Sexualmedizin


Sexuell übertragbare Erkrankungen

Feigwarzen

Feigwarzen (Condylomata acuminata, spitze Kondylome, Genitalwarzen, HPV-Infektion): Spitze, hahnenkammartige Wucherungen nach Infektion mit dem Humanen Papillom Virus (HPV). Feigwarzen kommen zunehmend häufig vor; in den westlichen Ländern sind 0,1–1,0 % der Bevölkerung betroffen. Die 15- bis 30-Jährigen stecken sich am häufigsten an, doch viele davon erkranken nicht sichtbar. Da die Viren hauptsächlich durch Haut- und Schleimhautkontakte beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, zählen Feigwarzen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Eine Behandlung ist nur symptomatisch möglich, d. h. die Warzen können entfernt werden, nicht aber die Viren als deren Ursache. Rückfälle (Rezidive) sind daher häufig.

Leitbeschwerden

  • Hahnenkammartige, weißlich-graue, spitze Warzen im äußeren Geschlechtsorgan- und Analbereich
  • Nässegefühl
  • Juckreiz oder Brennen.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • Fühl- oder sichtbare Warzen im Geschlechtsorgan- oder Analbereich auftreten
  • Es im Geschlechtsorgan- oder Analbereich juckt oder brennt
  • Es zu Blutungen unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr kommt
  • Feigwarzen beim Partner diagnostiziert wurden.

Die Erkrankung

HPV ist ein Virus, von dem man etwa 90 verschiedene Typen kennt. Die Typen HPV 6 und 11 verursachen im äußeren Genitalbereich (Schamlippen und Scheideneingang) und Analbereich Feigwarzen. Infektionen sind auch an den inneren Genitalorganen bekannt, sehen dann aber anders aus: Insbesondere am Muttermund werden nach HPV-Infektion flache Kondylome beobachtet.

Die Viren werden von Mensch zu Mensch, vorwiegend beim Geschlechtsverkehr, übertragen. Selten wird das Virus auch als Schmierinfektion über infizierte Handtücher weitergegeben. Anschließend dauert es Wochen bis Monate, bis es zu Krankheitsanzeichen kommt. In vielen Fällen bleiben sie ganz aus oder treten nur bei verminderter Immunabwehr auf. Feigwarzen an sich sind gutartig, kommen aber häufig zusammen mit Zellveränderungen vor, die Vorstufen zu bösartigen Tumoren der Geschlechtsorgane, insbesondere für Gebärmutterhalskrebs, sein können.

Das macht der Arzt

Aufgrund ihres typischen Aussehens sind Feigwarzen leicht zu erkennen, kleine Herde im Scheideninneren entdeckt der Arzt durch die Scheidenspiegelung. Flache Kondylome sind nach Betupfen mit niedrig konzentrierter Essigsäure besser sichtbar. Die sicherste Diagnose ist der Nachweis von Virus-DNS im Labor, für den unter örtlicher Betäubung eine kleine Gewebeprobe mit einer speziellen Zange entnommen wird (Knipsbiopsie). Am Muttermund erfolgt die Knipsbiopsie in der Regel sogar ohne Betäubung.

Einzelne kleine Feigwarzen werden durch einmal wöchentliches Auftupfen einer Lösung (Podophyllin) vom Arzt behandelt, bis sie verschwinden. Da die Substanz aufgrund ihrer Nebenwirkungen nur begrenzt verwendet werden darf, eignet sie sich nicht zur Langzeitbehandlung oder für ausgedehnt befallene Flächen. Auch sind bei etwa 60 % der Patientinnen Rückfälle zu beobachten. Ein neuer Therapieansatz ist der Immunmodulator Imiquimod (Aldara®), der das Immunsystem stärkt, sodass der Körper selbst den Virus eindämmt. Aldara® wird ebenfall lokal aufgetragen. Seit Kurzem ist zudem eine wirksame Salbe aus Grünem Teeextrakt (Veregen®) auf dem Markt. Zwei internationale Studien zeigen, dass sie die Rückfallrate auf unter zehn Prozent senkt und das Abheilen fördert – bei 50 Prozent der Patentinnen verschwanden die Feigwarzen vollständig. Die Salbe aus Grünem Teeextrakt eignet sich zur äußeren Anwendung bei schwachem und starkem Befall.

