vitamin A.
  • Eine Vitamin-A-Mangel droht bei starkem Stress, Entzündungen oder nach Operationen.
  • Regelmäßiger, mäßiger oder zu starker Alkoholkonsum erschwert das Aufnehmen, Speichern und Mobilisieren von Vitamin A.

Vitamin A als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-A-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Vitamin-A-Mangels aufweisen. Darüber hinaus können Raucher, frisch Operierte, Senioren mit einseitiger Ernährung, Kinder sowie Menschen mit chronischem Stress oder Entzündungen von einer höheren Vitamin-A-Zufuhr profitieren. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker.

Überversorgung mit Vitamin A

Eine akute Überdosierung äußert sich durch Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Erbrechen. Eine chronische Überdosierung kann mit irreversiblen Hautveränderungen, Haarverlust, Knochen- und Gelenkschmerzen, Muskelsteifheit oder einer Lebervergrößerung einhergehen. Werdende Mütter sollten die Aufnahme von Vitamin A auf 3 mg/d begrenzen, da sonst Fehlbildungen des Embryos drohen.

Quelle: Dr. Lothar Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart: Haug Verlag 2010, S. 72-78.


Autor: Julia Schmidt
Vitamin B1

Synonyme: Thiamin, früher Aneurin

Das wasserlösliche Vitamin B1, auch Thiamin genannt, kann der Körper in dieser Form nicht verwenden, sodass er es zunächst mithilfe eines speziellen Enzyms in Thiaminpyrophosphat (TPP) umwandelt. In dieser biologisch aktiven Form fungiert Vitamin B1 als lebenswichtiges Coenzym bei der Verstoffwechslung von Nährstoffen, insbesondere von Kohlenhydraten, in Energie. Das Vitamin befindet sich in den Zellwänden der Nervenstränge und ist an der Weiterleitung von Nervenimpulsen an das Gehirn und die peripheren Nervenzellen beteiligt. Darüber hinaus verwendet der Körper Vitamin B1 für die Synthese von Neurotransmittern wie Acetylcholin. Auch für den Erhalt von Nervengewebe, den Herzmuskel sowie für das Körperwachstum ist es von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus spielt Vitamin B1 bei der Synthese von Kollagen, dem hauptsächlichen Aufbauprotein des Körpers, eine wichtige Rolle. Der menschliche Organismus kann nur geringe Mengen an Vitamin B1 speicher, etwa 30 mg. Eine tägliche Zufuhr ist deshalb wichtig, um einen Mangel zu vermeiden.

Vorkommen von Vitamin B1 in der Nahrung

Zu den pflanzlichen Hauptlieferanten von Vitamin B1 gehören Getreide und Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte, Hefe und Linsen. Innereien und mageres Schweinefleisch enthalten ebenfalls viel Vitamin B1. In Obst und Gemüse sowie Milchprodukten hingegen sind nur geringe Konzentrationen vorhanden:

  • Weizenkeimlinge: 2,0 Milligramm/100 Gramm
  • Sonnenblumenkerne: 1,9 Milligramm/100 Gramm
  • Schweinefilet: 1,1 Milligramm/100 Gramm
  • unpolierter Reis: 0,41 Milligramm/100 Gramm
  • Haselnuss: 0,4 Milligramm/100 Gramm
  • Scholle: 0,21 Milligramm/100 Gramm
  • Artischocken: 0,14 Milligramm/100 Gramm

Vitamin B1 reagiert sehr empfindlich auf Hitze, Sauerstoff und UV-Strahlen. Lebensmittel, die reich an Vitamin B1 sind, sollten deswegen schonend zubereitet und wenig gewässert werden. Auch Sulfite, die zum Konservieren von Lebensmitteln dienen oder Natron zum Backen zerstören das Vitamin. Das Einfrieren von Vitamin-B1-reichen Nahrungsmitteln hingegen führt zu keinem Verlust des Vitamins.

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Enthalten viel Vitamin B1: Sonnenblumenkerne. Um Vitamin- und Nährstoffverlusten vorzubeugen, sollten Sonnenblumenkerne an einem dunklen und kühlen Ort gelagert werden.

Bedarf an Vitamin B1

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Alter und Geschlecht folgende Richtwerte für die tägliche Vitamin-B1-Zufuhr:

  • Säuglinge (0–12 Monate): 0,2–0,4 Milligramm/Tag
  • Kinder und Jugendliche (1–19 Jahre): 0,6–1,4 Milligramm/Tag
  • Erwachsene ab 19 Jahren: 1,0–1,3 Milligramm/Tag
  • Schwangere: 1,2–1,3 Milligramm/Tag
  • Stillende: 1,3 Milligramm/Tag

Anzeichen von Vitamin-B1-Mangel

Ein chronischer Mangel an Vitamin B1 wirkt sich auf das Gehirn aus und äußert sich durch Verwirrung, Lern- und Gedächtnisstörungen oder häufige Kopfschmerzen. In Form von Reizbarkeit und Depressionen wirkt sich der Mangel auch auf die Psyche aus. Herzbeschwerden wie Herzklopfen und -versagen, niedriger Blutdruck und Kurzatmigkeit sind weitere Anzeichen eines Vitamin-B1-Defizits. Auch das Nervensystem wird in seiner Funktionsfähigkeit gehemmt, was sich beispielsweis durch verschlechterte Reflexe und Bewegungsfähigkeit in Armen und Beinen bemerkbar macht. Ein allgemeiner Schwächezustand, besonders in der Wadenmuskulatur sowie ein geschwächtes Immunsystem können aus einem Mangelzustand resultieren. Leiden stillende Mütter an einem Vitamin-B1-Mangel, können ihre Säuglinge schnell lebensbedrohliche Mangelanzeichen entwickeln.

Ursachen von Vitamin-B1-Mangel:

  • Wer regelmäßig viel Kaffee oder Tee zu sich nimmt, läuft Gefahr, einen Mangel zu entwickeln, da beides Vitamin B1 deaktiviert und die Speicher leert.
  • Essstörungen, chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn ode Zöliakie können einen Mangel an Vitamin B1 verursachen.
  • Ein hoher Alkoholkonsum mindert die Aufnahme von Vitamin B1 und hindert die Umwandlung des Vitamins in seine aktive Form und trägt zu einer erhöhten Ausscheidung über die Nieren bei.
  • Ein Mangel an Folsäure beeinträchtigt die Aufnahme des Vitamins.
  • Intensive körperliche Betätigung oder Stress verbrauchen viel Vitamin B1 und können den täglichen Bedarf erhöhen. Dies gilt ebenfalls bei Verbrennungen, Fieber, Schilddrüsenüberfunktion oder Lebererkrankungen. Stillende Mütter oder noch im Wachstum befindliche Kinder benötigen ebenfalls mehr Vitamin B1.
  • Die Einnahme oraler Kontrazeptiva erhöht den Bedarf an Vitamin B1. Neuroleptika hemmen die Aufnahme und führen zu einer erhöhten Ausscheidung des Vitamins. Die Interaktion von Muskelrelaxantien mit dem Vitamin kann die Wirkung dieser Medikamente verstärken.

Vitamin B1 als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-B1-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines nachgewiesenen Vitamin-B1-Mangels aufweisen oder allgemein ihre Immunabwehr verbessern möchten. Insbesondere betagte Menschen, Schwangere und Stillende sowie Personen mit erhöhtem Alkoholkonsum können von einer erhöhten Vitamin-B1-Zufuhr profitieren. Auch eine erhöhte Stoffwechselaktivität, Absorptionsstörungen und eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme können für eine ergänzende Aufnahme des Vitamins sprechen.

Menschen, die die oben beschriebenen Medikamente einnehmen, sollten bei Verdacht auf einen Vitamin-B1-Mangel mit ihrem Arzt sprechen und von einer eigenständigen Anwendung von Nahrungsmittelergänzungen absehen. Wer bei einer Multimedikation Zweifel hinsichtlich einer Interaktion hegt, lässt sich vorsichtshalber von seinem Arzt oder Apotheker beraten. Diese informieren auch über Dosierung und Dauer der Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels.

Überversorgung mit Vitamin B1

Durch die Ernährung sind Überdosierungen kaum möglich. Bezüglich einer Überdosierung mit Nahrungsergänzungsmitteln existieren unterschiedliche Angaben. Dr. Lothar Burgerstein, Herausgeber des „Handbuchs Nährstoffe“ gibt an, dass Mengen von über 200 mg bei einigen Personen zu Schwindel führen kann. Wurde Vitamin B1 intravenös verabreicht, kam es in wenigen Fällen zu schweren allergischen Reaktionen.

Quellen:

Lothar Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart: Haug, 2010, S. 91-94.

Paul Mohr: Gesund durch Nahrungsmittel. So wirkt orthomolekulare Medizin. 3. Aufl. Zürich: Oesch Verlag, S. 189-191.


Autor: Julia Schmidt
Vitamin B12

Synonym: Cobalamin

Als Vitamin B12 werden Verbindungen bezeichnet, in deren Mitte sich ein Kobaltatom befindet. Daher leitet sich das Synonym Cobalamin ab. Der menschliche Darm produziert nur geringe Mengen an Vitamin B12-ähnlichen Verbindungen, sodass ein Großteil der erforderlichen Menge über die Nahrung aufgenommen werden muss. Für die Aufnahme von Vitamin B12 ist ein körpereigenes Transportmolekül aus dem Magen wichtig, der sogenannte Intrinsic-Faktor. Ca. 2–5 mg Vitamin B12 speichert der Körper, wobei 50–90 Prozent in der Leber eingelagert werden.

