HNO, Atemwege und Lunge


Erkrankungen von Nase und Nasennebenhöhlen

Allergischer Schnupfen

Allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis, Rhinitis allergica): Allergische Entzündung der Nasenschleimhaut. Allergischer Schnupfen ist eine Reaktion auf in der Atemluft enthaltene Allergene (Inhalationsallergene) wie Blütenpollen (Heuschnupfen), Tierhaare oder Hausstaub (Hausstaubmilbenallergie) sowie Sporen von Schimmelpilzen.

Leitbeschwerden

  • Wässriges Nasensekret („Fließschnupfen“)
  • Behinderte Nasenatmung
  • Ausgeprägtes Jucken und Kribbeln in der Nase, Niesattacken
  • Meistens gleichzeitig allergische Bindehautentzündung mit Rötung, Tränenfluss und Juckreiz in den Augen
  • Beeinträchtigtes Allgemeinbefinden
  • Häufig gleichzeitig weitere Beschwerden und Erkrankungen aus dem allergischen Bereich wie Asthma-Anfälle oder Neurodermitis

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn die Beschwerden erstmals auftreten

Sofort, wenn ein Asthma-Anfall auftritt.

Die Erkrankung

Der allergische Schnupfen ist eine allergische Reaktion vom Sofort-Typ: Heuschnupfen ist die häufigste Allergie überhaupt. Er wird nicht durch Heu hervorgerufen, sondern durch in der Luft schwebende Blütenpollen. Wegen der Abhängigkeit des Pollenflugs von der Jahreszeit wird der Heuschnupfen auch als saisonale allergische Rhinitis oder Pollinosis bezeichnet.

Für Heuschnupfenpatienten sind Pflanzen von Bedeutung, deren Pollen über weite Strecken durch den Wind verbreitet werden (z. B. Haselnuss oder Birke, Unkräuter, Getreide und Gräser). Diese Windbestäuber produzieren unzählige Mengen an winzigen flugfähigen Pollen, die beim Einatmen in die menschlichen Atemwege gelangen und bei einem Pollenallergiker Beschwerden auslösen. Eine allergische Reaktion ist zwar auch bei Pollen von Pflanzen möglich, die durch Insekten bestäubt werden (z. B. Rosen, Sonnenblumen oder Astern), ihr Pollen ist jedoch schwer und klebrig und nur in unmittelbarer Umgebung der Pflanze in der Atemluft zu finden.

Ein allergischer Schnupfen ist außerdem das Leitsymptom von Allergien gegenüber Hausstaubmilben, Haustieren und Sporen von Schimmelpilzen. Die Hausstaubmilbenallergie, genau gesagt eine Allergie gegenüber dem Kot der Tiere, ist die zweithäufigste Allergieform nach dem Heuschnupfen. Hausstaubmilben sind mikroskopisch kleine Spinnentiere, die von Hautschuppen und dem Abrieb von Bettfedern existieren. Daher leben sie natürlicherweise (nicht wegen mangelnder Hygiene) zu Millionen in Bettzeug, Matratzen und anderen Stoffgegenständen (z. B. Vorhänge, Plüschtiere, Teppiche). Allergien gegenüber Haustieren (allen voran Katzen, aber auch Meerschweinchen und Hunde) sind eigentlich Allergien auf Urin-, Speichel- oder Kotreste der Tiere, die an deren Haaren oder Federn kleben.

Viele Patienten mit Heuschnupfen zeigen gleichzeitig Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Nahrungsmittel wie Nüsse, Äpfel oder Erdbeeren. Dieses Phänomen wird als Kreuzreaktion (Kreuzallergie) bezeichnet – so haben 20 % der Baumpollenallergiker gleichzeitig eine Lebensmittelallergie gegen Obst- und Gemüsesorten (assoziierte Lebensmittelallergie).

Auch berufsbedingte Allergien (z. B. im Bäcker- und Friseurhandwerk) kommen vor. Ein typischer Hinweis dafür ist Beschwerdefreiheit am Wochenende und im Urlaub.

Aus einem allergischem Schnupfen kann sich ein allergisches Asthma mit Hustenanfällen, Atemnot und Angstzuständen entwickeln. Dieses Geschehen wird Etagenwechsel genannt, weil die allergischen Beschwerden von den oberen auf die unteren Atemwege übergehen. Betroffen sind vor allem Kinder: Mehr als 30 % der Kinder, die an allergischem Schnupfen leiden, entwickeln binnen 5–15 Jahren allergisches Asthma.

Das macht der Arzt

Nach der Befragung des Patienten macht der Arzt eine Nasenendoskopie, wobei er insbesondere auf Farbänderungen und Schwellungen achtet. Erhärtet sich der Verdacht auf einen allergischen Schnupfen, wird ein Allergietest auf der Haut durchgeführt (Pricktest) und Blut abgenommen, um die Menge allergietypischer Antikörper im Blut festzustellen (RAST).

Je nach Untersuchungsergebnis und Beschwerdesymptomatik stehen nur wenige Behandlungen zur Verfügung. Die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) ist der einzige Ansatz, der die Ursache angeht. Sie sollte unbedingt versucht werden, wenn der Patient sich durch die Allergie deutlich eingeschränkt fühlt. Auch bei Kindern ist diese Behandlung zur Vermeidung des Etagenwechsels anzuraten.

Kommt eine Hyposensibilisierung nicht infrage, kann der Arzt nur Medikamente gegen die Symptome verschreiben. Je nachdem welche Beschwerden im Vordergrund stehen, verordnet er entweder Antihistaminika oder Glukokortikoide, gegebenenfalls auch eine Kombination der beiden Substanzgruppen. Antihistaminika helfen vor allem, wenn Naselaufen und Nies- bzw. Juckreiz im Vordergrund stehen, bei verstopfter Nase und Atemwegsbeschwerden sind topische Steroide (als Nasen- bzw. Asthmaspray anwendbar, z. B. Budesonid) angezeigt. Liegen alle genannten Symptome vor, sollten die Präparate kombiniert angewendet werden. Nur wenn Antihistaminika und topische Steroide allein nicht ausreichen, verschreibt er Kortison in Tablettenform.

Darüber hinaus gibt es noch drei weitere relevante Wirkstoffgruppen. Je nach Schwere und Dauer der Allergie empfiehlt die World Allergy Organization folgenden Medikamenten-Algorithmus:

  • Antihistaminika
  • Nasale und orale Glukokortikosteroide
  • Mastzellstabilisatoren
  • Leukotrienantagonisten
  • α1-Sympathikomimetika

Bei schwerem Asthma können Ärzte auch den IgE-Antikörper Omalizumab (Xolair®) einsetzen. Dieser Wirkstoff ist allerdings sehr teuer und man bekommt ihn unter die Haut gespritzt – zwei Gründe, warum Experten nur im Einzelfall zu einer Therapie mit Omalizumab raten.

Selbsthilfe

Sie können die Beschwerden durch antiallergisch wirksame Medikamente lindern oder unterdrücken, sie sind in aller Regel gut verträglich. Bei leichten und im Tagesverlauf kurzzeitig auftretenden Beschwerden helfen Nasensprays mit H1-Antihistaminika (z. B. Azelastin in Allergodil® akut oder Levocabastin in Livocab®), die Sie zweimal täglich direkt in die Nase sprühen. Sie verringern die Beschwerden, indem sie den Rezeptor des Botenstoffs Histamin blockieren. Binnen 20–30 Minuten klingt der Schnupfen ab.

Des Weiteren gibt es für leichtere Beschwerden Nasensprays mit Mastzellstabilisatoren (z. B. Cromoglicinsäure in Vividrin®), die die Freisetzung von Histamin einschränken. Mastzellstabilisatoren haben jedoch den Nachteil, dass sie erst nach mehrtägiger Anwendung wirken. Daher können Sie diese nicht bei akutem Bedarf, sondern nur vorbeugend bei zeitlich vorhersehbaren Beschwerden (z. B. kurz vor Beginn der Pollensaison) oder bei länger anhaltenden Beschwerden anwenden. Sie sind allerdings unverhältnismäßig teuer.

H1-Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren gibt es auch in Form von Augentropfen, die Sie bei einer begleitenden allergischen Bindehautentzündung mehrmals täglich direkt in die Augen tropfen. Viele Hersteller bieten Nasenspray und Augentropfen als Kombi-Packung an.