Auch wirksam und insbesondere für stärkeren Befall geeignet ist ein operativer Eingriff, bei dem die Feigwarzen unter örtlicher Betäubung mit Elektrokoagulation (elektrische Verkochung) oder mittels Laser abgetragen werden. Es besteht jedoch ein höheres Rückfallrisiko. Um Rückfälle frühzeitig zu entdecken, sollten Betroffene noch mehrere Jahre nach der Behandlung regelmäßig zur Kontrolle gehen.

Der Partner muss mituntersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden, um Ping-Pong-Ansteckungen zu vermeiden.

Vorsorge

  • Für junge Frauen steht die HPV-Schutzimpfung zur Verfügung.
  • Verwenden Sie Kondome, sie bieten allerdings keinen 100%igen Schutz, da Feigwarzen extrem ansteckend sind.
  • Benutzen Sie keine gemeinsamen Handtücher und Waschlappen.
  • In den USA ist die HPV-Impfung auch für Jungen zugelassen. Die Impfung schützt junge Männer nicht nur vor Feigwarzen, sondern auch vor HPV-assoziierten Erkrankungen wie Peniskrebs oder Tumoren in der Analregion.

Genitale Chlamydieninfektion

Genitale Chlamydieninfektion (nicht-gonorrhoische Zervizitis, Chlamydien-Vaginitis oder -Zervizitis): Eitrige Infektion der Schleimhäute des Geschlechtstrakts und der Harnröhre, ausgelöst durch das Bakterium Chlamydia trachomatis Typ D-K; Tendenz zur Chronifizierung, bei Frauen als chronische Adnexitis mit Befall von Eierstöcken und Eileitern.

Derzeit die häufigste Geschlechtskrankheit der westlichen Welt, 5 % aller Frauen und 3 % der Schwangeren sind infiziert, sexuell früh aktive Frauen und Frauen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern sogar bis zu 20 %. In Deutschland kommt es pro Jahr zu etwa 300.000 Neuinfektionen.

Unbehandelt sind nicht selten chronische Unterleibsbeschwerden und Unfruchtbarkeit die Folge.

Leitbeschwerden

Akute Infektion:

  • Schleimig-eitriger Ausfluss
  • Evtl. Schmerzen beim Wasserlassen.

Chronische Infektion:

  • Ziehen im Unterbauch
  • Schmerzen im Rücken
  • bei Frauen: verlängerte Regelblutung, eventuell auch Zwischenblutungen
  • bei Frauen: Unfruchtbarkeit.

Die Erkrankung

Chlamydien sind eine besondere Art von Bakterien, da sie – ähnlich den Viren – nur in Wirtszellen überleben. Sie sind für eine Vielzahl von Infektionen verantwortlich, so für Bindehautentzündungen der Augen, Lungenentzündungen, das Lymphogranuloma inguinale und eben auch für die heute häufigste Geschlechtskrankheit, die genitale Chlamydieninfektion. Sie macht sich bei Frauen als akute Adnexitis bemerkbar; da die Leitbeschwerden aber besonders bei Frauen nicht sehr stark sind, unterbleibt oft die Behandlung.

Der Preis dafür ist hoch: Die Chlamydien breiten sich über Wochen und Monate im Becken aus und besiedeln die Eileiter und die Eierstöcke – oft sind jahre- bis jahrzehntelange chronische Unterleibsbeschwerden im Rahmen einer chronischen Adnexitis die Folge. Kommt eine Schwangerschaft zustande, sind Komplikationen wie eine Eileiterschwangerschaft und Frühgeburten häufig, und selbst bei einer „normalen“ Schwangerschaft sind in 30 % der Fälle Augen und die Lungen des Neugeborenen durch Keimübertragung in der Scheide infiziert.