Vitamin B12 spielt eine entscheidende Rolle bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen. So ist es beispielsweise am Aminosäure- und Fettstoffwechsel beteiligt. Darüber hinaus überführt Vitamin B12 Folsäure in seine aktive Form und unterstützt somit die Blutbildung. Folsäure und Vitamin B12 benötigt der Körper ebenso für den Aufbau von Desoxyribonukleinsäure (DNS), dem Träger der Erbinformation. Auch Myelin, die Schutzschicht für einige Nervenfasern des Rückenmarcks und des Gehirns, wird mithilfe des Vitamins aufgebaut.

Vorkommen von Vitamin B12 in der Nahrung

Die Hauptlieferanten von Vitamin B12 sind tierische Lebensmittel wie Fleisch, Meeresfrüchte, Eier und Milchprodukte. Hierzu gehören beispielsweise folgende Nahrungsmittel:

  • Schweineleber: 25,0 Mikrogramm/100 Gramm
  • Auster: 14,5 Mikrogramm/100 Gramm
  • Rindfleisch: 2,0–5,0 Mikrogramm/100 Gramm
  • Hering: 7,0 Mikrogramm/100 Gramm
  • Forelle: 4,5 Mikrogramm/100 Gramm
  • Hühner-Ei: 2,0–2,5 Mikrogramm/100 Gramm
  • Gorgonzola: 1,2 Mikrogramm/100 Gramm

Da Vitamin B12 hitzeempfindlich ist, können erhelbliche Mengen beim Zubereiten der Mahlzeiten verloren gehen. Leber sollte deshalb beispielsweise nur oberflächlich angebraten werden.

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Öfter mal Fisch essen! Er liefert viel Vitamin B12 und essentielle ungesättigte Fettsäuren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu verzehren. Bevorzugen Sie dabei Produkte mit anerkannt nachhaltiger Herkunft.

Bedarf an Vitamin B12

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Alter und Geschlecht als Richtwert für die tägliche Vitamin-B12 -Zufuhr:

  • Säuglinge (0–12 Monate): 0,4–0,8 Mikrogramm/Tag
  • Kinder (1–13 Jahre): 1,0–2,0 Mikrogramm/Tag
  • Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahren: 3,0 Mikrogramm/Tag
  • Schwangere: 3,5 Mikrogramm/Tag
  • Stillende: 4,0 Mikrogramm/Tag

Anzeichen von Vitamin-B12-Mangel

Ein chronischer Mangel an Vitamin B12 vermindert die Hämoglobin-Konzentration im Blut. Der rote Blutfarbstoff ist für den Sauerstofftransport zuständig. Der geringere Farbstoffgehalt im Blut führt zu geringerer Konzentrationsfähigkeit, Müdigkeit und Kurzatmigkeit. Das Immunsystem wird geschwächt, die Sehfähigkeit und der Tastsinn werden beeinträchtigt und die Muskulatur ist nur schlecht koordinierbar.

Eine rauhe Zunge, Verstopfung, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust sind weitere Anzeichen eines Vitamin- B12-Mangels. Auch das Zentralnervensystem wird in seiner Funktionsfähigkeit gehemmt, sodass psychische Folgen möglich sind, wie zum Beispiel Gereiztheit, Aggressivität, Gedächtnisstörungen und Verwirrung bis hin zu Psychosen und Depressionen.

Ursachen von Vitamin-B12-Mangel:

  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts wie Morbus Chron, chronische Enteritis oder Durchfall sowie Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse verringern die Aufnahme von Vitamin- B12.
  • Erkrankungen des Magens wie chronische Magenschleimhautentzündung können dazu führen, dass zu einem Mangel des Intrinsic-Faktors
  • Ein erhöhter Alkoholkonsum schädigt die Magenwände und die Leber, sodass die Gefahr für einen Vitamin B12 Mangel steigt.
  • Rauchen wirkt sich auf den Stoffwechsel von Vitamin- B12 aus und trägt dadurch zu Mangelerscheinungen bei.
  • Das Einnehmen oraler Kontrazeptiva (Pille) und anderer Medikamente wie Metformin beeinträchtigen die Aufnahme des Vitamins und erhöhen somit die Gefahr auf Mangelerscheinungen.

Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin B12-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines nachgewiesenen Vitamin B12-Mangels aufweisen oder allgemein ihre Immunabwehr verbessern möchten. Darüber hinaus können Raucher, frisch Operierte, Personen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder der Bauchspeicheldrüse von einer höheren Vitamin B12-Zufuhr profitieren. Vitamin- B12 kann darüber hinaus Menschen mit Asthma und Hautallergien helfen. Leichte Symtpome von psychischen Störungen wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Konzentrationsstörungen können mit Vitamin B12 behandelt werden.

Auch Personen, die aufgrund des Rauchens an Lungenkrebs erkrankt sind, profitieren von Vitamin B12. Vor allem Veganer sollten auf ihren Vitamin B12 Spiegel achten und ihn regelmäßig beim Arzt überprüfen lassen, da sie auf die Nahrungsmittel verzichten, die Vitamin B12 enthalten. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollten insbesondere an Lungenkrebs-Erkrankte vorher unbedingt mit ihrem Arzt absprechen.

Überversorgung mit Vitamin B12

Sogar bei höheren Mengen wie über 10 mg täglich liegen keine Berichte von toxischen Dosen bei gesunden Erwachsenen vor. Bei Intravenösen Injektionen wurden selten allergische Reaktionen beobachtet. Diese können zwar einen schweren Verlauf annehmen. Ursache hierfür sind jedoch Hilfsstoffe in der Infektion.

Quellen:

Dr. Lothar Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart: Haug Verlag 2010, S. 109-112.

Paul Mohr: Gesund durch Nahrungsmittel. So wirkt orthomolekulare Medizin. 3. Aufl. Zürich: Oesch Verlag, S. 196-198.


Autor: Julia Schmidt
Vitamin B2

Synonyme: Riboflavin, Lactoflavin

Vitamin B2, auch Riboflavin genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. In seiner aktiven Form als Coenzym Flavin nimmt es an zahlreichen Prozessen im Körper teil. So ist es an der Verstoffwechslung von Kohlenhydraten, Proteinen und Fettsäuren beteiligt und nimmt eine wichtige Rolle ein bei der Gewinnung von Energie. Überdies ist Vitamin B2 für die Aktivierung von Vitamin B6 und die Umwandlung von Tryptophan zu Niacin (Vitamin B3) wichtig. Auch die Zellen sind hinsichtlich des Wachstums und ihrer Entwicklung auf das Vitamin angewiesen. Als Radikalfänger hemmt es die Oxidation in Zellen und mindert so den oxidativen Stress im Organismus. Im Auge nimmt es ebenfalls am Stoffwechsel teil und schützt dieses vor kurzwelligem Licht. Außerdem sorgt das Vitamin für einen Schutz der Nerven.

Vorkommen von Vitamin B2 in der Nahrung

Vitamin B2 kommt in einer Reihe von Nahrungsmitteln vor: Vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Eier, Milch- und Käseprodukten ist es enthalten, aber auch im Fleisch, in Leber und in Seefischen. Als pflanzliche Nahrungsmittel gelten vor allem Getreideprodukte als reich an Vitamin B2. Folgende Lebensmittel enthalten besonders viel Vitamin B2:

  • Kalbsleder: 1,1 Milligramm/50 Gramm
  • Champignons: 0,45 Milligramm/100 Gramm
  • Bierhefe: 0,4 Milligramm/10 Gramm
  • Spinat: 0,2 Milligramm/100 Gramm
  • Joghurt: 0,18 Milligramm/100 Gramm
  • Gerste (Vollkornmehl): 0,18 Milligramm/100 Gramm
  • Cheddar: 0,15 Milligramm/30 Gramm
  • Hackfleisch vom Rind: 0,15 Milligramm/100 Gramm

Vitamin B2 reagiert sehr lichtempfindlich, weswegen Milch und Milchprodukte am besten in lichtundurchlässigen Behältern aufbewahrt werden. Aufgrund seiner Wasserlösslichkeit besteht die Gefahr, dass im Kochwasser große Mengen verloren gehen – insofern es möglich ist, sollte dieses mitverwendet werden. Hitze schadet dem Vitamin jedoch nicht.

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Reich an Vitamin B2: Milch und Milchprodukte. Sie sollten täglich auf dem Speiseplan stehen, bevorzugt in der fettarmen Variante. Etwa 250 ml Milch, Quark oder Joghurt plus 2 Scheiben fettarmer Käse gelten als empfohlene Menge für einen Erwachsenen pro Tag.

Bedarf an Vitamin B2

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Alter und Geschlecht folgende Richtwerte für die tägliche Vitamin-B2-Zufuhr:

  • Säuglinge (0–12 Monate): 0,3–0,4 Milligramm/Tag
  • Kinder und Jugendliche (1–19 Jahre): 0,7–1,6 Milligramm/Tag
  • Erwachsene ab 19 Jahren: 1,0–1,4 Milligramm/Tag
  • Schwangere im 2. und 3. Trimester: 1,3–1,4 Milligramm/Tag
  • Stillende: 1,4 Milligramm/Tag

Anzeichen von Vitamin-B2-Mangel

Ein isolierter Mangel an Vitamin B2 ist selten. Da das Vitamin am Stoffwechsel anderer B-Vitamine beteiligt ist, kann ein Vitamin-B2-Defizit auch Mängel von Vitamin B6 und Vitamin B3 hervorrufen. Steht dem Körper nicht ausreichend Vitamin B2 zur Verfügung, kann dies zu einer Rötung und Lichtempfindlichkeit der Augen führen. Ein chronischer Mangel erhöht das Risiko für die Entwicklung eines Grauen Stars. Lustlosigkeit, Depressionen oder Persönlichkeitsveränderungen sind weitere Anzeichen für ein Defizit, die sich eventuell noch vor charakteristischen Haut- und Schleimhautveränderungen bemerkbar machen. Vor allem in der Wachstumsphase benötigt der Körper viel Vitamin B2. Mängel treten somit meist in der Kindheit und Jugend, sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit auf.