Bei starken oder anhaltenden allergischen Beschwerden sollten Sie auf H1-Antihistaminika zum Einnehmen zurückgreifen. Ihr Wirkungseintritt liegt bei 20–60 Minuten. Bevorzugen Sie dabei moderne Wirkstoffe wie Loratadin (z. B. in Lorano®) und Cetirizin (z. B. in Reactine® und Zyrtec®). Diese müssen Sie nur einmal täglich einnehmen und außerdem machen sie weniger müde (im Gegensatz zu H1-Antihistaminika der ersten Generation).

Schleimhautabschwellende Nasentropfen oder -sprays sollten nur in Ausnahmefällen und dann nur kurzfristig eingesetzt werden – bei Dauergebrauch droht Abhängigkeit.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Es liegen zahlreiche Erfahrungsberichte vor, wonach bei allergischem Schnupfen mit Homöopathie, genauer einer individuell abgestimmten Konstitutionstherapie, gute Behandlungserfolge erzielt werden können; ein wissenschaftlicher Beleg steht aber noch aus.

Praxisstudien mit indischem Lungenkraut (Adhatoda vasica, z.B. in Klosterfrau® Allergen) haben nach einer Woche eine deutliche Verminderung bis zum teilweisen Ausbleiben der typischen Symptome wie Juck- und Niesreiz, laufende Nase, rote juckende Augen oder Halskratzen gezeigt. Bei einer Studie mit Pollenallergikern hatte indisches Lungenkraut sogar eine höhere Wirksamkeit und Verträglichkeit als das synthetische Vergleichsantihistaminikum.

Akupunktur. Für die Akupunktur ist der allergische Schnupfen ebenfalls ein häufiges Einsatzgebiet, auch die WHO befürwortet den Einsatz dieses Verfahrens.

Therapieverfahren nach Kneipp. Kalte Gesichtsgüsse, aber auch feuchtkalte Brustwickel und andere Kneipp-Behandlungen sollen langfristig zu einer Verringerung der allergischen Reaktion beitragen. Da für diese Indikation ein Wirksamkeitsnachweis fehlt, sollten die Erwartungen allerdings nicht zu hoch gesteckt werden.

Methoden wie Eigenbluttherapie, Magnettherapie oder Neuraltherapie misst die Naturheilkunde zwar einen wichtigen therapeutischen Stellenwert bei, überzeugende Studienergebnisse, die die Wirksamkeit bei allergischem Schnupfen belegen, fehlen derzeit noch.

Vorsorge

www.salevent.de, Michael Amarotico, München
Pollenflugkalender mit den wichtigsten Allergieauslösern und ihren Flugzeiten

Die wirksamste Maßnahme ist die Allergenkarenz, d. h. das Vermeiden oder zumindest Reduzieren des Allergenkontakts. Diese ist in vielen Fällen jedoch nicht möglich.

Pollenflugkalender oder Pollenflugvoraussagen in Radio, Tageszeitung und Internet helfen Heuschnupfenpatienten herauszufinden, wann welche Pollen fliegen. An sonnigen und windigen Tagen, wenn die Pollenbelastung besonders stark ist, sollte der Aufenthalt auf Feldern und im Garten gemieden werden. Schließen Sie die Schlafzimmerfenster und lagern Sie die tagsüber getragene und damit pollenbehaftete Kleidung in einem anderen Raum. Empfehlenswert ist zudem tägliches Haarewaschen vor dem Schlafengehen. Nicht zuletzt lässt sich der heimische Pollenflug durch eine gezielte Urlaubsplanung umgehen – besonders pollenarm sind Hochgebirge und Küstenregionen.

Ist ein Haustier die Quelle allergischer Reaktionen, so muss dieses – auch wenn es schwerfällt – weggegeben werden.

Weiterführende Informationen

Nasenbeinbruch

Nasenbeinbruch (Nasenbeinfraktur): Bruchverletzung des Nasenbeins. Beim Sport, bei Unfällen sowie bei tätlichen Auseinandersetzungen wird die ungeschützt aus dem Gesicht hervorstehende Nase leicht getroffen, ein starker Schlag kann dabei zu einem Nasenbeinbruch führen.

Leitbeschwerden

  • Schiefstand des Nasenbeins, bei Schwellungen durch Blutergüsse nicht immer sichtbar
  • Häufig Nasenbluten
  • Behinderte Nasenatmung und eventuell Einschränkung des Riechvermögens.

Die Erkrankung

Der Nasenbeinbruch gehört zu den häufigsten Bruchverletzungen im Gesichtsbereich und ist eine typische Verletzung nach Schlägereien, Kampf- und Mannschaftssportarten wie Boxen oder Handball, Stürzen und Autounfällen.

Bei offenen Brüchen bestehen gleichzeitig Verletzungen nahe gelegener Hautbereiche, Weichteile und Blutgefäße, wodurch die gebrochenen Knochen- und Knorpelteile sichtbar offen liegen. Bei einem Nasenbeinbruch kommt es fast immer zu Nasenbluten. Zusätzlich kann die Nasenschleimhaut anschwellen und die Nasenatmung behindern sowie den Geruchssinn einschränken. Ein Nasenbeinbruch geht häufig mit einer Nasenscheidewandverbiegung einher, zum Nasenscheidewandbruch (Verbindungen der Nasenscheidewand zerreißen) kommt es allerdings nur selten.

Das macht der Arzt

Bei deutlichem Schiefstand der Nase oder eingedrücktem Nasenrücken stellt der Arzt die Diagnose schon mit dem Auge. Beim vorsichtigen Abtasten der Nase zeigt sich, dass das Nasengerüst überdurchschnittlich beweglich ist und/oder verschobene Knochenteile tastbar sind. Oft fordert der Arzt ein Röntgenbild oder CT von Nase und Schädel an, um weitere Brüche oder Begleitverletzungen im Schädelinneren auszuschließen. Eine Nasenspiegelung verrät ihm, ob gleichzeitig eine Nasenscheidewandverbiegung oder andere Verletzungen der Nasenhöhle vorliegen.

Bei einem Bluterguss an der Nasenscheidewand (Septumhämatom) können sich dort Bakterien ansiedeln und zu einem Septumabszess führen. Eine mögliche Folge eines Septumabszesses, aber auch von Operationen an der Nasenscheidewand, ist eine Septumperforation, d. h. ein Loch in der Nasenscheidewand, das linke und rechte Nasenhaupthöhle verbindet. Die Septumperforation äußert sich durch eine Austrocknung der Nasenschleimhaut mit verstärkter Borkenbildung und wiederholtem Nasenbluten, seltener auch durch Pfeifgeräusche bei der Atmung. Kleinere bis mittlere Löcher in der Nasenscheidewand können oft durch einen kleinen Eingriff verschlossen werden.

Bei verschobenen Knochenteilen oder einer Deformierung muss die Nase binnen einer Woche in ihre ursprüngliche Position gebracht werden. Je nach Schweregrad kann dieser Eingriff mit oder ohne Vollnarkose erfolgen. Eine anschließende Nasentamponade stillt mögliche Blutungen und stabilisiert die wiederhergestellte Nasenform. Zusätzlich wird auf der äußeren Nase für etwa eine Woche ein Nasengips angelegt. Bei einem Bruch ohne verschobene Bruchstücke und ohne Veränderung der Nasenform kann unter Umständen auf die genannten Maßnahmen völlig oder teilweise verzichtet werden. Eventuelle Haut, Schleimhaut- und Weichteilverletzungen werden gereinigt und – falls erforderlich – genäht. Des Weiteren erhält der Patient vorbeugend eine Tetanusschutzimpfung und ein Antibiotikum zum Schutz vor anderen bakteriellen Wundinfektionen.

Selbsthilfe

Im Zusammenhang mit dem Nasenbeinbruch auftretende Schmerzen können Sie mit schmerzstillenden und gleichzeitig anti-entzündlich wirksamen Medikamenten (z. B. Eudorlin® extra oder Dolormin® extra, beide mit dem Wirkstoff Ibuprofen) lindern. Mittel mit Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin®) eignen sich nicht, da sie die Blutungsgefahr steigern. Bei behinderter Nasenatmung helfen schleimhautabschwellende Nasentropfen oder -sprays.

Nasenbluten

Nasenbluten (Epistaxis): Plötzlich einsetzender Blutaustritt aus einem oder beiden Nasenlöchern, meistens hervorgerufen durch Verletzungen der gefäßreichen Nasenschleimhaut. Häufigste Ursachen sind Gewalteinwirkung oder starke Trockenheit der Nasenschleimhaut. Nasenbluten ist meist harmlos und führt nur in äußerst seltenen Fällen zum Verbluten – viel reeller ist die Gefahr, dass das Blut aus Versehen eingeatmet wird oder in den Magen gelangt und Übelkeit hervorruft.