Bei Männern verlaufen nur etwa 50 Prozent der Chlamydien-Infektionen mit Beschwerden in Form von Schmerzen beim Wasserlassen. Unbehandelt drohen eine Prostata- und/oder Nebenhodenentzündung. Eine weitere vor allem Männer bedrohende Komplikation ist eine reaktive Arthritis in verschiedenen Gelenken sowie Sehnenscheidenentzündungen.

Das macht der Arzt

Der Nachweis einer Chlamydieninfektion ist aufwendig und gelingt auch nicht immer. Als Schnelltest steht ein immunologischer Bluttest (Antigentest) zur Verfügung. Bestätigt dieser den Verdacht, stehen zum definitiven Nachweis immunologische Untersuchungen (z. B. die Immunfluoreszenz) zur Verfügung. Benötigt wird dazu Abstrichmaterial vom Geschlechtsorgan, aus dem im Labor Erreger-DNS isoliert und mit gentechnischen Verfahren wie der PCR vermehrt wird. Die Anzucht des Erregers selbst kann in speziellen Zellkulturen von Abstrichmaterial (auch aus Urin) versucht werden. Der Nachweis von Antikörpern gegen Chlamydia trachomatis im Blut ist ebenfalls möglich. Der Test kann allerdings nicht zwischen aktueller und bereits ausgeheilter Infektion unterscheiden und ist daher in der Regel von begrenztem Wert. Als Suchtest wird bei allen Frauen unter 25 Jahren ein Abstrich aus dem Muttermund, bzw. ab 2009 der Urin auf Chlamydien untersucht.

Die Therapie erfolgt mit Antibiotika über 10–14 Tage z. B. mit Tetrazyklin oder Doxycyclin. Der Partner muss mitbehandelt werden.

Vorsorge

Da Chlamydien außerordentlich ansteckend sind, bieten auch Kondome nur begrenzten Schutz. Trotzdem sind sie besser als ungeschützter Verkehr. Nach Abschluss der Therapie sollte der Behandlungserfolg durch erneute Testung aller Sexualpartner nachgewiesen werden.

Schwangere werden routinemäßig zu Beginn der Schwangerschaft auf Chlamydien untersucht und im Fall einer Infektion ab der 14. Schwangerschaftswoche antibiotisch behandelt.

Gonorrhoe

Gonorrhoe (Gonorrhö, Tripper, Morbus Neisser, GO): Häufige Geschlechtskrankheit in Europa mit Entzündung von Muttermund, Scheide und Harnröhre. Etwa 0,5 % aller Frauen sind mit dem Bakterium Neisseria gonorrhoeae(Gonokokken) infiziert. Die Erkrankung bleibt bei jeder zweiten Frau unbemerkt.

Leitbeschwerden

  • Eitriger Ausfluss aus der Scheide
  • Schmerzen beim Wasserlassen.

Wann zum Frauenarzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Eitriger, gelblich-grüner Ausfluss aus der Scheide austritt
  • Es zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem Partner mit bekannter Infektion kam.

Die Erkrankung

Die Ansteckung erfolgt beim Geschlechtsverkehr durch das gonokokkenhaltige Sperma des Mannes oder seltener als Schmierinfektion durch indirekten Kontakt mit infektiösen Körpersekreten wie Stuhl oder Urin, über die Hände oder Waschlappen. Die Übertragung ist auch bei der Geburt von der infizierten Mutter auf das Neugeborene möglich. Unbehandelt kann sich die Infektion auch außerhalb des Genitaltrakts auf andere Organe wie Gelenke, Hirnhäute und Herz ausweiten.