Ursachen von Vitamin-B2-Mangel::

  • Störungen des Magen-Darm-Trakts wie Durchfall (Diarrhö) oder Reizdarm (Colon irritabile) hemmen die Aufnahme von Vitamin B2.
  • Genetische Störungen beeinträchtigen die Fähigkeit, das Vitamin in seine aktive Form umzuwandeln.
  • Medikamente wie orale Kontrazeptiva oder Antidepressiva (Amitriptylin®, Imipramin®) beeinträchtigen die Verstoffwechslung des Vitamins.
  • Ein erhöhter Alkoholkonsum kann ebenfalls zu einem Mangel führen.
  • Im Falle von Fieber, starke Verletzungen, Verbrennungen, chronischen Krankheiten oder Krebs benötigt der Körper mehr Vitamin B2.

Vitamin B2 als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-B2-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines nachgewiesenen Vitamin-B2-Mangels aufweisen oder allgemein ihre Immunabwehr verbessern möchten. Insbesondere Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende sowie Personen mit erhöhtem Alkoholkonsum können von einer erhöhten Vitamin-B2-Zufuhr profitieren.

Patienten, die die oben beschriebenen Medikamente einnehmen, sollten bei Verdacht auf einen Vitamin-B2-Mangel mit ihrem Arzt sprechen und von einer eigenständigen Anwendung von Nahrungsergänzungsmittel absehen. Wer bei einer Einnahme mehrerer Medikamente Zweifel hegt, ob sich die Medikamente und das Vitamin gegenseitig in ihrer Wirkung blockieren, lässt sich vorsichtshalber von seinem Arzt oder Apotheker beraten. Diese informieren auch über Dosierung und Dauer der Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels.

Überversorgung mit Vitamin B2

Gesundheitsschädigende Wirkungen einer erhöhten Zufuhr von Vitamin B2 sind bisher nicht bekannt.

Quellen:

Lothar Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart 2010, S. 95–97.

Paul Mohr: Gesund durch Nahrungsmittel. So wirkt orthomolekulare Medizin. 3. Aufl. Zürich: Oesch Verlag, S. 191-193.


Autor: Julia Schmidt
Vitamin B3

Synonym: Niacin

Das wasserlösliche Vitamin B3, auch Niacin genannt, kommt in Lebensmitteln in Form von Nikotinsäure und Niacinamid – einer Aminosäure – vor. Beide werden vom Körper in die biologisch aktive Form Vitamin B3 umgewandelt. Auch die über die Ernährung aufgenommene Aminosäure Tryptophan dient als wichtige Quelle für Vitamin B3, da die Leber diese zu Niacin umformen kann. Der Bedarf an Vitamin B3 aus der Nahrung wird deshalb mit der Niacin-Äquivalenten (NE) beschrieben: 1 mg Niacin = 60 mg Tryptophan = 1 NE. Vitamin B3 ist beteiligt an der Produktion des Glukosetoleranz-Faktors (GTF), der gemeinsam mit Insulin den Blutzuckerspiegel reguliert. Als Nikotinsäure senkt Vitamin B3 den Blutspiegel von verschieden Fetten, beispielsweise von LDL-Cholesterin. Zusätzlich erhöht es das gesunde HDL-Cholesterin im Blut. Das Vitamin wirkt darüber hinaus mit an der Reparatur der Gene, im antioxidativem System sowie bei der Energieproduktion. In seiner aktiven Form gewährleistet es die Funktion von über 200 Enzymen und trägt bei zum Erhalt der Gesundheit von Haut und Muskelgewebe sowie des Nerven- und Verdauungssystems.

Vorkommen von Vitamin B3 in der Nahrung

In der Natur ist Vitamin B3 überwiegend als Nikotinamid zu finden. Reich an Vitamin B3 sind vor allem Fisch (Sardellen, Thunfisch, Lachs, Markrele) und Fleisch (mageres Rind-, Kalb- und Schweinefleisch) sowie Innereien. In pflanzlichen Nahrungsmitteln ist Vitamin B3 vor allem in Mungobohnen, Erdnüssen und Pilzen enthalten. Folgende Lebensmittel sind besonders reich an Vitamin B3:

  • Kalbsleber: 16,5 Milligramm/100 Gramm
  • Erdnüsse: 15,3 Milligramm/100 Gramm
  • Hühnerleber: 11,6 Milligramm/100 Gramm
  • Sardine: 9,7 Milligramm/100 Gramm
  • Makrele: 7,7 Milligramm/100 Gramm
  • Weizenkorn: 5,1 Milligramm/100 Gramm
  • Aprikosen, getrocknet: 3,3 Milligramm/100 Gramm
  • Erbsen, grüne, gekocht: 2,3 Milligramm/100 Gramm

Die sich beim Kochen durch das Wasser lösende Menge an Vitamin B3 kann durch die Verwertung des Kochwassers vom Körper genutzt werden. Eier und Milch weisen zwar nur geringe Konzentrationen an Vitamin B3 auf, dafür einen hohen Gehalt an Tryptophan. In Getreide wie Mais oder auch in Kartoffeln existiert das Vitamin hauptsächlich in gebundener Form als Niacytin-Komplex. Da der Magen-Darm-Trakt gebundenes Vitamin B3 nur teilweise aufschließen kann, müssen die Lebensmittel vorbehandelt werden. Werden beispielsweise Maiskörner in Kalkwasser gelegt, setzt das darin enthaltene Kalziumhydroxid Vitamin B3 frei.

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Nicht Jedermanns Sache, aber reich an Vitamin B3: Leber. Da Leber ein Entgiftungsorgan ist, kann sie jedoch mit Schadstoffen belastet sein. Darüber hinaus enthält sie auch größere Mengen Cholesterin und extrem viel Vitamin A. Cholsterinempfindliche Menschen und Schwangere verzichten deshalb besser auf Leberverzehr.

Bedarf an Vitamin B3

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Alter und Geschlecht folgende Richtwerte für die tägliche Vitamin-B3-Zufuhr:

  • Säuglinge (0–12 Monate): 2–5 mg-Äquivalente/Tag
  • Kinder und Jugendliche (1–19 Jahre): 8–17 mg-Äquivalente/Tag
  • Erwachsene ab 19 Jahren: 11–16 mg-Äquivalente/Tag
  • Schwangere: 14–16 mg-Äquivalente/Tag
  • Stillende: 16 mg-Äquivalente/Tag

Anzeichen von Vitamin-B3-Mangel

Ein chronischer Mangel an Vitamin B3 führt zur typischen Niacinmangelkrankheit Pellagra: Zunächst macht sie sich durch unspezifische Symptome wie körperliche Schwäche und Appetitverlust bemerkbar. Später treten Hautveränderungen an sonnenexponierten Stellen hinzu wie am Knie, Ellenbogen oder Nacken. Auf einen Vitamin-B3-Mangel weisen auch zahlreiche Beschwerden des Nervensystems, etwa Depression, Schlaflosigkeit oder Angstzustände. Schleimhautveränderungen im Verdauungstrakt sind ebenso charakteristisch. Unbehandelt kann Pellagra zum Multiorganversagen und somit zum Tod führen.

Ursachen von Vitamin-B3-Mangel:

In industrialisierten Ländern tritt nur selten ein Mangel an Vitamin B3 auf. Anzeichen treten erst infolge von Krankheiten zutage, die die Aufnahme beziehungsweise Verstoffwechslung des Vitamins oder von Tryptophan beeinträchtigen:

  • Erhöhter Alkoholkonsum.
  • Ein Mangel an Vitamin B2 oder B6 stört den Niacin-Trophan-Stoffwechsel und kann zu einem Mangel von Vitamin B3 beitragen.
  • Der Proteinabbau während Krankheit, Fieber, Krebs sowie starken Verbrennungen und Verletzungen kann den Bedarf an Vitamin B3 erhöhen.
  • Eine unzureichende Aufnahme von Tryptophan-haltigen Proteinen über die Nahrung kann zu einem Tryptophan-Defizit führen und somit zu einem Vitamin-B3-Mangel beitragen.
  • Hartnup-Syndrom – eine Stoffwechselkrankheit, bei der der Transport der Aminosäuren durch die Zellmembran gestört ist – und somit auch der Transport von Tryptophan. Diese gehen dem Körper verloren und stehen beispielsweise nicht mehr für die Produktion von Vitamin B3 zur Verfügung.

Vitamin B3 als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-B3-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines nachgewiesenen Vitamin-B3-Mangels aufweisen oder allgemein ihre Immunabwehr verbessern möchten. Insbesondere betagte Menschen, Schwangere und Stillende sowie Personen mit erhöhtem Alkoholkonsum, bei ausgeprägter sportlicher Aktivität und schwerer körperlicher Arbeit können von einer erhöhten Vitamin-B3-Zufuhr profitieren. Aufgrund seiner Funktionen wird das Vitamin vielseitig eingesetzt, etwa zur Verbesserung der Blutfettwerte, bei einem zu hohen Blutzuckerspiegel im Rahmen von Diabetes oder zur Unterstützung der Therapie von Osteoarthritis. Darüber hinaus soll das Vitamin die Therapie von Menschen mit Schizophrenie unterstützen. Auch bei Kopfschmerzen kann der Arzt Vitamin B3 verschreiben – insbesondere, wenn sie in Verbindung mit dem prämenstruellen Syndrom oder Migräne stehen. Vitamin B3 schützt überdies vor oxidativem Stress durch Umweltgifte wie Pestizide, Chemikalien, Medikamente und Alkohol.

