Heilpflanzen von A-Z: Alles mit D


Dill
Dill
MedPharm

Wissenschaftlicher Name: Anethum graveolens

Allgemein

Der Dill, im Volksmund auch Dille genannt, ist eine uralte Gewürz- und Arzneipflanze. Sie wurde bereits im alten Ägypten kultiviert und findet sich in einem Papyrus als Mittel gegen Kopfschmerzen und zur Erweichung der Blutgefäße. Im Matthäusevangelium wird Dill mit seinem griechischen Namen anethon erwähnt, was auf darauf schließen lässt, dass die Pflanze auch im alten Israel angebaut wurde. Der kilikische Arzt Dioskurides, der unter den römischen Kaisern Claudius und Nero als Militärarzt diente, empfiehlt Dill bei Leibschmerzen, Erbrechen, Blähungen und als harntreibendes Mittel. 

 Mit den Römern und/oder Wandermönchen kam die Pflanze nach Mittel- und Nordeuropa. In der Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii von Karl dem Großen taucht Dill als anetum in der Liste der Pflanzen auf, die auf allen kaiserlichen Gütern anzubauen waren. Im Mittelalter wiesen die Schreiber der Kräuterbücher dem Dill die gleichen Wirkungen zu wie die antiken Schriftsteller. 

 Auch in jüngerer Vergangenheit wurden die Dillfrüchte und das aus ihnen gewonnene ätherische Öl gegen Erbrechen und krampfhafte Unterleibsbeschwerden eingesetzt, zusätzlich gegen Schluckauf. In Indien kaut man außerdem die Dillsamen, um Mundgeruch loszuwerden.
Dem Volksglauben nach konnte Dill Dämonen vertreiben. Außerdem sollte er einer Braut die Herrschaft in ihrer künftigen Ehe verschaffen können.

Charakteristik

Die einjährige Pflanze gehört zur Familie der Doldenblütler und wird 30–70 cm – selten auch 120 cm – hoch. Ihre Farbe reicht von hellgrün bis türkisgrün. Die unteren Laubblätter sind mehrfach gefiedert. Charakteristisch für Dill ist sein feiner, stark aromatischer Duft.
Die kleinen gelben Blüten stehen in großen vielstrahligen doldigen Blütenständen. Die spitz-ovalen Dillsamen sind abgeflacht. Die Dillfrüchte reifen zwischen Juli und September und werden vom Wind verbreitet. In dieser Zeit kann man die Dillfrüchte ernten, sobald die Dolden vertrocknet sind. 

 Vom Dill gibt es drei Varietäten: den Gartendill, den Ackerdill und den indischen Dill. Besonders das ätherische Öl des Gartendills ist reich an Carvonöl. 

Dill ist heutzutage als Kulturpflanze nahezu auf dem ganzen europäischen und amerikanischen Kontinent verbreitet. Als ursprüngliche Herkunftsgebiete gelten Vorderasien, die Mittelmeerregion und Südrußland. 

Von der Heilpflanze werden in getrockneter Form weniger das Kraut, sondern vor allem die Samen, die sogenannten Dillfrüchte (Anethi fructus), medizinisch verwendet. Sowohl mit den ganzen als auch den gequetschten Früchten lassen sich Aufgüsse herstellen wie auch andere galenische Zubereitungen, die oral eingenommen werden.

Anwendungsbereiche

Volksmedizin und Naturheilkunde: bei Magenschmerzen, Blähungen und Verdauungsstörungen. Unterstützend bei Husten- und Erkältungskrankheiten sowie Grippe. Einsatz auch als harntreibendes Mittel.
Indische Medizin: gegen Mundgeruch, bei Wurmerkrankungen, Atemwegsbeschwerden und Syphilis.

Dosierung

Soweit nicht anders verordnet, liegt die mittlere Tagesdosis bei 3 g (1 TL) der Droge.
Beim ätherischen Öl liegt die Tagesdosis bei 0,1–0,3 g.
Tee: 2,5 g Kraut auf 1 Tasse, mit kochendem Wasser aufgießen und 15 min ziehen lassen. Täglich 2 Tassen nach den Mahlzeiten trinken.
Sitzbad: 30 g getrocknete Dillfrüchte in 1 l siedendes Wasser geben, kurz aufkochen und 15 min ziehen lassen.

Wirkung und Nebenwirkungen

Hauptbestandteil des ätherischen Öls im Dill ist das Carvonöl (bis zu 60 %). Die Heilpflanze wirkt krampflösend, magenwirksam und windtreibend im Bereich des Magen-Darm-Trakts. Zudem wirken Dillfrüchte entzündungshemmend, da sie die Vermehrung von Bakterien eindämmen.
Bei bestimmungsgemäßer Einnahme in therapeutischer Dosis sind für Dill keine Anwendungsrisiken und Nebenwirkungen bekannt. Gegenanzeigen liegen ebenfalls nicht vor. 