Die Blutverluste aus der Nase werden in aller Regel überschätzt (schon 5 Milliliter können ein Taschentuch durchtränken). Daher sehen Blutungen aus der Nase fast immer dramatischer aus als sie sind.

Leitbeschwerden

Leichte bis starke Blutung aus der Nase

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn wiederholt Nasenbluten auftritt

Sofort, wenn Nasenbluten die Folge einer Gewalteinwirkung auf Kopf oder Nase ist oder wenn die Blutung nach 30 Minuten nicht zum Stillstand gekommen ist.

Die Erkrankung

Zu den Aufgaben der Nasenhöhle gehört das Anwärmen der Atemluft. Dazu ist die Nasenschleimhaut mit einem dichten Geflecht von Blutgefäßen durchzogen. Häufigste Quelle der Blutungen ist der Locus Kiesselbachii, eine besonders gefäßreiche Gegend im Bereich der Nasenscheidewand. Häufig tritt Nasenbluten im Zusammenhang mit Gewalteinwirkung auf, z. B. bei einem Nasenbeinbruch oder bei Kleinkindern durch „Nasebohren“ oder durch einen Fremdkörper in der Nase. Weitere häufige Ursachen sind ein Austrocknen der Nasenschleimhaut durch trockene Raumluft (überheizte Räume im Winter, Klimaanlagen im Sommer) oder durch virale oder allergische Entzündungen der Nasenschleimhaut. Oft heilen die betroffenen Stellen schlecht ab, sodass gebildeter Schorf immer wieder abreißt und es wiederholt zu Nasenbluten kommt. Weitere Ursachen für Nasenbluten sind eine Nasenscheidewandverbiegung, starker Bluthochdruck, fieberhafte Infektionen (z.B. Masern) oder Blutgerinnungsstörungen.

Das macht der Arzt

Der Arzt untersucht die Nase endoskopisch, um die Blutungsquelle zu identifizieren und falls nötig zu verschließen. Dabei achtet er besonders auf trockene und rissige Stellen der Nasenschleimhaut sowie andere krankhafte Veränderungen in der Nase. Gegebenenfalls kommen internistische Untersuchungen wie ein Blutbild oder eine Blutdruckmessung hinzu, um innere Erkrankungen als Ursache zu diagnostizieren oder auszuschließen. Lässt sich keine Blutungsquelle identifizieren, die gezielt verschlossen werden kann, muss die Nase tamponiert werden. Dazu führt der Arzt einen mit Salbe getränkten Gazestreifen (z. B. Tampograss®) oder einen speziellen Gel-Schaum in die Nase ein.

Selbsthilfe

Nasenbluten ist ein häufiges, meist harmloses Symptom, das Sie in der Regel ohne ärztliche Hilfe stoppen können. Als Erstmaßnahme sollten Sie sich aufrecht hinsetzen, um die Blutzufuhr zum Kopf zu mindern. Beugen Sie den Kopf leicht nach vorn, damit das Blut nicht den Rachen hinunterläuft und Sie es nicht verschlucken. Das Blut, das in den Mund gerät, spucken Sie am besten aus. Nun drücken Sie beide Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger über zehn Minuten hinweg fest gegen die Nasenscheidewand. Ein kalter Lappen oder ein Eisbeutel im Nacken helfen zusätzlich. Blutet die Nase nach diesen Maßnahmen noch immer, sollten Sie nochmals zehn Minuten lang die Nase zusammendrücken.

Vorsorge

Viele Menschen neigen lebenslang zum Nasenbluten. An der Nasenschleimhaut sind die Wände der Blutgefäße extrem dünn, und kleinste Irritationen reißen ein solches Gefäß auf. Kinder verletzen meist beim Nasebohren die Gefäße – aber bei Erwachsenen ist es Stress, eine Erkältung oder eine andere Erkrankung, die sich auf diese Weise ankündigt. Wer an allzu häufigem Nasenbluten leidet, sollte versuchen herauszufinden, welche Faktoren das Nasenbluten auslösen. Viele profitieren spürbar von allgemein kreislaufstärkenden Maßnahmen wie regelmäßigen Saunabesuchen oder Ausdauersport. Außerdem empfiehlt es sich, die Raumluft möglichst feucht zu halten. Vor allem im Winter haben zentralgeheizte oder klimatisierte Räume zu trockene Luft (relative Luftfeuchtigkeit < 50 %), Abhilfe schaffen Verdunstungsgefäße auf Heizkörpern oder auch große Topfpflanzen. Die Luftfeuchtigkeit steigt auch, wenn Sie die Räume nur moderat heizen – denn mit jedem Grad über 20 °C sinkt die relative Luftfeuchtigkeit um einige Prozent.

Empfindliche Nasenschleimhaut können Sie zudem vorbeugend mit Vaseline oder einer speziellen Nasensalbe (z. B. Bepanthen® Augen- und Nasensalbe mit Dexpanthenol oder GeloSitin®) eincremen.

Nasenfurunkel

Nasenfurunkel: Tief sitzende eitrige, bakterielle Entzündung im Bereich der Nasenspitze oder des Naseneingangs. Der Nasenfurunkel ist eine schmerzhafte, bis zu einigen Zentimetern große, harte und gerötete Schwellung mit zentralem Eiterpfropf. Die Umgebung, häufig auch die Oberlippe, ist geschwollen.

Leitbeschwerden

  • Gerötete, schmerzhafte und sehr druckempfindliche Schwellungen im Bereich der Nasenspitze und des Naseneingangs
  • Eventuell geschwollene Oberlippe
  • Eventuell Fieber.

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag bei Verdacht auf einen Nasenfurunkel

Sofort, wenn Druckschmerz im inneren Augenwinkel besteht (Verdacht auf Thrombose).

Die Erkrankung

Ein Nasenfurunkel entwickelt sich in aller Regel als Folge einer eitrigen Haarbalgentzündung, die zumeist durch Staphylokokken verursacht wird. Zunächst bilden sich um ein Haar herum oder in seiner unmittelbaren Nähe oberflächliche gerötete, schmerzhafte Knötchen mit einer gelblich-grünen Pustel. Ein Furunkel entsteht, wenn die eitrige Entzündung in die tiefe Umgebung des Haarfollikels wandert. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen mit allgemeiner Abwehrschwäche, z. B. bei Diabetes, HIV-Infektion, einer Behandlung mit Zytostatika oder Schäden der Haut. Ein Nasenfurunkel kann zu lebensgefährlichen Komplikationen führen, wenn über das abfließende venöse Blut Staphylokokken in die Blutbahn des Kopfs gelangen und dort zu einer Venenentzündung, einer Hirnsinusvenenthrombose oder Hirnhautentzündung führen.

Nie an einem Furunkel im Gesichtsbereich herumdrücken. Durch das Quetschen können die staphylokokkenhaltigen Eiteransammlungen in nahe gelegene Venen gelangen und im Gehirn zu lebensgefährlichen Komplikationen führen.

Das macht der Arzt

Furunkel haben ein charakteristisches Aussehen, sodass der Arzt sie mit bloßem Auge erkennt. Zur Bekämpfung der Staphylokokken sind hoch dosierte Antibiotikagaben unumgänglich, beispielsweise mit Flucloxacillin (z. B. in Staphylex®), das mehrmals täglich in eine Armvene gespritzt wird. Gleichzeitig werden mehrmals täglich antibiotikahaltige Salben mit dem Wirkstoff Chlortetracyclin auf den Furunkel und dessen Umgebung aufgetragen. Bei Verdacht auf eine Venenentzündung erfolgt eine operative Durchtrennung der betroffenen Vene, denn es gibt eine venöse Verbindung zwischen Gesicht und Gehirn. (Gelangen über diese venöse Verbindung Keime in das Gehirn, drohen Sinusvenenthrombosen oder Hirnabszesse.) Nicht zuletzt soll der Patient die Oberlippe so ruhig wie möglich halten, um die Verschleppung der Keime zu verhindern. Das bedeutet: flüssige oder breiige Nahrung und wenig sprechen.