Überversorgung mit Vitamin B3

Durch die in der Nahrung üblicherweise aufgenommenen Mengen ist eine Überdosierung an Vitamin B3 kaum möglich. Nur eine Anwendung von Nährstoffpräparaten, angereicherten Lebensmitteln oder Medikamenten können zu einer Überdosierung führen. Zu hohe Mengen an Nikotinsäure – nicht an Niacinamid – verursachen beispielsweise Gefäßerweiterungen gefolgt von Flushing-Symptomen (wie lokale Hautrötungen), Steigerung des Harnsäure-Gehalts und des Blutzuckerspiegels oder Funktionsstörungen der Leber.

Quellen:

Lothar Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart 2010, S. 98-101.

Paul Mohr: Gesund durch Nahrungsmittel. So wirkt orthomolekulare Medizin. 3. Aufl. Zürich: Oesch Verlag, S. 200-204.


Autor: Julia Schmidt
Vitamin B5

Synonym: Pantothensäure

Vitamin B5 kommt nahezu in allen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. Diese Tatsache gab dem Vitamin seinem Namen – Pantothensäure von griechisch „pantos = überall“. Über die Nahrung aufgenommen, verwendet der Körper Vitamin B5 zur Herstellung der biologisch aktiven Form, des Coenzyms A. Dieses ist an mehr als 100 Reaktionen des Energiestoffwechsels von Kohlenhydraten und Fetten in der Zelle beteiligt und trägt somit zur Energieproduktion bei. Das Salz Pantothenat ist beteiligt an der Synthese von mehreren Aminosäuren, Fettsäuren und Proteinen – beispielsweise an Hämoglobin, das den Sauerstoff im Blut transportiert. Eine wichtige Rolle spielt es außerdem beim Aufbau des Neurotransmitters Acetylcholin sowie von Cholesterin, Steroidhormonen, Geschlechtshormonen und Vitamin D.

Vorkommen von Vitamin B5

Einen besonders hohen Gehalt an Vitamin B5 weisen Leber, Nieren, Eigelb, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte auf. Folgende Lebensmittel enthalten Vitamin B5 in nachstehender Menge:

  • Kalbsleber: 7,5 Milligramm/100 Gramm
  • Erdnüsse: 2,6 Milligramm/100 Gramm 
  • Gelbe Erbsen: 2,1 Milligramm/100 Gramm
  • Naturreis: 1,7 Milligramm/100 Gramm
  • Hummer: 1,7 Milligramm/100 Gramm
  • Brokkoli: 1,3 Milligramm/100 Gramm
  • Ein mittelgroßes Ei: 0,9 Milligramm

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Erdnüsse versorgen uns mit viel Vitamin B5. Neben Vitamin B5 enthalten sie viel Eiweiß, Fett, Ballaststoffe und Magnesium. Botanisch betrachtet zählen Erdnüsse zu den Hülsenfrüchten. Im Gegensatz zu Hülsenfrüchten können Erdüsse jedoch auch roh verzehrt werden.

Bedarf an Vitamin B5

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Alter und Geschlecht folgende Richtwerte für die tägliche Vitamin-B5-Zufuhr (Angabe mit Tocopherol-Äquivalent):

  • Säuglinge (0–12 Monate): 2–3 Milligramm/Tag
  • Kinder (1–15 Jahre): 4–6 Milligramm/Tag
  • Jugendliche und Erwachsene (ab 15 Jahren): 6 Milligramm/Tag
  • Schwangere und Stillende: 6 Milligramm/Tag

Beim Zubereiten von Speisen sollte beachtet werden, dass das Vitamin wasserlöslich und hitzelabil ist. Beim Garen und Haltbarmachen kann bis zu 30 Prozent des Vitamins verloren gehen.

Beschwerden bei Mangel an Vitamin B5

Aufgrund seines hohen Vorkommens treten nur selten Mangelerscheinungen an Vitamin B5 auf. Oft gehen sie mit einem Defizit an weiteren Nährstoffen einher. Anzeichen sind Anämie (Blutarmut), Magenschmerzen und Erbrechen, Muskel- und Kopfschmerzen. Das sogenannte Burning-Feet-Syndrom, dass sich durch Taubheit und Brennen in den Unterschenkeln sowie Fußgelenksschmerzen bemerkbar macht, kann ebenfalls auf einen Vitamin-B5-Mangel deuten. Das zentrale Nervensystem reagiert auf ein Defizit mit Müdigkeit, Schlafstörungen und Depressionen. Bei Menschen mit zu wenig Vitamin B5 ist oftmals das Immunsystem geschwächt.

Ursachen von Vitamin-B5-Mangel:

  • Chronische Lebererkrankungen wie Leberentzündung oder Leberzirrhose.
  • Alkoholmissbrauch.
  • extreme Diäten.

Vitamin B5 als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-B5-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Vitamin-B5-Mangels aufweisen. In Nahrungsergänzungsmitteln wird Vitamin B5 als Kalziumpantothenat eingesetzt. Als dieses wird es beispielsweise zur Minderung von Gelenkschmerzen und -versteifungen bei Osteo- und Polyarthritis verschrieben. In Kombination mit anderen B-Vitaminen kann es die Behandlung von chronischen Entzündungen unterstützen. Gemeinsam mit anderen B-Vitaminen und Ascorbinsäure (Vitamin C) soll es Kindern mit Lern- und Verhaltensstörungen helfen. Auch bei Blutarmut finden Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B5 Anwendung.

Überversorgung mit Vitamin B5

Toxische Reaktionen aufgrund einer therapeutischen Anwendung von Vitamin B5 in hohen Dosen sind nicht bekannt.

Quellen:

Lothar Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart 2010, S. 113f.

Paul Mohr: Gesund durch Nahrungsmittel. So wirkt orthomolekulare Medizin. 3. Aufl. Zürich: Oesch Verlag, S. 198–200.


Autor: Julia Schmidt
Vitamin B6

Synonym: Pyridoxin

Das wasserlösliche Vitamin B6, auch Pyridoxin genannt, wird vom Körper aus der Nahrung aufgenommen und umgewandelt in seine biologisch aktive Form Pyridoxal-5-Phosphat (PLP). Für diesen Vorgang benötigt der Organismus genügend Zink und Vitamin B2 (Riboflavin). PLP wirkt als Coenzym bei über 100 Stoffwechselprozessen mit. Eine wichtige Rolle spielt es etwa beim Austausch von Aminosäuren und der Synthese von Proteinen. Auch ist es wichtig für den Aufbau von Hämoglobin, das Sauerstoff in den roten Blutkörperchen bindet. Die über die Nahrung aufgenommene Aminosäure Tryptophan kann die Leber nur mithilfe von Vitamin B6 in Vitamin B3 (Niacin) umwandeln. Darüber hinaus wirkt das Vitamin mit beim Aufbau von Neurotransmittern, etwa bei Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Der Körper ist bei der Verwandlung von Protein- und Kohlenhydratspeichern zu Glukose angewiesen auf Vitamin B6. Dies stellt sicher, dass der Blutzuckerspiegel stets auf ein normales Niveau eingestellt ist. Vitamin B6 ist ebenfalls von essentieller Bedeutung beim Aufbau von Fetten, die in der Markscheide das Nervenmark schützen.

Vorkommen von Vitamin B6 in der Nahrung

Vitamin B6 kommt in vielen pflanzlichen Lebensmitteln vor, etwa in Hefe, Weizenkeimen, Kleie oder Vollkornprodukten. Auch einige Gemüsesorten (etwa Kartoffeln und Spinat) sowie Hülsenfrüchte (Linsen oder Sojabohnen) sind reich an Vitamin B6. Weitere Quellen sind einige Fleisch- und Fischsorten (beispielsweise Sardine und Makrele). Nachstehende Lebensmittel enthalten folgende Mengen an Vitamin B6:

  • Kalbsleber: 0,9 Milligramm/100 Gramm
  • Kartoffeln: 0,7 Milligramm/100 Gramm
  • Linsen: 0,6 Milligramm/100 Gramm
  • Bierhefe: 0,44 Milligramm/100 Gramm
  • Forelle: 0,35 Milligramm/100 Gramm
  • Spinat: 0,20 Milligramm/100 Gramm

Vitamin B6 ist empfindlich gegenüber Licht, Wasser und Hitze. Die Lebensmittel sollten deshalb möglichst vor Lichteinstrahlung bewahrt werden, beispielsweise können Kartoffeln dunkel gelagert werden.

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Stecken voller Vitamin B6: Kartoffeln. Grüne Stellen und Keime an Kartoffeln sollten großzügig weggeschnitten werden, denn sie enthalten Gifte (Glycoalkaloide), die zu Übelkeit führen können.

Bedarf an Vitamin B6

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Alter und Geschlecht folgende Richtwerte für die tägliche Vitamin-B6-Zufuhr:

  • Säuglinge (0–12 Monate): 0,1–0,3 Milligramm/Tag
  • Kinder und Jugendliche (1–15 Jahre): 0,4–1,4 Milligramm/Tag
  • Jugendliche (15–19 Jahre) und Erwachsene: 1,2–1,6 Milligramm/Tag
  • Schwangere ab dem 4. Monat: 1,9 Milligramm/Tag
  • Stillende: 1,9 Milligramm/Tag

Darüber hinaus ist der tägliche Bedarf an Vitamin B6 von der Eiweißzufuhr durch die Nahrung abhängig, da Vitamin B6 für den Eiweißstoffwechsel benötigt wird.