Gonokokken verursachen wenige Stunden bis zu zehn Tage nach der Ansteckung eine Entzündung meist des Gebärmutterhalses. Diese breitet sich auf die Harnröhre, manchmal auch auf den Enddarm aus. Im Scheideneingang werden vorwiegend die Bartholin-Drüsen befallen, die anschwellen und schmerzen. Bleibt die Infektion unbehandelt, dehnt sie sich oberhalb des Gebärmutterhalses auf den Gebärmutterkörper, die Eileiter und den Beckenraum aus (obere Gonorrhoe). Die Spätfolgen können Verklebungen und Verwachsungen und dadurch bedingte chronische Unterbauchschmerzen, Eileiterschwangerschaften und Unfruchtbarkeit sein. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Gonokokken vom Mann zur Frau bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr liegt bei etwa 85 %; andersherum geben nur etwa 30 % der erkrankten Frauen den Erreger an den Partner weiter. Werden Neugeborene während der Geburt infiziert, erkranken sie an einer eitrigen Bindehautentzündung (Blenorrhoe).

Das macht der Arzt

Der Arzt erkundigt sich nach Dauer und Beschaffenheit des Ausflusses, nach dem Zeitpunkt des letzten Geschlechtsverkehrs sowie nach den Sexualpraktiken. Letzteres ist wichtig, da bei Oralverkehr die Gonorrhoe auch den Rachen befallen kann. Mit Abstrichen aus der Harnröhrenöffnung und aus dem Gebärmutterhals, bei Darmbefall auch aus dem Mastdarm, werden Bakterienkulturen zum Nachweis der Gonokokken angelegt. Da häufig gleichzeitig eine Doppelinfektion vorliegt, gehören auch Tests auf Syphilis und eine Chlamydieninfektion zur Diagnostik.

Um die weitere Ausdehnung der Infektion und mögliche Spätfolgen zu verhindern, wird sofort antibiotisch behandelt, auch ohne den Erregernachweis abzuwarten. Dazu reicht bei einer unkomplizierten, unteren Gonorrhoe meist eine einmalige Gabe (als intramuskuläre Spritze oder Tablette) eines Antibiotikums. Je nach Präparat werden Chlamydien direkt miterfasst oder durch eine zusätzliche einwöchige Einnahme eines entsprechenden Antibiotikums behandelt. Sexualpartner (auch wenn die Sexualkontakte bis zu 30 Tage zurückliegen) bekommen ebenfalls diese Antibiotika. Ist es bereits zu einer gonorrhoeischen Eileiterentzündung gekommen, wird ein Krankenhausaufenthalt über mindestens eine Woche notwendig. Die Antibiotikabehandlung erfolgt in solchen Fällen in höherer Dosierung und längerer Dauer.

Vorsorge

Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome, um sich vor einer Ansteckung mit Gonokokken zu schützen.

Herpes genitalis

Herpes genitalis (Herpes-simplex-Virus-Infektion, Genitalherpes): Entzündung im Genitalbereich durch Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-II). Herpes genitalis ist eine weit verbreitete Erkrankung; in Europa sind etwa 30 % der Bevölkerung Träger des HSV-II. Das Virus bleibt lebenslang im Körper und kann so auch immer wieder eine Entzündung hervorrufen. HSV-II wird durch Geschlechtsverkehr übertragen.

Leitbeschwerden

  • Juckreiz und brennende Schmerzen im äußeren Geschlechtsorganbereich und in der Scheide
  • In Gruppen auftretende, schmerzhafte Bläschen, die aufplatzen und verkrusten
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und beim Wasserlassen
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, eventuell Fieber.

Wann zum Frauenarzt

Am nächsten Tag, wenn die genannten Beschwerden auftreten

Die Erkrankung

Eine Infektion mit HSV-II, in selteneren Fällen auch mit HSV-I, löst nach wenigen Tagen eine Entzündung im Geschlechtsorganbereich aus, die das äußere Geschlechtsorgan, die Schamlippen, die Scheide und auch den Gebärmutterhals betreffen kann. Es kommt zu den charakteristischen schmerzhaften Herpesbläschen, die einige Tage später aufplatzen und kleinen Geschwüren ähneln. Sie trocknen unter Krustenbildung ein und heilen nach 7–10 Tagen narbenlos ab. Da die Viren auch mit Behandlung lebenslang im Körper verbleiben, kann es immer wieder zu lokal begrenzten Rückfällen kommen, insbesondere in Zeiten mit geschwächter Immunlage. Sowohl die Erstinfektion als auch die Rückfälle laufen häufig unbemerkt ab und werden oft nur zufällig diagnostiziert.