Komplementärmedizin

Hydrotherapie. Fangopackungen, Quarkwickel oder Umschläge mit Kaliumpermanganat helfen bei beginnender Schwellung. Zur Reifung des Furunkels eignen sich heiße Kompressen und Kamillenbäder. Heilerde-Auflagen (Heilerde mit 1 l Wasser oder Essig anrühren, einen halben Zentimeter dick auf die betroffene Hautpartie aufbringen, nach etwa einer halben Stunde wieder entfernen) vermindern den Juckreiz und verkürzen den Heilungsprozess. Sofern Furunkel wiederholt auftreten, sind Kamille-Schwefel-Bäder mit Sole angezeigt.

Fototherapie. Eine 10- bis 15-minütige Bestrahlung mit Rotlicht oder mit keimtötendem UV-Licht wirkt sich mitunter positiv aus, ebenso wie Bestrahlungen zur allgemeinen Stärkung der Körperabwehr.

Pflanzenheilkunde. Für die äußerliche Anwendung empfehlenswert – auch über Nacht – sind Salbenauflagen mit Mercurialis perennis (Waldbingelkraut). Sie wirken als Zugsalbe und das Furunkel schwillt ab. Ätherische Öle und Harze aus Rosmarin und Myrrhe sind desinfizierend und können, in Form von Salben aufgetragen, das Abheilen von oberflächlichen Entzündungen begünstigen. Um die Reifung zu beschleunigen, bieten sich Auflagen von Leinsamensäckchen (150 g gemahlener Leinsamen wird mit einem halben Liter Wasser gekocht und anschließend ausgedrückt), Kamillenblütentee-Säckchen und heiße Heublumensäckchen (aus der Apotheke) an. Auch Arnikaumschläge, Kamillencreme (Kamillosan®) oder Echinacea-Salbe oder Tinktur beschleunigen den Heilungsprozess. Zur Stimulation der Immunabwehr eignen sich Präparate aus Sonnenhut (Echinacin® Madaus) oder Kombinationspräparate wie Esberitox®.

Homöopathie. Das „homöopathische Messer“ zur Entleerung von Furunkeln ist Myristica sebifera. Sofern das betroffene Hautareal heiß ist, wird Belladonna empfohlen, bei stechenden Schmerzen Hepar sulfuris und bei lange andauernder Erkrankung Silicea. Eine Alternative ist die Einnahme von Traumeel®S Tabletten, kombiniert mit Notakehl® D5-Tropfen.

Nasennebenhöhlenentzündung

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Akute oder chronische Entzündung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen. Während eine akute Nasennebenhöhlenentzündung meist als Folge eines Erkältungsschnupfens auftritt, entwickelt sich die chronische Form in aller Regel aus einer nicht ausgeheilten akuten Nasennebenhöhlenentzündung oder einem anhaltenden allergischen Schnupfen. Auch anatomische Veränderungen innerhalb der Nase begünstigen die chronische Form. 

Leitbeschwerden

  • Behinderte Nasenatmung 
  • Ständiger Sekretfluss im Rachen. 

Akute Form: 

  • Eitriges (gelblich-grünes) Nasensekret 
  • Beeinträchtigtes Allgemeinbefinden, eventuell auch Fieber 
  • Kopfschmerzen (Schmerzzunahme beim Bücken) im Bereich der betroffenen Nasennebenhöhle und ihrer Umgebung. 

Chronische Form: 

  • Dünnflüssiges Sekret 
  • Flukturierende Kopfschmerzen (mal mehr, mal weniger) 
  • Verlust an Leistungsfähigkeit 
  • Chronische Müdigkeit. 

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn oben genannte Leitbeschwerden auftreten.

Heute noch, wenn sich die Haut im Bereich von Nase, Augen oder Stirn rötet und anschwillt.

Sofort, wenn starke Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Druck auf dem Auge oder Beeinträchtigung des Sehvermögens, Reizbarkeit und/oder starke Müdigkeit auftreten.

Die Erkrankung

Die akute Nasennebenhöhlenentzündung tritt meist als Folge eines Erkältungsschnupfens auf, wenn die virale Entzündung der Nasenschleimhaut auf die Nasennebenhöhlen übergeht. Das Anschwellen der Schleimhaut führt zu einem Verschluss der engen Verbindungen (Ostien) zwischen Nasenhöhle und Nebenhöhlen, wodurch der Schleim aus den Nebenhöhlen nicht mehr abfließt. Es entsteht ein Sekretstau, in dem sich Bakterien leicht vermehren und eitrigen Nasenausfluss und andere Beschwerden auslösen. Auch ein allergischer Schnupfen, Nasenscheidewandverbiegungen, Rachenpolypen oder vergrößerte Nasenmuscheln können die Öffnungen der Nasennebenhöhlen verschließen und eine Nasennebenhöhlenentzündung hervorrufen. 

Seltenere Ursachen sind Zahnerkrankungen (dentogene Sinusitis, Verdacht insbesondere bei einseitigem Geschehen), Druckschwankungen beim Fliegen oder Tauchen (Barosinusitis) oder das Eindringen von Krankheitserregern beim Schwimmen (Badesinusitis).

Am häufigsten betroffen sind beim Erwachsenen in absteigender Reihenfolge Kieferhöhle, Siebbeinzellen, Stirnhöhle und Keilbeinhöhle. Es können sich eine, mehrere oder alle Nebenhöhlen entzünden. Bei Kindern bereiten in der Regel nur die Siebbeinzellen Beschwerden, weil sich das übrige Nasennebenhöhlensystem noch in der Entwicklung befindet. 

Besteht eine Nasennebenhöhlenentzündung länger als acht Wochen oder treten akute Beschwerden viermal jährlich oder noch häufiger auf, liegt eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung vor. Sie wird häufig lange Zeit nicht erkannt, weil die Beschwerden weniger stark ausgeprägt sind als bei der akuten Form. Am häufigsten sind die Kieferhöhlen und die Siebbeinzellen betroffen. 

In seltenen Fällen kommt es zu ernsten Komplikationen, z. B. wenn die Entzündung auf die Augenhöhle (Orbitalphlegmone), die Gehirnhaut (Meningitis) oder das Gehirn (Enzephalitis) übergeht. Warnsymptome für eine Mitbeteiligung von Hirnhaut oder Gehirn sind starke Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Reizbarkeit und starke Müdigkeit. 

Das macht der Arzt

Während eine akute Nasennebenhöhlenentzündung meist mit einer Erkältung einhergeht, werden bei Verdacht auf die chronische Form weitere Untersuchungen nötig. Falls nötig, betrachtet der Arzt das Naseninnere einschließlich der Eingänge zwischen Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen bei einer Nasenspiegelung oder -endoskopie. Eine Röntgenaufnahme und/oder ein CT der Nasennebenhöhlen sichern die Diagnose bzw. schließen andere Ursachen der Beschwerden (z. B. einen Tumor) aus. In einigen Fällen erfolgt zusätzlich ein Allergietest. 

Erstes Ziel der Behandlung ist, die Belüftung der Nasennebenhöhlen zu verbessern und den Schleim zum Abfließen zu bringen. Dies erfolgt mit abschwellenden Nasentropfen oder -sprays oder, wenn die Wirkung nicht ausreicht, durch eine so genannte hohe Einlage. Dabei wird mit abschwellenden Nasentropfen getränkte Watte für zehn Minuten hoch in den mittleren Nasengang geschoben. Solche Nasentropfen und -sprays sollte man nicht länger als zehn Tage anwenden. Häufig empfiehlt der Arzt zusätzlich schleimlösende Medikamente (z. B. Acetylcystein wie in ACC 600®) oder ein ätherisches Öl wie in Gelomyrtol®), die den Abfluss des Sekrets anregen. Allerdings konnten Studien keinen abschwellenden Effekt durch die Wirkstoffe Acetylcystein und Ambroxol (z. B. Mucosolvan®, AmbroHexal®) nachweisen. Myrtol hat sich mittlerweile in etlichen klinischen Studien als wirksam bei akuter Nasennebenhöhlenentzündung erwiesen. Auch die kombinierte Gabe von Eisenkraut-, Enzian-, Holunder-, Sauerampfer- und Schlüsselblumenextrakt lindern Symptome. Senfölglukoside – pflanzliche Wirkstoffe, die natürlicherweise in Kohl, Brokkoli oder Kapuzinerkresse vorkommen – helfen effektiv. Diese sollten aber nicht in hohen Dosen eingenommen werden, da sie einen Kropf verursachen können. Bei schweren Verlaufsformen mit bakterieller Infektion, Fieber und erheblicher Einschränkung des Allgemeinbefindens verordnet der Arzt ein Antibiotikum: Amoxicillin (Amoxypen®) ist hier Mittel der Wahl. Schmerzmittel wie ParacetamolIbuprofen oder Diclofenac sollten nur bei Gesichts- oder Kopfschmerzen eingenommen werden.