Anzeichen von Vitamin-B6-Mangel

Mangelerscheinungen sind in der Regel selten. Oft treten sie gemeinsam mit Mängeln anderer Stoffe auf, beispielsweise Vitamin B3 (Niacin) und Vitamin B2 (Riboflavin). Ein Defizit an Vitamin B6 zeigt sich beispielsweise durch Blutarmut (Anämie). An den Mundwinkeln und den Lippen können schmerzhafte Risse und Spalten erscheinen. Ein Brennen und Kribbeln an Händen und Füßen oder Schwierigkeiten beim Gehen können ebenfalls auf einen Mangel an Vitamin B6 im peripheren Nervensystem hinweisen. Muskelzuckungen und Krämpfe, aber auch Verwirrung, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen sprechen für fehlendes Vitamin B6 im zentralen Nervensystem. Reizbarkeit, Angstzustände und Depressionen können ebenfalls durch einen Mangel bedingt sein.

Ursachen von Vitamin-B6-Mangel:

Folgendes kann einen Mangel an Vitamin B6 verursachen:

  • Eine erhöhte Aufnahme von Proteinen.
  • Einige chronische Erkrankungen bedingen einen Mangel an Vitamin B6: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, rheumatische Arthritis oder Asthma. Auch Nierenversagen oder Brust-, Blasen- und Lymphdrüsenkrebs können den Vitamin-Status beeinträchtigen.
  • Das eher eintretende Sättigungsgefühl sowie die verminderte Verdauungsleistung bei älteren Menschen begünstigen einen Mangel an Vitamin B6.
  • Durchfall, Leberschäden oder Darmreizungen beeinträchtigen die Aufnahme von Vitamin B6.
  • Rauchen sowie das Konsumieren von Alkohol und Kaffee wirken sich auf den Vitamin-B6-Status aus und können zu einem Mangel führen
  • Während der Wachstumsphase benötigt der Körper von Kindern, Jugendlichen oder Schwangeren besonders viel Vitamin B6.
  • Einige Medikamente wie orale Kontrazeptiva wirken sich negativ aus auf den Vitamin-B6-Status.

Vitamin B6 als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-B6-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die einen Vitamin-B6-Mangels aufweisen oder allgemein ihre Immunabwehr verbessern möchten. Das zusätzliche Einnehmen von Vitamin B6 kann bei Anämie helfen, unter Umständen gemeinsam mit Vitamin A und Eisen. Bei Entzündungen und Schwellungen in den Fingergelenken im Rahmen von einigen Arthritis-Formen kann eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin B6 Wirkung zeigen. Zur Behandlung von Asthma wird das Vitamin gerne eingesetzt – in diesen Fällen kann es die Intensivität und Häufigkeit der Anfälle reduzieren. Diabetiker mit nervösen Störungen können von einer zusätzlichen Vitamin-B6-Zufuhr profitieren. Darüber hinaus kann Patienten mit psychischen Störungen wie Schlaflosigkeit, Nervosität, Depressionen und Angstzuständen zugute kommen.

Überversorgung mit Vitamin B6

Durch die in der Nahrung üblicherweise aufgenommenen Mengen ist eine Überdosierung an Vitamin B6 kaum möglich. Nur eine Anwendung von Nährstoffpräparaten, angereicherten Lebensmitteln oder Medikamenten können zu einer Überdosierung führen. Eine Vitamin-B6-Zufuhr von über 500 mg täglich kann neurologische Störungen verursachen. Diese machen sich beispielsweise bemerkbar durch ein fehlendes Gefühl in Fingern und Zehen. Zur therapeutischen Behandlung wird oft die Gabe von PLP der von Vitamin-B6-Präparaten vorgezogen, da die ttoxische Wirkung von PLP geringer sein soll.

Quellen:

Lothar Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart 2010, S. 102-105.

Paul Mohr: Gesund durch Nahrungsmittel. So wirkt orthomolekulare Medizin. 3. Aufl. Zürich: Oesch Verlag, S. 194-196.


Autor: Julia Schmidt
Vitamin B9

Alternative Bezeichnungen: Folat, Folsäure

Folsäure ist eine Vitaminvorstufe, die der Körper in das wasserlösliche B-Vitamin Folat umwandelt. Folat übernimmt lebenswichtige Stoffwechselfunktionen, etwa bei der Blutbildung und der Zellteilung. Das Vitamin ist ein natürlicher Bestandteil vieler Lebensmittel. Folsäure dagegen kommt in d9er Natur nicht vor, sondern wird zur Anreicherung von Lebensmitteln und für Nahrungsergänzungsmittel hergestellt.

Vorkommen

Folat steckt in zahlreichen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln, besonders in Getreide, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse. Gute Folatquellen sind:  

  • Weizenkeime: 520 Mikrogramm/100 Gramm
  • Kichererbsen: 340 Mikrogramm/100 Gramm
  • Grünkohl: 187 Mikrogramm/100 Gramm
  • Feldsalat: 145 Mikrogramm/100 Gramm
  • Blattspinat: 145 Mikrogramm/100 Gramm
  • Brokkoli: 114 Mikrogramm/100 Gramm

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Kichererbsen enthalten neben Folat viel Beta-Carotin und Vitamin E, B und C. Dies geht aus der Nährwerttabelle der DGE hervor. Die auch als Venuskicher bekannte orientalische Erbse ist also sehr gesund - bringt aber nicht an sich zum Lachen. Laut dem "Digitalen Wörterbuch der Deutschen Sprache" verdankt sie Ihren Namen dem lateinischen Wort "cicer" für Erbse. Daraus hat sich im Althochdeutschen das Wort "kihhirra" entwickelt, das wiederum die Basis für die heutige Bezeichnung "Kichererbse" ist.

Bedarf

Die natürlichen Folate in Lebensmitteln werden vom Körper schlechter aufgenommen als die hergestellte Folsäure. Deshalb wird der Tagesbedarf in Folat-Äquivalent angegeben. Bei Zufuhr auf nüchternem Magen gilt: 1 Mikrogramm Folat-Äquivalent entspricht 1 Mikrogramm Folat aus der Nahrung oder 0,5 Mikrogramm Folsäure. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwert für die tägliche Zufuhr:

  • Jugendliche und Erwachsene: 300 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag
  • Schwangere: 550 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag
  • Stillende: 450 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag
  • Kinder (10-15 Jahre): 240-300 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag
  • Kinder (1-10 Jahre): 120-180 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag
  • Säuglinge: 60-85 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag

Mangelerscheinungen

Bei einem Folsäuremangel sind diverse Zellteilungsprozesse gestört. Die auffälligste Folge ist Blutarmut. Leiden Schwangere unter einer gestörten Zellteilung drohen dem Fötus angeborene Fehlbildungen (Neuralrohrdefekte), angeborene Herzfehler sowie Wachstumsstörungen.

Ursachen:

  • Folatunterversorgung, insbesondere während der Schwangerschaft.
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum, welcher die Aufnahme von Folat verringert.
  • Auch Arzneimittel gegen Epilepsie (Antikonvulsiva, Antiepileptika) oder gegen Krebs (Zytostatika) sowie die „Pille“ setzen die Aufnahme von Folsäure herab und erhöhen so das Risiko für einen Folatmangel.
  • Chronische Erkrankungen des Verdauungstrakts wie Morbus Crohn oder Zöliakie begünstigen ebenfalls einen Folatmangel, da sie die Aufnahme des Vitamins im Darm hemmen.

Folsäure als Nahrungsergänzungsmittel

Folsäurehaltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Folatmangels aufweisen. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker.
Darüber hinaus empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde allen Schwangeren sowie Frauen mit Kinderwunsch die tägliche Einnahme von 400 Mikrogramm Folsäure zusätzlich zur Nahrung. Dies dient der Prävention von Neuralrohrdefekten, angeborenen Herzfehlern und anderen Missbildungen beim Fötus.

Überversorgung

Eine Überversorgung mit Folat aus der Nahrung ist nicht bekannt. Dagegen führt eine chronische Überdosierung von Folsäure als Nahrungsergänzung zu Verdauungsstörungen und Nervenreizungen.


Autor: Sandra Göbel
Vitamin C

Synonym: Ascorbinsäure

Vitamin C erfüllt als wasserlösliches Vitamin zahlreiche Aufgaben im Stoffwechsel, unter anderem bei der Immunabwehr, der Blutgerinnung, für das Wachstum und die Wundheilung. Auch der Eisenhaushalt wird durch  Vitamin C reguliert. Darüber hinaus ist das Vitamin ein sehr effektives  Antioxidanz. Indem es in den Zellen freie Radikale abfängt, schützt es Körperzellen vor oxidativem Stress, vor vorzeitiger Alterung und eventuell sogar vor dem Entstehen von Tumoren.

Vorkommen

Da der Körper kein Vitamin C produziert, muss der Bedarf komplett über die Nahrung gedeckt werden. Glücklicherweise kommt das Vitamin in nahezu allen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. In Fleisch und Fisch stecken allerdings nur geringe Mengen. Besonders reichhaltige Quellen für Vitamin C sind Zitrusfrüchte, Obst und Gemüse. Einige Beispiele:

  • Sanddorn: 450 Milligramm/100 Gramm
  • Schwarze Johannisbeere: 175 Milligramm/100 Gramm
  • Rohe, rote Paprika: 140 Milligramm/100 Gramm
  • Rosenkohl: 110 Milligramm/100 Gramm
  • Brokkoli: 95 Milligramm/100 Gramm
  • Orangen: 50 Milligramm/100 Gramm
  • Spinat: 50 Milligramm/100 Gramm

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Eine wahre Vitamin-C-Bombe: Sanddorn. Vitamin C sollte den Körper am besten über den Tag verteilt zugeführt werden. Das verbessert die Aufnahme des Vitamins. Eine Speicherung von Vitamin C ist dem Körper nicht möglich.

Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwert für die tägliche Vitamin-C-Zufuhr:

  • Jugendliche und Erwachsene ab 13 Jahren: 100 Milligramm/Tag
  • Kinder (7-13 Jahre): 80-90 Milligramm/Tag
  • Kinder (1-7 Jahre): 60-70 Milligramm/Tag
  • Säuglinge (0-12 Monate): 50-55 Milligramm/Tag

Der Bedarf ist bei Stress, starker körperlicher Anstrengung, Infektionen, Dialyse und nach Operationen erhöht. Auch Stillende, Raucher sowie Menschen mit regelmäßigem Alkoholkonsum benötigen eine höhere Dosis von täglich mindestens 150 Milligramm.

Mangelerscheinungen

Ein chronischer Mangel an Vitamin C äußert sich durch Skorbut. Dabei sind die Infektabwehr und die Kollagensynthese gestört. Die Folgen sind Wundheilungsstörungen, Muskelschwund, Zahnfleischbluten und Zahnausfall. Auch Einblutungen unter der Haut und Hautveränderungen sind möglich. Ausgeprägte Leistungsschwäche und Infektanfälligkeit sind weitere Anzeichen eines Vitamin-C-Mangels. Bei Kindern stehen Störungen der Knochenbildung im Vordergrund.

Ursachen:

  • Bei Gesunden kommt ein chronischer Vitamin-C-Mangel allenfalls durch eine unausgewogene Ernährung vor. Einem erhöhten Risiko sind vor allem Raucher sowie sich einseitig ernährende ältere Menschen ausgesetzt.
  • Ein vorübergehender Vitamin-C-Mangel droht bei Infektionen, starkem Stress oder nach chirurgischen Eingriffen.
  • Weiter wurden unter Dialyse-Patienten Fälle von Vitamin-C-Mangel beobachtet.

Vitamin C als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-C-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Vitamin-C-Mangels aufweisen oder allgemein ihre Immunabwehr verbessern möchten. Darüber hinaus können Raucher, frisch Operierte, Senioren mit einseitiger Ernährung sowie Menschen mit chronischem Stress oder akuten Infektionen von einer höheren Vitamin-C-Zufuhr profitieren. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker.

Überversorgung

Eine Überdosierung ist nur durch Zufuhr von künstlichem Vitamin C möglich. In hoher Dosis führt Vitamin C häufig zu Durchfall. Da es stark sauer reagiert, begünstigt eine überhöhte Zufuhr von Vitamin C außerdem Zahnschäden und die Entstehung von Nierensteinen. Bei einer Harnwegsinfektion lässt sich der Ansäuerungseffekt auf den Urin auch gezielt ausnutzen – weil Harnwegs-Bakterien in einem sauren Milieu deutlich schlechter gedeihen, kann Vitamin C die Therapie eines Harnwegsinfekts wirksam unterstützen.


Autor: Sandra Göbel
Vitamin D

Synonyme: Calciferol, Kalciferol

Vitamin D bezeichnet eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, die zu 80-90 Prozent unter dem Einfluss von UV-Strahlen in der Haut gebildet werden. Die übrigen 10-20 Prozent bezieht der Köper aus der Nahrung. Leber und Niere wandeln Vitamin D in Calcitriol um. Dieses fördert den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel. Daneben beeinflusst Calcitriol das Immunsystem, den Zellzyklus sowie die Insulinfreisetzung der Bauchspeicheldrüse. Auch die Muskelkraft verbessert sich bei einer guten Vitamin-D-Versorgung. 

Vorkommen

Nur wenige Lebensmittel enthalten Vitamin D in nennenswerter Menge. Dazu zählen vor allem fettreiche Fische wie Lachs, Hering und Makrele. In Leber, Milchprodukten, Champignons und Ei befinden sich vergleichsweise geringe Mengen des Vitamins.

  • Hering: 7,80-25,00 Mikrogramm/100 Gramm
  • Lachs: 16,00 Mikrogramm/100 Gramm 
  • Makrele: 4,00 Mikrogramm/100 Gramm
  • Hühnerei: 2,90 Mikrogramm/100 Gramm
  • Champignons: 1,90 Mikrogramm/100 Gramm
  • Goudakäse: 1,30 Mikrogramm/100 Gramm

Zudem ist mit Vitamin D angereicherte Margarine im Handel erhältlich. 

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Lachs zählt zu den vitamin-D-reichen Lebensmitteln. Doch das meiste Vitamin D wird nicht mit der Nahrung aufgenommen, sondern im Körper gebildet. Der Körper bildet Vitamin D aus einer Vorstufe, dem sogenannten Provitamin: Dazu wird Cholesterin in der Leber in Vitaminvorstufen umgewandelt.

Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Richtwerte für die tägliche Vitamin-D-Zufuhr bei fehlender körpereigener Vitamin-D-Bildung:

  • Erwachsene, Jugendliche und Kinder: 20 Mikrogramm/Tag
  • Säuglinge (0-12 Monate): 10 Mikrogramm/Tag

Die Zufuhr über Lebensmittel allein reicht nicht aus, um den Vitamin-D-Bedarf zu decken. Erst eine regelmäßige Sonneneinwirkung stellt den Tagesbedarf sicher. Die DGE rät dazu, sich täglich zwischen 12 und 15 Uhr je nach Hauttyp und Jahreszeit im Mittel 5 bis 25 Minuten mit unbedecktem Gesicht, Händen und größeren Teilen von Armen und Beinen der Sonne auszusetzen. Am Vormittag von 10 bis 12 Uhr und am Nachmittag von 15 bis 18 Uhr kann die Dauer der Sonnenlichtbestrahlung verdoppelt werden. Die gute Nachricht: Das muss nicht jeden Tag geschehen, denn der Körper kann im Sommer gebildetes Vitamin D für die Wintermonate speichern.

Mangelerscheinungen

Vitamin-D-Mangel stört die Knochenmineralisierung, das heißt den Einbau von Kalzium und Phosphat in das Knochensystem. Dadurch droht eine Knochenerweichung, die bei Kindern als Rachitis bezeichnet wird, bei Erwachsenen als Osteomalazie. Auch Osteoporose (übermäßiger Knochenabbau) und Karies zählen zu den möglichen Folgen einer Vitamin-D-Unterversorgung.

Ursachen:

  • Zur Risikogruppe für eine chronische Unterversorgung zählen vor allem Senioren, da ihre körpereigene Vitamin-D-Produktion mit dem Alter genauso abnimmt wie die Lust am regelmäßigen Sonnenbad.
  • Eine Unterversorgung entwickelt sich zudem häufig bei chronischen Stubenhockern – also Menschen, die sich kaum im Freien aufhalten.
  • Mukoviszidose und chronische Erkrankungen des Verdauungstrakts wie Morbus Crohn oder Zöliakie begünstigen einen Vitamin-D-Mangel, da sie die Aufnahme des Vitamins im Darm hemmen.
  • Auch chronische Leber- und Nierenerkrankungen fördern eine Unterversorgung.

Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-D-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Vitamin-D-Mangels aufweisen. Über Dosierung und Dauer der Anwendung berät der Arzt oder Apotheker.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt zudem, Säuglingen ab der 1. Lebenswoche bis zum Ende des 1. Lebensjahres täglich eine Vitamin-D-Tablette zu geben, um einer Rachitis vorzubeugen. Die Tablettengabe sollte im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten fortgesetzt werden.

Überversorgung

Bei einer Überversorgung mit Vitamin D drohen Nierensteine, Übelkeit, Erbrechen, Depressionen oder Kopfschmerzen.
Eine Überversorgung mit Vitamin D tritt nur bei einer dauerhaften, hochdosierten Aufnahme von Vitamin-D-Präparaten auf.


Autor: Sandra Göbel; Bildrecht: MaraZe/Shutterstock
Vitamin E

Synonyme: Tocopherol

Vitamin E bezeichnet eine Gruppe fettlöslicher Vitamine mit unterschiedlicher Vitamin-E-Aktivität. Die aktivste und am häufigsten vorkommende Verbindung ist Alpha-Tocopherol, zusätzlich kommen in der Natur auch Beta-, Gamma- und Delta-Tocopherol vor. Entscheidend für die Wirkung der Vitamine ist nicht die aufgenommene Menge, sondern die Art der Verbindung. Natürliches Vitamin E wird mit RRR-Alpha-Tocopherol angegeben. Zur Vergleichbarkeit der Verbindungen wurde die Tocopherol-Äquivalente eingeführt: 1mg RRR-Alpha-Tocopherol-Äquivalent = 1 mg RRR-α-Tocopherol = 1,49 Internationale Einheiten (IE). Aufgrund seiner antioxidativen Wirkung schützt Vitamin E oxidationsempfindliche Strukturen und Stoffe im Körper vor der Schädigung durch freie Radikale. Gemäß mehrerer Untersuchungen soll Vitamin E einer Entstehung von Tumorzellen entgegenwirken. Darüber hinaus ist es für den Schutz von roten Blutkörperchen sowie von Zellen des Nervensystems und der Skelettmuskulatur von großer Bedeutung. Als natürlicher Blutverdünner senkt es das Thrombose-Risiko.

Vorkommen von Vitamin E

Vitamin E kommt in tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Synthetisieren können es jedoch nur Pflanzen. Vor allem Keime und Samen höherer Pflanzen enthalten das Vitamin, weshalb Samen- und Keimöle besonders reich an Vitamin E sind. Erdnüsse, Mandeln sowie einige Gemüse- und Getreidearten zählen zu den wichtigen Lieferanten. Nachstehende Lebensmittel enthalten folgende Mengen an Vitamin E:

  • Sonnenblumensamen: 21 Milligramm/100 Gramm
  • Weizenkeime: 12 Milligramm/100 Gramm 
  • Süße Kartoffeln: 7 Milligramm/100 Gramm
  • Distelöl: 3,5 Milligramm/100 Gramm
  • Garnele: 3,5 Milligramm/100 Gramm
  • Hühnerei: 0,4 Milligramm/100 Gramm

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Das fettlösliche Vitamin E kommt in größeren Mengen in Pflanzenölen vor. Kaltgepresste Öle sollten kühl, lichtgeschützt und trocken in einer fest verschlossenen Flasche gelagert werden. So sind sie einige Wochen bis Monate haltbar.