Das macht der Arzt

Die Diagnose stellt der Arzt häufig schon aufgrund der typischen gruppiert stehenden, teilweise aufgeplatzten und verkrusteten Bläschen. Die Viren werden später im Labor anhand eines Abstrichs aus dem Bläscheninhalt isoliert. Im Blut lassen sich Antikörper gegen HSV-II nachweisen.

Vereinzelte, kleine Herpesherde mit frischen Bläschen können häufig noch allein mit einer virenhemmenden (virostatischen) Creme (Aciclovir, z. B. Zovirax®) behandelt werden. Bei älteren Infektionen oder ausgedehnten Bereichen verschreibt der Arzt Aciclovir als Tabletten. Dabei beträgt die durchschnittliche Anwendung bei einer Erstinfektion 5–10, bei einem Rückfall 1–2 Tage.

Vorsorge

Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome, um sich und den Partner vor einer Infektion zu schützen. Achten Sie auch auf leichte Beschwerden und gehen Sie frühzeitig zum Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass etwas nicht stimmt.

Syphilis

Syphilis (Lues, harter Schanker): Chronische, in mehreren, klinisch sehr unterschiedlichen, Stadien ablaufende Krankheit, hervorgerufen durch das Bakterium Treponema pallidum (Treponemen). Die Übertragung erfolgt in den meisten Fällen während des Geschlechtsverkehrs, aber auch während der Schwangerschaft von der erkrankten Mutter auf das Kind sowie durch Blut und Blutprodukte. Insgesamt nimmt die Verbreitung der Syphilis wieder zu, insbesondere homosexuelle Männer sind betroffen. Bei ausreichender Behandlung ist die Syphilis im Primär- und Sekundärstadium heilbar, im Tertiärstadium kann mit Medikamenten zumindest das weitere Fortschreiten der Krankheit gestoppt werden.

Leitbeschwerden

  • Primärstadium: Münzgroßes, nicht schmerzhaftes Geschwür mit hartem, knorpelartigem Rand im Geschlechtsorganbereich oder an anderer Stelle, geschwollene schmerzlose Leistenlymphknoten
  • Sekundärstadium: Kopf- und Gliederschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Haarausfall, plötzliche Heiserkeit, fleckförmiger, nicht juckender Hautausschlag, Fieber, nässende Wärzchen im äußeren Geschlechtsorgan- oder Analbereich
  • Tertiärstadium: Befall innerer Organe, heute nur noch sehr selten vorkommend.

Die Erkrankung

Es dauert durchschnittlich drei Wochen, bis das Primärstadium einsetzt mit einem (seltener mehreren) harten, schmerzlosen und in der Mitte oft nässenden Geschwür meist in der Geschlechtsorganregion. Dieses kann prinzipiell auch an anderen Körperstellen lokalisiert sein und wird als Primäraffekt (harter Schanker) bezeichnet. Kurz darauf schwellen die in der Nähe liegenden (Leisten-)Lymphknoten an. Auch ohne Behandlung verschwindet das Geschwür nach 4–6 Wochen.

Die Bakterien breiten sich nun über die Blutgefäße im ganzen Körper aus und rufen das Sekundärstadium mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Fieber und Lymphknotenschwellungen am ganzen Körper hervor. Typisch für dieses Stadium ist ein Hautausschlag – vor allem am Körperstamm –, der später knötchenartig wird und insbesondere an Handflächen und Fußsohlen durch seine Schuppung einer Schuppenflechte ähneln kann. Das Sekundärstadium kann lange anhalten und vielfältigste Beschwerden auslösen, wie z. B. Haarausfall, Halsentzündungen und Veränderungen der Mundschleimhaut. Im Geschlechtsorgan- und Analbereich können nässende, juckende Wärzchen (breite Kondylome, Condylomata lata) auftreten, die aber nicht mit den Feigwarzen zu verwechseln sind.