Da abschwellende Nasentropfen und -sprays nur kurzfristig eingenommen werden sollten, eignen sie sich nicht für den Einsatz bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung. Hier wird zunächst mit schleimlösenden Medikamenten und kortisonhaltigen Nasensprays (z. B. Nasonex® oder Pulmicort®) behandelt. Wenn diese Maßnahmen auch nach mehreren Wochen keine Heilung bringen, erweitert („fenstert“) der Arzt in einer endoskopischen Operation die Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen und verbessert so die Belüftung und den Abfluss. Die Alternative dazu ist eine Kombinationstherapie mit Antibiotika und Steroiden. Mittel der Wahl ist hier Aminopenicillin – alternativ auch Fluorchinolon – kombiniert mit einem Beta-Laktamasehemmer. Steht diese Behandlungsmöglichkeit nicht zur Verfügung oder schlägt die Behandlung nicht an, kann als Reservemittel ein Fluorchinolon verabreicht werden.

Falls eine Nasenscheidewandverbiegung vorliegt oder Polypen in den Nasennebenhöhlen den Sekretabfluss erschweren, sollten sie ebenfalls beseitigt werden.

Bei allergischer Nasennebenhöhlenentzündung kann die zusätzliche Einnahme von Antihistaminika vorteilhaft sein. 

Selbsthilfe

Ob die Nasennebenhöhlen bei einer Erkältung betroffen sind, können Sie mit einem einfachen Test herausfinden: Wenn Sie beim Vornüberbeugen des Kopfs ein Druck- bzw. Schmerzgefühl im vorderen Kopfbereich verspüren, liegt wahrscheinlich eine Nasennebenhöhlenentzündung vor. Bei einer Kieferhöhlenentzündung spüren Sie Schmerzen in der Stirn- und Oberkieferregion, bei einer Siebbeinzellenentzündung in der Stirn sowie um Auge und Nasenwurzel und bei einer Stirnhöhlenentzündung in der Stirn und möglicherweise um das Auge. Eine Keilbeinhöhlenentzündung äußert sich durch einen starken Schmerz im Zentrum des Kopfs. 

Neben schleimhautabschwellenden Nasentropfen und -sprays erleichtern schleimlösende Wirkstoffe wie Myrtol (z. B. Gelomyrtol®) oder pflanzliche Kombinationspräparate (z. B. EnzianwurzelSchlüsselblumenGartensauerampferkrautHolunderblüten und Eisenkraut in Sinupret®) den Heilungsprozess. Damit der Schleim besser abfließt, empfehlen manche Ärzte, zunächst die abschwellenden Nasentropfen und 10–20 Minuten später ein schleimlösendes Mittel einzunehmen. 

Unterstützend wirkt eine Wärmebehandlung, z. B. mit einer Rotlichtlampe. Trinken Sie reichlich, z. B. Kräutertees mit KamillePfefferminze oder Thymiankraut

Ein bewährtes Hausmittel sind Dampfinhalationen mit getrockneten Kamillenblüten bzw. mit Kamillenkonzentrat (z. B. Kamillosan®) oder mit Meersalz (1 EL Meersalz auf 1 l heißes Wasser). Auch Salben, die Eukalyptusöl enthalten (z. B. Pinimenthol Erkältungssalbe®) eignen sich zur Inhalation. 

Kalte Quarkauflagen, die auf Stirn und/oder Wangen gelegt werden, lindern in der akuten Phase die Druckbeschwerden; später sind warme Auflagen sinnvoller, z. B. ein in warmem Zitronenwasser (den Saft einer Zitrone auf 1/4 l heißes Wasser) getränkter Waschlappen. 

Komplementärmedizin

Enzymtherapie. Das Enzym Bromelain (z. B. Bromelain POS®), das aus dem Stamm der Ananaspflanze gewonnen wird, soll eine entzündungshemmende, abschwellende und schleimlösende Wirkung haben und wird inzwischen auch von einigen Schulmedizinern bei Nasennebenhöhlenentzündungen empfohlen, ein Wirknachweis steht bislang aber noch aus. 

Phytomedizin. Cineol (Soledum® Kapseln), ein Naturwirkstoff aus Limonen, hat ebenfalls eine schleimlösende und bakterienabtötende Wirkung. Bei In-vitro-Studien wurde auch eine virenhemmende Wirkung festgestellt.

Homöopathie. In der Homöopathie häufig verordnete Akutmittel sind – je nach Sekretmenge und -beschaffenheit bzw. lokaler Symptomatik – z. B. Cinnabaris® bei zähem Schleim und Druckschmerzen im Bereich der Nasenwurzel, Gelsemium oder Luffa® bei gelber Nasensekretion und trockener Nasenschleimhaut. Eine individuell abgestimmte homöopathische Konstitutionstherapie empfiehlt sich bei wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen bzw. bei chronischem Verlauf. 

Akupunktur. In der Akutphase kann Akupunktur helfen, die Druckbeschwerden zu mildern und die Nasenatmung zu erleichtern, ihre eigentliche Domäne ist jedoch die chronische Form. Steht eine endoskopische Operation im Raum, ist die Akupunktur in den meisten Fällen allerdings keine Alternative. 

Vorsorge

Stärken Sie die allgemeinen Abwehrkräfte, z. B. durch regelmäßige Saunabesuche, viel Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen und vitaminreiche Ernährung und halten Sie den Kopf im Winter warm. Wenn Sie Raucher sind, erwägen Sie aufzuhören, denn Rauchen trägt wesentlich zur Entstehung von bei Nebenhöhlenentzündungen. 

Bei Erkältungsschnupfen sollten Sie die Nase nur mit wenig Druck (am besten immer nur ein Nasenloch) schnäuzen, hoher Druck bringt bakterienhaltigen Schleim oft erst bis in die Nebenhöhlen. In Gesellschaft nicht höflich, aber durchaus empfehlenswert ist es, den Nasenschleim hochzuziehen anstatt ihn auszuschnäuzen. 

Weiterführende Informationen

  • W. Möhring: Natürliche Heilmittel für die Nebenhöhlen. Knaur, 2003. Gibt einen guten Überblick über die schul- und komplementärmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten, bei der Selbsthilfe fehlen jedoch oft detaillierte Anleitungen. 

Nasenscheidewandverbiegung

Nasenscheidewandverbiegung (Septumdeviation): Angeborene oder (z. B. durch einen Unfall) erworbene Verbiegung der Nasenscheidewand. Viele Menschen haben eine mehr oder weniger starke angeborene Verbiegung der Nasenscheidewand. Behandlungsbedarf besteht jedoch nur, wenn Beschwerden auftreten.

Leitbeschwerden

  • Behinderte Nasenatmung
  • Eventuell Riechstörungen
  • Eventuell häufige Nasennebenhöhlenentzündungen und Kopfschmerzen.

Die Erkrankung

Grundsätzlich sind bei nahezu jedem Menschen angeborene Verkrümmungen der Nasenscheidewand nachweisbar. Aber nur bei stärkerer Ausprägung führen diese zu Beschwerden: allen voran ein behinderter Einstrom der Atemluft in die Nase, des Weiteren nächtliches Schnarchen, Riechstörungen, häufige Infekte, Nasennebenhöhlenentzündungen sowie Kopfschmerzen. Wenn die Betroffenen die behinderte Nasenatmung durch Mundatmung ausgleichen, trocknet die Rachenschleimhaut aus und wird anfälliger gegenüber einer Angina und Kehlkopfentzündungen. Angeborene Nasenscheidewandverbiegungen sind häufig mit Fehlformen der äußeren Nase verbunden, z. B. einer Schief- oder Höckernase. Wird eine Nasenscheidewandverbiegung durch einen Unfall (z. B. Schlag auf die Nase beim Sport oder einer Schlägerei) erworben, ist sie Folge eines Nasenbeinbruchs.

Das macht der Arzt

Der Arzt untersucht das Naseninnere bei einer Nasenendoskopie und bestimmt die Atmungsbehinderung mit einer Nasendurchflussmessung.

Macht die Verformung der Nasenscheidewand Beschwerden oder ist sie ästhetisch sehr störend, ist eine operative Nasenscheidewandbegradigung (Septumplastik) sinnvoll. Bei dieser Operation werden schief stehende Knorpel- und Knochenstücke abgelöst und begradigt wieder eingestellt. Bei Bedarf korrigiert der Arzt bei dieser Operation Formfehler der äußeren Nase gleich mit.