Allerdings wirkt der Saft von frischen Dillpflanzen phototoxisch, d.h. kommt der Saft bei gleichzeitiger Sonneneinstrahlung mit der Haut in Kontakt, kann es an den betroffenen Stellen zu entzündlichen Hautreaktionen kommen.

Anwendung in Lebensmitteln

Dill ist eine vielseitig einsetzbare Gewürzpflanze. Mit den gefiederten Blättern lassen sich Salate, Soßen, Suppen und eingelegtes Gemüse würzen. Besonders gut passt Dill zu Fischgerichten und Fischsoßen sowie Gewürzgurken. Von letzterer Verwendung rührt die umgangssprachliche Bezeichnung als Gurkenkraut her. In Frankreich gibt man Dill auch oft Kuchen und Teigen als Gewürz bei.

Autor: Th. Brendler, J. Gruenwald, Ch. Jaenicke, Ch. Stockert
Duerrkraut
Duerrkraut
MedPharm

Wissenschaftlicher Name: Herniaria glabra L.

Allgemein

Erst seit dem Mittelalter lässt sich die Verwendung der Pflanze in der Heilkunde belegen. Das Kraut wurde vor allem gegen Bruchleiden benutzt, galt außerdem als harntreibendes Mittel und Hilfe gegen Nierensteine. Dann wurde es lange still um das Kraut, das erst in diesem Jahrhundert wieder mehr Aufmerksamkeit fand.

Charakteristik

Dürrkraut kommt im gemäßigten und südlichen Teil von Europa und im asiatischen Teil Rußlands vor. Blüte und Erntezeit ist Juni bis September. Medizinisch verwendet wird die frische, blühende Pflanze.

Anwendungsbereiche

Bei Beschwerden im Bereich der Nieren und der ableitenden Harnwege, bei Erkrankungen der Atemwege, bei Nervenentzündungen und Nervenkatarrh, bei Gicht und Rheumatismus sowie zur Blutreinigung.

Dosierung

Tee: 1,5 g fein geschnittene Droge werden mit kaltem Wasser versetzt und kurz aufgekocht, nach 5 Minuten durch ein Teesieb geben. Als Diuretikum 2-3-mal täglich eine Tasse trinken.

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Wirksamkeit der Droge ist nach Kriterien der klinischen Prüfungen von Arzneimitteln nicht belegt. Geringe entkrampfende und harntreibende Wirkungen wurden dennoch beobachtet. Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Duftveilchen
Duftveilchen
rustamank/Shutterstock.com

Wissenschaftlicher Name: Viola odorata L.

Allgemein

Die Ärzte der Antike kannten die Heilkräfte des Veilchens, aber sie schätzten es auch wegen seiner Wirkung gegen Alkohol. Im Mittelalter kam es gegen hitzige Krankheiten, Epilepsie der Kinder, Seitenstechen und äußerlich angewandt gegen Kopfschmerzen und Leberentzündung zum Einsatz. Es gilt als beruhigend und schlaffördernd. Über lange Zeit geriet die Heilpflanze in Vergessenheit, bis Kneipp sie im 19. Jahrhundert wiederentdeckte und für Kopfwaschungen und Tees gegen Kopfschmerzen empfahl.

Charakteristik

Die Pflanze ist in Europa, im Nahen Osten bis Mittelasien heimisch oder eingebürgert und kommt auch in Nordamerika vor. Veilchen blühen im März und April, Erntezeit ist April bis Mai. Medizinisch verwendet werden das ätherische Öl der frischen Blüten, die getrockneten Bluten, die zur Blüte gesammelten und an der Luft getrockneten Blätter, das blühende Kraut, der getrocknete Wurzelstock, die frischen oberirdischen Teile der Pflanze.

Anwendungsbereiche

Äußere Anwendung: Hautwaschungen bei verschiedenen Hautkrankheiten
Volksmedizin: innerlich bei Husten, Heiserkeit, chronischer Bronchitis, Lungenentzündung, Asthma, Migräne, und als schweißtreibendes Mittel; bei Halsentzündungen und Bronchitis mit festsitzendem Schleim, nervöser Überreizung und Schlafstörungen
Homöopathie: bei Entzündungen der Atemwege und Rheuma der Handgelenke

Dosierung

Aufguss, Abkochung, Tee: 1 gehäufter Teelöffel auf 1 Tasse Wasser. Zweimal täglich 1 Tasse oder 1-2-mal stündlich schluckweise trinken
Sirup: 1-2 Esslöffel alle zwei Stunden
Homöopathie: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30-60 Minuten (akut) oder 1-3-mal täglich (chronisch)

Wirkung und Nebenwirkungen

Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Die tatsächliche Wirksamkeit der Droge ist nicht belegt, deshalb wird sie vor allem volksmedizinisch verwendet.

Anwendung in Lebensmitteln

Veilchen werden kommerziell als natürlicher Aromastoff verwendet und sind aufgrund der Sekret lösenden und Bakterien abwehrenden Wirkung hilfreich bei Erkrankungen der Atemwege.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke

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