Ohne Behandlung geht die Erkrankung nach etwa fünf Jahren in das Tertiärstadium mit Befall von Herz und Gefäßen und nach 10–20 Jahren in das tödliche Quartärstadium mit Befall des Zentralen Nervensystems über.

Das macht der Arzt

Zum direkten Erregernachweis entnimmt der Arzt einen Abstrich aus dem Geschwür. Zur Sicherung der Diagnose werden Bluttests durchgeführt.

Syphilis wird mit Penizillin behandelt. Da die Erreger einen sehr langsamen Vermehrungszyklus haben, muss das Antibiotikum über drei Wochen eingenommen werden. Alternativ stehen mit den Depotpenizillinen Präparate zur Verfügung, die mehrere Wochen wirken. Bis zur Ausheilung darf kein Geschlechtsverkehr stattfinden und auch nicht gestillt werden. Der Behandlungserfolg wird im ersten Jahr alle drei Monate, dann jährlich kontrolliert.

Was sind sexuell übertragbare Erkrankungen?

Geschlechtskrankheiten (venerische Infektionen): In der Regel auf sexuellem Weg übertragene Gruppe von Erkrankungen; die meisten können aber auch ohne sexuellen Kontakt übertragen werden. International ist der Begriff der sexuell übertragbaren Erkrankungen, englisch sexually transmitted diseases oder kurz STDs, üblich.

Früher waren all diese Geschlechtskrankheiten meldepflichtig; aufgrund des Infektionsschutzgesetzes von 2001 gilt das nur noch für Syphilis und HIV. Naturgemäß betreffen Geschlechtskrankheiten sexuell aktive Jugendliche und Erwachsene, einige können aber auch schon während oder vor der Geburt sowie im höheren Lebensalter z. B. durch Bluttransfusionen übertragen werden.

Zu beachten ist, dass bei allen sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten der Eintrittsort für die Erreger von den jeweiligen Sexualpraktiken abhängt. Deshalb kann neben den Geschlechtsorganen gleichzeitig oder allein der Enddarm bei Analverkehr oder die Mund- und Rachenschleimhaut bei Oralverkehr befallen sein.

Die Heilungschancen hängen vom Krankheitserreger und vom Zeitpunkt des Therapiebeginns ab.

Überblick

Geschlechtskrankheiten sind eine große Gruppe von Infektionen, die von Kleinstlebewesen, Bakterien oder Viren verursacht werden. Zu den schon seit Jahrhunderten bekannten und früher vorherrschenden Geschlechtskrankheiten zählen diese vier:

  • Gonorrhoe (nach wie vor häufig)
  • Syphilis (ziemlich selten)

In den westlichen Ländern treten Gonorrhoe und Syphilis mittlerweile nicht mehr so häufig auf, die Infektionsschwerpunkte haben sich nach Ostasien und Afrika verlagert.

  • Ulcus molle (Weicher Schanker, selten)
  • Lymphogranuloma inguinale (ebenfalls selten, zumindest in den westlichen Industrieländern)

Da alle vier charakteristische Beschwerdebilder haben, werden sie von den Ärzten oft als spezifische Geschlechtskrankheiten bezeichnet.

Seit den 1950er Jahren stehen allerdings zunehmend andere Erkrankungen im Vordergrund, die leider schwieriger zu erkennen sind und deshalb von Medizinern auch unspezifische Geschlechtskrankheiten genannt werden. Sie werden weiter unten im Einzelnen besprochen. Sie sind auch nicht alle akut gefährlich, einige können Männer ein Leben lang begleiten.

Die häufigeren Geschlechtskrankheiten im Einzelnen

Gonorrhoe. Bei der Gonorrhoe (Tripper) ist die vordere Harnröhrenschleimhaut (Urethritis anterior) entzündet, typischerweise verbunden mit gelblich-grünem Ausfluss aus dem Penis. Diese Entzündung kann zum Brennen in der Harnröhre führen.