Bei Kindern und Jugendlichen befindet sich die Nasenscheidewand noch im Wachstum. Daher werden in dieser Altersgruppe operative Korrekturen nur selten und – wenn überhaupt – sehr zurückhaltend durchgeführt.

Schnupfen

Schnupfen (Rhinitis): Entzündung der Nasenschleimhaut mit Ausfluss von Nasensekret und behinderter Nasenatmung.

Erkältungsschnupfen (virale Rhinitis, akute Rhinitis): Virusbedingte Entzündung der Nasenschleimhaut.

Chronischer Schnupfen: Dauerhaft anhaltende Entzündung der Nasenschleimhaut.

Fast jeder Mensch leidet ein oder mehrere Male im Jahr unter Schnupfen, die Beschwerden und die Behandlung unterscheiden sich jedoch stark je nach Ursache. Typisch ist immer eine laufende Nase (Rhinorrhoe) mit Ausfluss von Nasensekret und eine behinderte Nasenatmung (verstopfte Nase).

Der typische Erkältungsschnupfen ist die häufigste Erkrankung überhaupt. Er wird in der Regel durch Viren verursacht und geht meist mit Erkältungskrankheiten oder einem grippalen Virusinfekt einher. Er tritt vorrangig in den Herbst- und Wintermonaten auf, da Frieren und Unterkühlung die Infektanfälligkeit erhöhen. Ein Schnupfen im Rahmen einer Erkältung ist zwar lästig, in aller Regel jedoch harmlos und nach etwa einer Woche wieder vorbei.

Leitbeschwerden

  • Meistens beginnend mit Niesreiz und leichtem Jucken in der Nase
  • Ausfluss von zunehmend zähflüssigem Nasensekret
  • Zunehmende Behinderung der Nasenatmung
  • Hautrötung am Naseneingang („Schnupfennase“)
  • Andere Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Husten, Abgeschlagenheit, Kopf- und/oder Gliederschmerzen, Frösteln und gelegentlich Fieber.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn der Schnupfen sich nach sieben Tagen nicht gebessert hat

Heute noch, wenn der Schnupfen mit hohem Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen und starkem Krankheitsgefühl einhergeht – wahrscheinlich liegt dann eine Virusgrippe vor.

Die Erkrankung

Erkältungsschnupfen. Erkältungs- und Grippeviren werden über die Atemluft (Tröpfcheninfektion) oder beim Händeschütteln (Schmierinfektion) übertragen. Etwa 1–4 Tage nach Eindringen der Viren in die Nasenschleimhaut bricht der Erkältungsschnupfen aus. Er beginnt mit einem kurzen trockenen Vorstadium (trockene Nase). Das allmähliche Anschwellen der Nasenschleimhaut behindert zunehmend die Nasenatmung. Nun fängt die Nase an zu laufen, anfangs wässrig (manchmal Blutspuren enthaltend) und nach etwa 2–3 Tagen zähflüssig-schleimig. Auf der durch Viren geschädigten Schleimhaut können sich leicht Bakterien ansiedeln, erkennbar am eitrigen (gelblich-grün verfärbten) Nasensekret. Außerdem ist das Riechvermögen eingeschränkt, die Sprache klingt nasal und das Allgemeinbefinden ist beeinträchtigt.

Unabhängig davon, ob der Schnupfen als Symptom einer Erkältung oder einer Virusgrippe auftritt, kann sich daraus eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Mittelohrentzündung entwickeln.

Chronischer Schnupfen. Chronischer Schnupfen kann ausgelöst werden durch Veränderungen im Nasen-Rachen-Raum (z. B. Tumoren oder eine verkrümmte Nasenscheidewand), chemische und thermische Faktoren (z. B. Luftverschmutzung oder Alkohol), Allergien oder Krankheitserreger.

Nicht selten ist auch der Missbrauch von abschwellenden Nasentropfen oder -sprays schuld. Bei hoch dosiertem Dauergebrauch schwillt die Schleimhaut beim Abklingen der Wirkung als Gegenreaktion verstärkt an. Dann erscheint die Nase verstopfter als zuvor (Rhinitis medicamentosa) und der Patient nimmt erneut Nasentropfen. Langfristige Folgen sind ein Austrocknen und andere Schäden der Nasenschleimhaut.

Das macht der Arzt

Anhand der Untersuchungsergebnisse entscheidet der Arzt, ob Bettruhe und die Behandlung mit rezeptfreien Erkältungsmitteln (siehe Selbstbehandlung) ausreichen. Bei besonders schwerem Verlauf (der dann klinisch eher einer Grippe als einem Schnupfen entspricht) und drohenden Komplikationen verordnet er einen antiviral wirksamen Neuraminidasehemmer z. B. Oseltamivir in Tamiflu®. Allerdings ist dieser nur dann wirksam, wenn er binnen 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome angewendet wird. Bei Anzeichen von bakteriellen Komplikationen wie einer eitrigen Bronchitis oder Lungenentzündung ist eine mehrtägige Antibiotikabehandlung (z. B. Azithromycin in Zithromax® oder Cefixim in Suprax®) erforderlich.

Selbstbehandlung

In aller Regel ist ein Taschentuch das Wichtigste, was man zur „Behandlung“ eines Schnupfens braucht. Denn: Alle Schnupfenmedikamente haben eine begrenzte Wirksamkeit und kürzen den Verlauf der Erkältung letztendlich nicht ab. Trotzdem können Sie die lästigen Beschwerden beim Schnupfen erheblich lindern.

Nasentropfen und -sprays für die Selbstbehandlung sind in der Apotheke frei erhältlich. Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Typen:

  • Schleimhautabschwellende Nasentropfen enthalten gefäßverengende Substanzen
    (z. B. Oxymetazolin in Nasivin® oder Xylometazolin in Olynth® oder Otriven®). Sie verringern die Durchblutung der geschädigten Nasenschleimhaut, die dadurch abschwillt und aus der in der Folge weniger Wasser austritt. Die Nase wird dadurch für einige Stunden „frei“. Daher sind diese Präparate zur Nacht eine nützliche Hilfe, vor allem wenn die behinderte Nasenatmung den Schlaf stört. Abschwellende Nasentropfen tragen jedoch nicht zum Abheilen des Schnupfens bei. Die Wirkstoffe sind in aller Regel gut verträglich, vorausgesetzt sie werden nicht länger als 3–5 Tage hintereinander angewendet. Auf Dauer schädigen sie die Nase und können sogar selbst zur Ursache von chronischem Schnupfen werden.
  • Nasensprays mit Salzlösungen (befeuchtende Nasensprays, z. B. Emser Nasenspray®, Rhinospray® Atlantik) tragen zum Abheilen der Schleimhäute bei und verflüssigen das zähflüssig-schleimige Nasensekret. So kann es von den Flimmerhärchen besser abtransportiert und auch leichter ausgeschnäuzt werden. Salzlösungen bewirken kein Abschwellen der Nasenschleimhaut, dafür aber auch keine Gewöhnung.

Inhalieren. Sinnvoll sind auch Dampfinhalationen mit Zusätzen von Kochsalz (ein Esslöffel Salz auf einen Liter heißes Wasser) oder ätherischen Ölen (z. B. Pinimenthol®-Erkältungsinhalat mit Eukalyptus- und Kiefernnadelöl).

Ergänzend kann man 2–3 Tropfen Eukalyptusöl in ein Taschentuch träufeln und dann immer wieder daran riechen; bei stark verstopfter Nase reicht diese Maßnahme allerdings nicht aus.

Schleimlösen. Bei Sekretstau empfiehlt die Naturheilkunde Präparate zur Schleimlösung (z. B. Gelomyrtol®). Myrtol ist ein ätherisches Öl, das u. a. aus je 25 % Limonen und Cineol (dem Hauptbestandteil des Eukalyptusöls) besteht. Seine Wirksamkeit bei Bronchitis und akuter Nebenhöhlenentzündung wurde in zwei Studien bestätigt. Eukalyptusöl gibt es auch in Form von Kapseln (z. B. Aspecton® Eukaps). Es wird schnell in den Blutkreislauf aufgenommen und zu den Atemwegen transportiert, wo es dann zur Erleichterung der Nasenatmung beiträgt. Eine weitere Alternative ist Thymian, das die Sekretabgabe in den Bronchien anregt und die Flimmerhärchen in den Atemwege aktiviert. Außerdem wirkt Thymian auch krampflösend, was den Hustenreiz lindert.