Bedarf an Vitamin E

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Alter und Geschlecht folgende Richtwerte für die tägliche Vitamin-E-Zufuhr (Angabe mit Tocopherol-Äquivalent):

  • Säuglinge (0–12 Monate): 3–4
  • Kinder (1–15 Jahre): 5–12
  • Jugendliche und Erwachsene (ab 15 Jahren): 11–15
  • Schwangere: 13
  • Stillende: 17

Damit das fettlösliche Vitamin vom Körper aufgenommen werden kann, sollten über die Nahrung gleichzeitig Fette zugeführt werden. Langkettige, ungesättigte Fettsäuren beeinträchtigen die Vitamin-E-Aufnahme, Nahrungscholesterin begünstigt diese.

Anzeichen von Vitamin-E-Mangel

Ein dauerhafter Mangel an Vitamin E kann zum Zerfall der Herzmuskelzellen führen. Auch die Muskeln verlieren an Kraft und Größe. Die Neuronen in den Nervensträngen und im Rückenmark können entarten. Darüber hinaus wird die Zellwandstärke der roten Blutkörperchen geschwächt, sodass die Zellen zerstört werden. Dies bedingt schließlich eine Anämie.

Ursachen von Vitamin-E-Mangel:

  • Bei der modernen Herstellung vieler Lebensmittel wird Vitamin E zerstört. Bei der Gewinnung von Weizenmehl aus Vollkornmehl beispielsweise geht beinahe das gesamte Vitamin E verloren. Zusätzlich steigt der Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der modernen Kost. Dies führt dazu, dass viele Menschen ihren täglichen Bedarf an Vitamin E nicht über die Nahrung decken. Vielmehr nimmt er bei vielen Menschen zu, da sich mit steigender Menge an ungesättigten Fettsäuren auch der Bedarf an Vitamin E erhöht. Grund hierfür ist die natürliche Aufgabe von Vitamin E, ungesättigte Fettsäuren vor freien Radikalen zu schützen.
  • Aufgrund von Umweltentwicklungen steigt der Oxidationsstress auf den menschlichen Körper. Dies bewirken beispielsweise die zunehmende Luft- und Wasserverschmutzung sowie Pestizide und chemische Zusatzstoffe in unseren Nahrungsmitteln.
  • Vitamin C und Selen können oxidiertes Vitamin E wiederherstellen, sodass es den Zellen erneut zur Verfügung steht. Ein Mangel an Vitamin C beziehungsweise Selen erhöht daher deutlich den Vitamin-E-Bedarf und trägt zu einem Mangel bei.
  • Menschen mit einer gestörten Fettaufnahme können Vitamin E nur schlecht aufnehmen.
  • Neugeborene können Fett nur schlecht aufnehmen und verfügen bei der Geburt nur über niedrige Mengen an Vitamin E.
  • Bei Rauchern, Menschen mit erhöhtem Alkoholkonsum sowie Leistungssportlern besteht ein erhöhter oxidativer Stress.

Vitamin E als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-E-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Vitamin-E-Mangels aufweisen. Die Einsatzgebiete zur therapeutischen Anwendung von Vitamin E sind vielfältig. Diabetes-Patienten können von einer präventiven Einnahme profitieren, um das Risiko für Folgeerkrankungen an Augen, Gefäßen oder Nerven zu mindern. Die zusätzliche Versorgung von Vitamin E über Nahrungsergänzungsmittel sollten sie jedoch zuvor mit ihrem Arzt besprechen, da das Vitamin den Insulinbedarf reduzieren und somit zu Unterzuckerungen führen kann. Darüber hinaus wird Vitamin E ergänzend zur Behandlung von Anämie (Blutarmut) sowie von Verbrennungen und Verletzungen oder zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Vitamin-E-Nahrungsergänzungsmittel können in vielen Bereichen präventiv eingesetzt werden, wo oxidativer Stress den Körper schädigt – etwa bei den Folgeerkrankungen von Diabetes, neurologischen Störungen (Parkinson) oder bei Hauterkrankungen und -pflege. Über Dosierung und Dauer der Anwendung berät der Arzt oder Apotheker.

Überversorgung mit Vitamin E

Eine Überversorgung mit Vitamin E tritt nur selten bei einer dauerhaften, hochdosierten Aufnahme von Vitamin-E-Präparaten auf. Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten Vitamin E nicht ohne Absprache mit ihrem Arzt einnehmen, da eine tägliche Gabe über 800 mg die Blutungszeit verlängern kann.

Quellen:

Lothar Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart 2010, S. 83–85.

Paul Mohr: Gesund durch Nahrungsmittel. So wirkt orthomolekulare Medizin. 3. Aufl. Zürich: Oesch Verlag, S. 175-179.


Autor: Julia Schmidt
Vitamin F

Synonyme: Omega-3-Fettsäuren, alpha-Linolensäure, Eicosapentaensäure, Docosahexaensäure

Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte, essentielle Fettsäuren mit drei Doppelbindungen an C-Atomen, deren erste Doppelbilding sich am dritten C-Atom befindet. Zur Gruppe der Omega-3-Fettsäuren zählen auch die beiden langkettigen Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure, die vom Körper aus alpha-Linolensäure gebildet werden. Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteile der Zellmembranen und Ausgangssubstanz für die Bildung von Gewebshormonen. Dadurch wirken sie auf den Blutdruck, den Fett- und Eiweißstoffwechsel, die Blutgerinnung, Entzündungen und die Immunabwehr.

Vorkommen von Vitamin F

Die wichtigste Quelle für alpha-Linolensäure sind Pflanzenöle. Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure befinden sich vor allem in Algen und Fisch, beispielsweise Lachs, Sardellen, Thunfisch, Makrele oder Hering:

  • Leinöl: 56-71 Prozent
  • Wallnussöl: ca. 13 Prozent
  • Rapsöl: ca. 9 Prozent
  • Atlantischer Lachs: ca. 1,8 Prozent
  • Atlantischer Hering: ca. 1,2 Prozent

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Leinsamen ist eine reichhaltige Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Diskutiert wird derzeit das optimale Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betrachtet ein Verhältnis von 5 : 1 als wünschenswert. Leinöl enthält ein Verhältnis der Omega-6- zu Omega-3-Säuren von etwa 1:3. Dies ist der höchste relative Anteil an Omega-3-Fettsäuren aller Öle.

Bedarf an Vitamin F

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 0,5 Prozent der täglichen Energiezufuhr in Form von alpha-Linolensäure aufzunehmen. Bei Erwachsenen entspricht dies etwa 1,25 Gramm Omega-3-Fettsäure pro Tag. Diese Menge lässt sich durch eine abwechslungsreiche Ernährung sicherstellen, bei der zweimal wöchentlich Seefisch wie Hering und Lachs auf dem Speiseplan steht.

Um einen gesundheitsfördernden Effekt zu erzielen, ist auf ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren zu achten, das im Idealfall 5:1 beträgt.

Anzeichen eines Vitamin-F-Mangels

Ein chronischer Mangel an Omega-3-Fettsäuren fördert Entzündungen.
In Deutschland nehmen viele Menschen über die Nahrung zu viele Omega-6-Fettsäuren auf, sodass das Verhältnis der beiden Fettsäuren zueinander unausgewogen ist. Überwiegen die Omega-6-Fettsäuren deutlich, bildet der Körper verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe. Um dem vorzubeugen, ist eine ausgewogenes Zufuhr von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren (etwa 5:1) anzustreben.

Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren werden vor allem in Form von Algenpräparaten oder Fischölkapseln angeboten. Sie eignen sich für alle Menschen, die chronische Entzündungen oder Anzeichen eines unausgewogenen Fettsäurenverhältnisses aufweisen oder allgemein ihre Immunabwehr stärken möchten. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker.

Überversorgung mit Vitamin F

Folgen einer hohen Omega-3-Zufuhr sind nicht bekannt.


Autor: Sandra Göbel
Vitamin H

Synonyme: Biotin, Vitamin B7

Biotin erfüllt als wasserlösliches Vitamin aus dem Komplex der lebenswichtigen B-Vitamine zahlreiche Aufgaben im Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Darüber hinaus ist es an der Regulation des Blutzuckerspiegels beteiligt und fördert das Wachstum sowie den Erhalt von Blutzellen, Talgdrüsen, Nervengewebe, Haut und Haaren.

Vorkommen

Biotin wird hauptsächlich über die Nahrung zugeführt und nur zu einem geringen Teil von Bakterien im Darm gebildet. Viele Lebensmittel enthalten Biotin, allerdings in geringer Menge. Haferflocken, Walnüsse und Champignons sind besonders gute Biotinquellen:

  • Haferflocken: 20 Mikrogramm/100 Gramm
  • Walnüsse: 19 Mikrogramm/100 Gramm
  • Champignons: 12 Mikrogramm/100 Gramm
  • Spinat: 6 Mikrogramm/100 Gramm
  • Rindfleisch: 5 Mikrogramm/100 Gramm
  • Kuhmilch: 3 Mikrogramm/100 Gramm

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Walnüsse enthalten etwa 19 Mikrogramm Biotin. Darüber hinaus besitzen sie viele ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E, B-Vitamine und zahlreiche Mineralstoffe. Doch auch an Kalorien mangelt es den Nüssen nicht. Ihr Genuss sollte deshalb moderat bleiben: maximal 30 g pro Tag.

Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwert für die tägliche Biotinzufuhr:

  • Jugendliche und Erwachsene: 30-60 Mikrogramm/Tag
  • Jugendliche: 20¬-30 Mikrogramm/Tag
  • Kinder (7-10 Jahre): 15-20 Mikrogramm/Tag
  • Kinder (1-7 Jahre): 10-15 Mikrogramm/Tag
  • Säuglinge: 5-10 Mikrogramm/Tag

Die durchschnittliche Biotinversorgung in Deutschland ist gut. Der Bedarf wird problemlos über die Ernährung sichergestellt.

Mangelerscheinungen

Ein Biotinmangel äußert sich durch Hautentzündungen, chronische Erschöpfung, Abwehrschwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder depressive Verstimmungen. Auch Haarausfall und brüchige Nägel können Anzeichen eines Biotinmangels sein.

Ursachen:

  • Bei Gesunden kommt ein Biotinmangel allenfalls in der Schwangerschaft vor – bei jeder dritten Schwangeren ist ein leichter Biotinmangel im Urin nachweisbar. Dieser verursacht in der Regel jedoch keine Beschwerden und ist nicht behandlungsbedürftig. Als Ursache vermuten Experten einen schwangerschaftsbedingten schnelleren Abbau des verzehrten Biotins.
  • Ein echter Biotinmangel droht dagegen beim regelmäßigen Verzehr großer Mengen roher Eier (mehr als 10 Eier täglich), da Rohei die Aufnahme des Biotins im Darm hemmt.
  • Auch Arzneimittel gegen Epilepsie (Antikonvulsiva) erhöhen bei dauerhafter Einnahme das Risiko für einen Biotinmangel.
  • Desweiteren wurden bei Dialyse-Patienten Fälle von Biotinmangel beobachtet.
  • Ganz selten ist ein genetisch bedingter Biotinidaseeffekt die Ursache für einen Biotinmangel. Bei dieser Stoffwechselstörung ist die Verwertung von Biotin stark herabgesetzt. Es kommt zu einem lebensbedrohlichen Biotinmangel mit starken Gedeihstörungen. In diesem Fall ist eine lebenslange, tägliche Einnahme von Biotin in Tablettenform nötig.

Biotin als Nahrungsergänzungsmittel

Biotinhaltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Biotinmangels aufweisen oder allgemein die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln verbessern möchten. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker. Die Wirkung biotinhaltiger Produkte zeigt sich erst nach mehreren Wochen bis Monaten, wenn z.B. Haare und Nägel gesünder nachwachsen.

Überversorgung

Folgen einer Überversorgung sind nicht bekannt. Biotin verursacht als wasserlösliches Vitamin auch in hoher Dosierung keine Beschwerden.


Autor: Sandra Göbel
Vitamin K

Synonyme: Phyllochinon (K1), Menachinon (K2)

Vitamin K bezeichnet eine Gruppe von bis zu 100 fettlöslichen Verbindungen, wobei ernährungsphysiologisch nur einige relevant sind. Bakterien des Darms sind imstande, eine kleine Menge von Vitamin K zu produzieren. Allerdings geht aus Untersuchungen hervor, dass aufgrund von Fettmangel in diesem Teil des Darmabschnitts nur wenige fettlösliche Vitamine aufgenommen werden können. Vitamin K muss deshalb zu einem überwiegenden Teil über die Nahrung aufgenommen werden. Vitamin K spielt bei der Synthese von bestimmten Gerinnungsfaktoren eine wesentliche Rolle und ist somit bei der Blutgerinnung von Bedeutung. Darüber hinaus benötigt der Körper Vitamin K für die Wirksamkeit des Proteins Osteocalcin, das für die Kontrolle des Knochenauf- und abbaus zuständig ist.

Vorkommen von Vitamin K in der Nahrung

Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor, während Vitamin K2 (Menachinon) aus tierischen und bakteriellen Quellen stammt. Außer der nachfolgenden Nahrungsmittel sind Grünkohl, Mangold und Brokkoli reich an Vitamin K. Auch aus Rindsleber, Weizenkleie und Butter bezieht der Körper das fettlösliche Vitamin. Gute Vitamin-K-Quellen sind:

  • Sauerkraut: 1540 Mikrogramm/100 Gramm
  • Sonnenblumenöl: 500 Mikrogramm/100 Gramm
  • Blumenkohl: 300 Mikrogramm/100 Gramm
  • Spinat: 415 Mikrogramm/ 100 Gramm
  • Hühnerfleisch: 300 Mikrogramm/ 100 Gramm
  • Grüner Tee: 71 Mikrogramm/100 Gramm
  • 1 mittelgroßes Hühnerei: 11 Mikrogramm/100 Gramm

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Liefert reichlich Vitamin K: Spinat. Da Vitamin K neben den Vitaminen A, D, und E zu den fettlöslichen Vitaminen zählt, benötigt es Fett als Trägersubstanz. So kann der Körper etwa Vitamin K aus Blattspinat besser verwerten, wenn ihm ein kleiner Schuss Pflanzenöl zugegeben wird.

Bedarf an Vitamin K

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Alter und Geschlecht folgende Mengen an Vitamin K täglich:

  • Säuglinge (0–12 Monate): 4–10 Mikrogramm/ Tag
  • Kinder (1–15 Jahre): 15–50 Mikrogramm/ Tag
  • Erwachsene und Jugendliche (ab 15 Jahren): 60–80 Mikrogramm/ Tag
  • Schwangere und Stillende: 60 Mikrogramm/ Tag

Anzeichen von Vitamin-K-Mangel

Herrscht ein Mangel an Vitamin K, besteht die Gefahr, dass die Gerinnung längere Zeit benötigt und dies abnormale Blutungen verursacht. Kleine Blutmengen im Stuhl, eine Neigung zu Blutungen bei Hautschürfungen oder Verletzungen sind Beispiele solcher Gerinnungsstörungen. Darüber hinaus ist es möglich, dass ein Defizit des Vitamins den Knochenaufbau behindert.

Ursachen eines Vitamin-K-Mangels:

  • Der Körper speichert Vitamin K nur in geringen Mengen von etwa 100 mg. Die Leber verwendet das gebrauchte Vitamin K jedoch ein zweites Mal. Leiden Patienten an Leberschäden, ist die Wiederverwendung des Vitamins beeinträchtigt und kann Mangelerscheinungen verursachen.
  • Ein übermäßiger Alkoholkonsum hindert die Leber daran, Gerinnungsfaktoren zu produzieren und wirkt sich negativ auf das Recycling des Vitamins aus.
  • Breitspektrum-Antibiotika zerstören den Bereich der Darmflora, in dem Bakterien Vitamin K aufbauen. Darüber hinaus gibt es viele Medikamente, die die Aufnahme von Vitamin K oder dessen Wirkung behindern. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Apotheker, ob Ihre Medikamente eine solche Wirkung auslösen.
  • Funktionsstörungen der Leber, Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse wirken sich möglicherweise ungünstig auf die Aufnahme von Vitamin K ausChronische Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts – beispielsweise Durchfall oder Störungen der Fettverdauung (Steatorrhö) – können ebenfalls zu Mangelerscheinungen führen. Besonders bei Kindern ist dann die Blutgerinnung gestört.

Vitamin K als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-K-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Vitamin-K-Mangels aufweisen. Über Dosierung und Dauer der Anwendung berät der Arzt oder Apotheker.

Es gibt auch einige Medikamente, bei denen ein Vitamin-K-Mangel gewollt ist. Zu diesen zählen beispielsweise Blutgerinnungshemmer (Antikoagulantien), wie Marcumar®: Diese werden beispielsweise prophylaktisch bei Erkrankungen oder in klinischen Situationen verabreicht, bei denen ein erhöhtes Risiko auf Thrombosen besteht. Dazu gehören Vorhofflimmern, Herzklappenprothesen oder nach Operationen bei erforderlicher längerer Bettlägerigkeit. Die in den Mitteln enthaltenden Cumarinderivate hemmen die Produktion der Gerinnungsfaktoren in der Leber und bewirken so eine Verdünnung des Bluts. Da Vitamin K eine gegenteilige Wirkung erzielt, kann es sein, dass Patienten auf ihre Ernährung besonders achten und gegebenenfalls ihre medikamentöse Therapie entsprechend angleichen müssen. Betroffene sollten dies jedoch mit ihrem Arzt oder Apotheker besprechen.

Säuglinge sind anfällig für abnormale Blutungen. Einerseits ist die Leber noch nicht voll funktionsfähig. Andererseits ist der Darm in den ersten Lebenstagen noch steril und weist keine Bakterien auf. Überdies versorgt die Muttermilch das Neugeborene nur mit wenig Vitamin K. Vielen Babys wird deshalb nach der Geburt und bei den ersten Vorsorgeuntersuchungen Vitamin K in die Muskeln verabreicht.

Überversorgung mit Vitamin K

Eine Überversorgung mit Vitamin K tritt normalerweise nicht auf. Eine zu hohe Menge an Vitamin K kann jedoch Erbrechen, eine Hämolyse oder eine Thrombose hervorrufen. Früher wurde Menadion, eine Vorstufe des Vitamin Ks, in der Pädiatrie als Zusatzstoff verwendet. Er ist bereits in geringen Dosen toxisch und führt im schlimmsten Fall zu Anämie und Gelbsucht. Deshalb sollte er nicht mehr als Ersatzstoff zu Vitamin K verwendet werden.

Quellen:

Dr. Lothar Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart: Haug Verlag 2010, S. 89f.


Autor: Julia Schmidt; Bildrecht: bitt24/Shutterstock

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