Syphilis. Bei der Syphilis (Lues) entsteht am Infektionsort nach ~ 3 Wochen ein so genanntes Primärstadium, beim Mann typischerweise ein schmerzfreies Geschwür mit derber Schwellung an der Eichel, später verbunden mit nicht juckendem Hautausschlag am ganzen Körper.

Chlamydien. Zu den häufigen Geschlechtskrankheiten gehören Infektionen mit Chlamydien: Es sind kugelförmige Bakterien, die nur in Wirtszellen überleben können und Entzündungen an Harnröhre und Nebenhoden verursachen. Die Beschwerden sind meistens nur schwach ausgeprägt, vor allem Patientinnen bemerken meist nichts. In der Folge wird die Ansteckung nur selten erkannt, und es besteht die Gefahr, dass die Erkrankung chronisch wird, wodurch vor allem Frauen Folgeschäden wie Unfruchtbarkeit und chronische Adnexitis drohen. Auch wird der Keim unbemerkt weiter übertragen. Die Infektion wird also vom Betroffenen leicht übersehen. Immerhin gibt es neuerdings Laboruntersuchungen zum Erregernachweis, z.B. aus dem Urin. Eine Therapie der betroffenen Sexualpartner gelingt fast immer durch die Gabe von Antibiotika (z. B. Doxycyclin), da Resistenzen selten sind. Der Arzt wird nach der Therapie einen Abstrich vornehmen, um den Therapieerfolg zu kontrollieren.

Mykoplasmen. Infektionen mit Mykoplasma genitalium führen zu oft nur schwachen Entzündungen von Harnröhre (Urethritis) und Prostata (Prostatitis). Diagnostik und Therapie sind identisch mit der von Chlamydieninfektionen.

Feigwarzen. Häufig sind Feigwarzen (Condylomata accuminata, Genitalwarzen), die von Humanen Papillom Viren (HPV) verursacht werden; von ihnen sind Frauen häufiger als Männer betroffen. Die Feigwarzen kommen beim Mann am Penis vor, bei der Frau am äußeren Genitale und am Gebärmutterhals – seltener aber auch am Enddarm sowie im Mund- und Rachenraum. Der Arzt entfernt die Feigwarzen durch Elektrokoagulation (elektronische Verkochung) oder durch Laserstrahlen in lokaler Betäubung. Die früher durchgeführte Einpinselung mit Podophyllotosin-Lösung (Condylox®) wird nur noch selten angewendet, da inzwischen eine besser verträgliche Creme mit  Imiquimod (Aldara®) zur Verfügung steht. Rückfälle können auftreten.

Herpes genitalis. Ebenfalls häufig sind Infektionen mit dem Herpes-Virus-2, dem Erreger des Herpes genitalis. Äußeres und inneres Genitale zeigen Herpesläsionen (Gewebeveränderungen bis hin zu Gewebeschäden). Auch können diese im Bereich des Anus und in der Mundhöhle auftreten. An Eichel und Innenseite der Vorhaut entstehen kleine Bläschen mit klarem Inhalt, die befallenen Stellen brennen, sind gerötet und geschwollen. Bei der ärztlichen Untersuchung sind die Bläschen meist bereits verkrustet. Erst die Laboruntersuchung des Bläscheninhalts zeigt dem Arzt, ob seine Verdachtsdiagnose stimmt. Herpes genitalis ist nicht heilbar (wie auch der Lippenherpes), allenfalls sind die Beschwerden therapierbar. Virostatika wie z. B. Aciclovir (Zovirax®) als Salbe oder Tablette, alternativ auch Valaciclovir oder Famciclovir lindern die Beschwerden, verringern die Ausbreitung der Bläschen und beschleunigen die Heilung. Unmittelbar bei Auftreten der ersten Symptome angewendeter Reizstrom durch einen kleinen Stift (Herpifix®), der den Säurewert des betreffenden Hautareals ändert, verhindert zuverlässig den Ausbruch der Erkrankung. Dennoch überleben die Viren in Nervenknoten und reaktivieren sich, wenn das Immunsystem geschwächt ist; daher sind Rückfälle häufig.