Ätherische Öle dürfen nicht im Gesichtsbereich von Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden. Dies betrifft besonders Präparate, die Eukalyptusöl, Menthol und Kampfer enthalten.

Ist das Krankheitsgefühl ausgeprägt, empfiehlt die Phytomedizin die frühzeitige Anwendung von Angocin Anti-Infekt®, das Extrakte von Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel enthält. Bei diesen Inhaltsstoffen handelt es sich um Senfölglukoside. Sie wirken ähnlich gut wie Standard-Antibiotika. Im Vergleich zu Antibiotika verursachen Senfölglukoside aber deutlich weniger Nebenwirkungen und sind daher besser verträglich.

Populär ist die Einnahme von Präparaten aus Sonnenhut (Echinacea purpurea, z. B. Echinacea-ratiopharm® Liquid oder Echinacin®) zur Vorbeugung und Behandlung von Schnupfen und Erkältungen. Der Wirkstoff soll die Aktivität des Immunsystems anregen. Inzwischen ist eine moderate Wirkung relativ sicher belegt.

Trinken. Bei Fieber und starkem Schwitzen sollten Sie ausreichend trinken, am besten Mineralwasser oder Kräutertees mit entzündungshemmenden Bestandteilen (z. B. Kamille oder Salbei). Außerdem helfen fiebersenkende Medikamente (z. B. mit dem Wirkstoff Paracetamol).

Nachsorge. Nach Abklingen des Schnupfens können Sie die strapazierte Nasenschleimhaut mit Nasenöl und -salben pflegen (Selbstbehandlung der trockenen Nase).

Vitamin C. Ob eine Stoßtherapie mit hoch dosiertem Vitamin C den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst, ist umstritten, einen wissenschaftlichen Nachweis gibt es bislang nicht.

Komplementärmedizin

Homöopathie.Neben der Gabe von Akutmitteln wie Belladonna, Bryonia, Gelsemium oder Nux vomica hält die Homöopathie auch Komplexmittel (z. B. Hevertotox® N Tropfen) bereit, die die körpereigene Abwehrkraft steigern und so die akute Krankheitsphase verkürzen bzw. Komplikationen, wie z. B. eine Nasennebenhöhlenentzündung, vermeiden sollen.

Akupunktur. Die WHO empfiehlt die Anwendung der Akupunktur bei (chronischem) Schnupfen, jedoch steht ein wissenschaftlicher Beleg noch aus.

Vorsorge

Es ist nicht möglich, Erkältungs- und Grippeviren aus dem Weg zu gehen. Allerdings kann man die Widerstandskraft von Nasenschleimhaut und Immunsystem stärken. Dazu gehört das Feuchthalten der Nasenschleimhaut (Selbsthilfe bei trockener Nase). Eine Stärkung der allgemeinen Abwehrkräfte ist ebenfalls sinnvoll, z. B. durch regelmäßige Saunabesuche, viel Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen und vitaminreiche Ernährung. Infektanfällige Personen sollten – wenn möglich – den Umgang mit erkälteten Menschen meiden.

Eine große neue Studie befürwortet auch, dass Sonnenhut-Präparate das Auftreten von anschließenden Nasennebenhöhlenentzündungen deutlich senken können.

Trockene Nase

Trockene Nase (trockener Schnupfen, Rhinitis sicca, atrophische Rhinopathie): Austrocknen der Nasenschleimhaut. Häufigste Ursachen für eine trockene Nase sind ein beginnender Erkältungsschnupfen (dann sind die Beschwerden nur kurzzeitig) sowie trockene Raumluft oder extreme Staubbelastung. In ausgeprägten Fällen können sich auf der trockenen Schleimhaut Bakterien ansiedeln und zu einem unangenehmen Geruch aus der Nase führen.

Leitbeschwerden

  • Trockenheitsgefühl in der Nase
  • Juckreiz, leichtes Brennen
  • Behinderte Nasenatmung
  • Krusten-, Schorf- und Borkenbildung
  • Nasenbluten
  • Verschlechterung des Riechvermögens.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn die Nase sich verstopft anfühlt, aber trocken ist

Die Erkrankung

Die eingeatmete Luft anzufeuchten, ist eine der Kernfunktionen der Nasenschleimhaut. Kann sie diese nicht mehr erfüllen, bilden sich Krusten, Schorf und Borken in der Nase.

Hauptursachen für das Austrocknen der Nasenschleimhaut sind trockene Raumluft in überheizten oder klimatisierten Räumen oder sehr staubige Luft (z. B. bei Schleifarbeiten). Weitere Ursachen sind ein Dauergebrauch abschwellender Nasentropfen, das Schnupfen von Drogen, zu radikal durchgeführte Operationen an der Nase oder den Nasennebenhöhlen sowie eine Strahlentherapie nach Tumoroperationen.

Wird eine anhaltend trockene Nasenschleimhaut nicht behandelt, kann die Nase ihre Funktionen verlieren. So steigt z. B. die Infektanfälligkeit, weil sich auf der geschädigten Schleimhaut Viren und andere Krankheitserreger leichter vermehren. In – heutzutage allerdings sehr seltenen – Extremfällen kommt es zu starkem, unangenehmem Geruch aus der Nase (Foetor ex naso, Stinknase), den Betroffene wegen der gleichzeitig auftretenden Riechstörungen nicht selbst wahrnehmen.

Das macht der Arzt

Nach einer Nasenspiegelung bzw. -endoskopie entscheidet der Arzt, welche Behandlung zur Regeneration der trockenen Nasenschleimhaut geeignet ist. Am Anfang stehen in der Regel befeuchtende und pflegende Maßnahmen (siehe "Selbstbehandlung"). Liegt gleichzeitig ein Loch in der Nasenscheidewand vor, erfolgt unter Umständen auch eine operative Behandlung.

Selbstbehandlung

Schalten Sie – wenn möglich – die Ursachen der trockenen Nasenschleimhaut aus. Befeuchten Sie in Ihrer Wohnung und am Arbeitsplatz die Raumluft, z. B. mit Wasser gefüllten Schalen oder speziellen Luftbefeuchtern. Häufiges Lüften verbessert ebenfalls die Luftqualität. Sinnvoll sind außerdem mehrmals tägliche Nasenduschen mit Salzlösung. Salz bindet Wasser und befeuchtet so die Nasenschleimhaut. Für Nasenduschen gibt es spezielle Behälter, mit denen bei schräg geneigtem Kopf eine lauwarme Salzlösung in ein Nasenloch hineingegossen wird und zum anderen Nasenloch wieder herausläuft. In das Wasser gibt man normales Kochsalz (9 Gramm pro Liter Wasser) oder vorgefertigte Portionsbeutel aus der Apotheke (z. B. Emser Salz®). Eine Alternative für unterwegs sind Nasensprays mit Salzlösungen (Emser Nasenspray®, Rhinospray® Atlantik) oder salzhaltige Nasensalben (z. B. Nisita®).

Zur Pflege können Sie die Nasenschleimhaut zudem mit Nasenölen (z. B. Coldastop®, GeloSitin®) oder Nasensalben (z. B. Bepanthen Augen- und Nasensalbe® mit Dexpanthenol) vorsichtig einreiben.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Die Homöopathie empfiehlt eine individuelle Konstitutionsbehandlung. Je nach Ursache bzw. Begleiterscheinungen kommen z. B. Cinnabaris oder Silicea in Frage.

Verwenden Sie auf keinen Fall abschwellende Nasentropfen oder -sprays, da sie die Nasenschleimhaut zusätzlich austrocknen.

Tumoren der äußeren Nase

Tumoren im Gesichtsbereich sind meistens bösartig, gutartige Tumoren sind eher selten.

Das Basaliom ist der häufigste Tumor der äußeren Nase und gilt als semimaligner (halb-bösartiger) Tumor – es schädigt wie ein bösartiger Tumor das umliegende Gewebe, streut jedoch keine Metastasen. Ein Basaliom tritt bevorzugt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf. Offenbar sind Menschen mit sehr sonnenempfindlicher Haut gehäuft betroffen. Das Basaliom hat in aller Regel einen bräunlichen Zentralbereich und eine hautfarbene, perlschnurartige Umsäumung. Die Therapie besteht in der operativen Entfernung des Tumors (mehr zu Basaliomen).

Das Spinaliom ist der zweithäufigste Tumor der äußeren Nase und tritt ebenfalls überwiegend im fortgeschrittenen Lebensalter auf. Belastungen durch UV-Strahlung erhöhen das Risiko für eine Erkrankung. Spinaliome neigen im Gegensatz zum Basaliom zur Metastasierung. Die Therapie besteht in der operativen Entfernung des Tumors und – falls vorhanden – der Lymphknotenmetastasen. Bisweilen ist anschließend auch eine Strahlentherapie erforderlich (mehr zu Spinaliomen).

Das Rhinophym (bei Rosazea), auch Knollennase oder Säufernase genannt, gehört zu den häufigsten gutartigen Hautveränderungen der Nase. Dabei handelt es sich um eine knollenartig vergrößerte Nase mit tiefen Hautporen, Rötung und erweiterten Blutgefäßen, hervorgerufen durch Vermehrung des Bindegewebes und der Talgdrüsen. Die Nasenwucherung kommt fast ausschließlich bei älteren Männern vor. Die Behandlung besteht in einer operativen Entfernung des wuchernden Gewebes.

Vasomotorischer Schnupfen

Vasomotorischer Schnupfen (vasomotorische Rhinitis, Rhinitis vasomotorica): Beschwerdebild ähnlich dem allergischen Schnupfen, jedoch ohne nachweisbare allergische Ursachen.

Leitbeschwerden

  • Wässriger Nasenschleim, behinderte Nasenatmung und Niesreiz
  • Vermindertes Geruchsempfinden.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn die Beschwerden auf Dauer eine Belastung darstellen

Die Erkrankung

Bei einem vasomotorischen Schnupfen liegt vermutlich eine Regulationsstörung der Blutgefäße der Nasenschleimhaut vor. Die Gefäßspannung (Gefäßtonus) wird über das vegetative Nervensystem gesteuert. Von ihr hängt ab, wie weit oder wie eng die Gefäße gestellt sind und wie stark sie folglich mit Blut gefüllt sind. Ein Wechsel von warmen Räumen zu kalten Außentemperaturen, der Genuss von heißen Getränken oder Alkohol sowie Stress und andere seelische Belastungen können die Durchblutung der Nasenschleimhautgefäße steigern. Auch der Missbrauch von Nasentropfen und -sprays ist ein möglicher Auslöser. Durch die gesteigerte Durchblutung kommt es zu einem Anschwellen der Nasenschleimhaut mit wässrigem Schnupfen und behinderter Nasenatmung.

Das macht der Arzt

Den Anfang der Diagnose bildet ein ausführliches Gespräch, bei dem der Arzt hinterfragt, in welchen Situationen die Beschwerden auftreten. Zusätzlich betrachtet er die Nasenhöhle und stellt über eine Allergiediagnostik sicher, dass keine allergischen Ursachen vorliegen. Ist die Diagnose gesichert, verordnet der Arzt Tabletten mit einem H1-Antihistaminikum (z. B. Terfenadin in TeldaneT®) oder ein kortisonhaltiges Nasenspray (z. B. Nasonex®, Rhinisan® oder Beconase®). Sie wirken symptomatisch auch dann, wenn keine Allergie vorliegt. In ausgeprägten Fällen kann eine operative Verkleinerung der Nasenmuscheln (Conchotomie) mit einem Laser erforderlich werden.

Selbsthilfe und Komplementärmedizin

Wenn sich ein auslösender Reiz (z. B. Alkohol) feststellen lässt, vermeiden Sie diesen, wann immer das möglich ist. Zusätzlich können Sie das Gefäßsystem der Nasenschleimhaut durch Kneipp-Kuren „trainieren“. Durch mehrmals tägliches Hochschnupfen von eiskaltem Wasser verbessert sich die Fähigkeit der Blutgefäße, die Gefäßspannung zu regulieren. Außerdem sollten Sie verunreinigte Atemluft (z. B. Tabakrauch) meiden.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Es liegen zahlreiche Erfahrungsberichte vor, wonach bei allergischem Schnupfen mit Homöopathie, genauer einer individuell abgestimmten Konstitutionstherapie, gute Behandlungserfolge erzielt werden können; ein wissenschaftlicher Beleg steht aber noch aus.

Praxisstudien mit indischem Lungenkraut (Adhatoda vasica, z.B. in Klosterfrau® Allergen) haben nach einer Woche eine deutliche Verminderung bis zum teilweisen Ausbleiben der typischen Symptome wie Juck- und Niesreiz, laufende Nase, rote juckende Augen oder Halskratzen gezeigt. Bei einer Studie mit Pollenallergikern hatte indisches Lungenkraut sogar eine höhere Wirksamkeit und Verträglichkeit als das synthetische Vergleichsantihistaminikum.

Akupunktur. Für die Akupunktur ist der allergische Schnupfen ebenfalls ein häufiges Einsatzgebiet, auch die WHO befürwortet den Einsatz dieses Verfahrens.

Therapieverfahren nach Kneipp. Kalte Gesichtsgüsse, aber auch feuchtkalte Brustwickel und andere Kneipp-Behandlungen sollen langfristig zu einer Verringerung der allergischen Reaktion beitragen. Da für diese Indikation ein Wirksamkeitsnachweis fehlt, sollten die Erwartungen allerdings nicht zu hoch gesteckt werden.

Methoden wie Eigenbluttherapie, Magnettherapie oder Neuraltherapie misst die Naturheilkunde zwar einen wichtigen therapeutischen Stellenwert bei, überzeugende Studienergebnisse, die die Wirksamkeit bei allergischem Schnupfen belegen, fehlen derzeit noch.

Unser Onlineshop für individuelle Vital- und Nährstoffinfusionen!

Hier geht's zum Shop!

regulafit

 


Unsere Eigenmarke

regulafit

Hier erhalten Sie einen kleinen Einblick der Produkte von unserer Eigenmarke regulafit.

zu den Produkten

Torre GmbH


Natürlich Apotheke

Wir gehören dem Torre-Verbund an.

1989 gründete das Nürnberger Apotheker-Ehepaar Cornelia und Dr. Felix Schielein die TORRE GmbH für den Vertrieb von apothekenexklusiven ätherischen Ölen. Mit einer großen Portion Pioniergeist wurden in den folgenden Jahren auch Umweltanalysen in den Apotheken etabliert. Die 1996 gegründete AAU (Arbeitsgemeinschaft der Aktiven Umweltapotheker) war die erste Kooperation im deutschen Apothekenmarkt, die von Apothekern selbst organisiert wurde.

Weitere Infos zur Torre GmbH hier!

News

Wie Sie Halsschmerzen loswerden
Wie Sie Halsschmerzen loswerden

Welche Mittel helfen tatsächlich?

Halsschmerzen treffen fast jeden mehrmals im Jahr. An der Behandlung scheiden sich dennoch die Geister. Was lindert die Beschwerden tatsächlich und was sollten Sie lieber sein lassen?   mehr

Wundkleber statt Nadel und Faden
Wundkleber statt Nadel und Faden

Bald weniger Komplikationen bei OPs?

Wunden im Körperinneren sind oft schwer zu nähen. Lassen sie sich nicht verschließen, droht Lebensgefahr. Ein neuartiger Wundkleber könnte das Risiko innerer Blutungen senken.   mehr

Notfälle für den Augenarzt
Notfälle für den Augenarzt

Wann Sie umgehend reagieren sollten

Augenschmerzen, Sehverschlechterung, Doppelbilder: typische Symptome, die einem Besuch beim Augenarzt bedürfen. Welche Alarmzeichen Sie keinesfalls ignorieren sollten.   mehr

Kinderkrankheiten in Deutschland
Kinderkrankheiten in Deutschland

Verlauf heute zumeist harmlos

In der kalten Jahreszeit verbreiten sich Infekte in Kitas und Kindergärten besonders häufig. Neben Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen treten sogenannte Kinderkrankheiten auf. Was Eltern wissen sollten.   mehr

Frauengehirn belohnt Großzügigkeit
Frauengehirn belohnt Großzügigkeit

Studie zeigt Geschlechterunterschied

Männer und Frauen erwarten durch unterschiedliches Verhalten eine Belohnung. Das zeigt eine aktuelle Hirnstudie. Demnach aktiviert bei Frauen soziales Verhalten das Belohnungssystem im Gehirn – bei Männern hingegen egoistisches Verhalten.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Flößer-Apotheke
Inhaber Anita Stritt, Dr. Rainer Stritt
Telefon 07081/56 47
E-Mail service@floesser-apotheke.de