Hepatitis B und HIV/AIDS. Eine Sonderstellung nehmen die Hepatitis-Viren (relevant ist v. a. der Typ B) und HI-Viren (AIDS) ein, die weltweit ebenfalls am häufigsten sexuell übertragen werden. Beide Viren sind in allen Körperflüssigkeiten enthalten und in besonders hoher Konzentration auch im Sperma, so dass sie durch immer auftretende kleinste Verletzungen beim Geschlechtsverkehr besonders leicht übertragen werden. Besteht die Möglichkeit, sich mit HIV infiziert zu haben, so ist eine Postexpositionsprophylaxe innerhalb von 72 Stunden nach der möglichen Ansteckung dringend zu empfehlen, um den Ausbruch der HIV-Infektion noch zu unterbinden.

Das macht der Arzt

Der Arzt erkundigt sich zuerst nach dem Beschwerdebild, nach Sexualpartnern und Sexualpraktiken. Bei der Untersuchung achtet er auf Rötung, Schwellung, Ausfluss, Bläschen, Knoten, Geschwür- oder Warzenbildung an Penis und Anus. Entsprechend den Angaben des Patienten und dem Befund veranlasst er eine Blut- und Harnuntersuchung und macht einen Abstrich; gegebenenfalls lässt er weitergehende Laboruntersuchungen durchführen. Auf den Untersuchungsergebnissen basierend stimmt der Arzt die Therapie ab (bei den einzelnen Erkrankungen erklärt).

Verzichten Sie auf Selbstbehandlung. Selbst wenn dadurch die Beschwerden zurückgehen sollten, ist die Erkrankung keinesfalls geheilt und kann chronisch werden. Spätschäden sind meist nur schlecht zu behandeln und häufig schwerwiegend.

Die Untersuchung und Mitbehandlung der Partner ist bei den meisten Geschlechtskrankheiten notwendig, um Ping-Pong-Infektionen (zwischen den Partnern hin- und herspringende Infektionen) zu verhindern – auch wenn der Partner keine Beschwerden hat. Verweigert Ihr Partner das, sollten Sie dies nicht akzeptieren: Er gefährdet Ihre Gesundheit.

Bis zur völligen Heilung der Infektion müssen Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten. Wann das der Fall ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.

Vorsorge

Forschung und Statistik haben zahlreiche Risikofaktoren und -situationen benannt, die ein erhöhtes Risiko für die Ansteckung an einer sexuell übertragbaren Erkrankung bilden. Folgerung aus diesen Erkenntnissen ist, dass

  • Definitiv nur Kondome und etwas weniger effektiv das Femidom (oder no sex at all) Schutz vor Geschlechtskrankheiten bieten
  • Besondere Risiken bei häufig wechselnden Sexualpartnern sowie schleimhautverletzenden Sexualpraktiken wie z. B. bei Analverkehr bestehen
  • Statistisch gesehen auch junge Männer unter 20 Jahren, Homo- sowie Bisexuelle, Dunkelhäutige und Männer, die aufgrund (chronischer) Erkrankungen immungeschwächt sind, oder Drogenabhängige besonders von Geschlechtskrankheiten betroffen sind.

Zur Vorbeugung einer Ansteckung durch Hepatis-B-Viren existiert eine wirksame Schutzimpfung. Diese wird Männern mit Kontakt zu Prostituierten dringend empfohlen.

Weiterführende Informationen

  • www.bzga.de – Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln: Themenschwerpunkte sind u. a. Aidsprävention und Sexualaufklärung, unter der Rubrik Infomaterialien/Bestellung gibt es hierzu zahlreiche Broschüren zum Bestellen und Herunterladen.
  • E. Christophers; M. Ständer: Haut- und Geschlechtskrankheiten. Urban & Fischer, 2003. Fachbuch, das gut strukturiert auch für den Laien verständlich ist und handlungsorientierte Hilfe bietet.

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