Männerkrankheiten


Erkrankungen des Penis, sexuell übertragbare Krankheiten

Balanitis

Balanitis (Eichelentzündung, Vorhautentzündung, Posthitis, Mehrzahl: Balanitiden bzw. Posthitiden): Entzündung von Eichel und/oder Vorhaut mit charakteristischen Leitbeschwerden. Meist ist eine akute Infektion die Ursache (akute infektiöse Balanitis), entsprechend verschwinden die Beschwerden nach einer Therapie mit Salben, die ein Antibiotikum oder ein Mittel gegen Pilze enthalten. Seltener ist die nicht infektiöse Balanitis, mechanisch oder durch Autoimmunprozesse ausgelöst; sie kann auch chronisch werden.

Leitbeschwerden

  • Jucken und Brennen am Penis
  • Rötung des Penis, fleckiger Ausschlag
  • Schmerzen an Eichel und Vorhaut
  • Manchmal Nässen und Ausfluss.

Wann zum Arzt

Am gleichen oder nächsten Tag bei den genannten Beschwerden.

Die Erkrankung

Akute infektiöse Balanitis. In der Regel entsteht sie infolge einer unzureichenden Genitalhygiene, begünstigt wird sie noch von einer Phimose oder von gleichzeitig bestehendem Diabetes. Sie kann auch durch Keime, die durch sexuelle Aktivitäten oder Krankheitsprozesse vom Enddarm in die Vorhaut gelangen, verursacht werden. Smegma, das sich unter der Vorhaut sammelt, bietet einen idealen Nährboden für infektiöse Erreger aller Art, so z. B. für Bakterien wie Staphylokokken, Mykobakterien und Gardnerella vaginalis, aber auch für Pilze (Candida), die zum Teil sexuell weiterübertragen werden können. Besonders gefährdet sind Diabetiker.

Nicht infektiöse (chronische) Balanitis. Sie kann mehrere Ursachen haben, z. B. entsteht sie infolge übertriebener Reinigung (Reinlichkeitsbalanitis), wenn der Penis täglich ein- oder mehrmals mit Seife gewaschen wird, wodurch die Eichelhaut stark entfettet und geschädigt wird. Möglicherweise verhärtet sich die Vorhaut, was die Entstehung einer Phimose (erworbene Vorhautverengung) begünstigt.

Auch Chemikalien wie die in spermienabtötenden Kondomen oder Gels (Spermizide) können eine Entzündung der Eichel auslösen, die Kontaktbalanitis.

Ist die Vorhaut weißlich und narbig, handelt es sich um Lichen sclerosus, eine chronische Form der Balanitis, die durch Autoimmunprozesse ausgelöst wird. Es bilden sich Narben, die Vorhaut schrumpft, wird dünner und verengt sich, und auch die Harnröhre kann sich verengen. Die Therapie besteht in einer Beschneidung. Falls die Harnröhre verengt ist, muss auch dies operativ behandelt werden.

Ist die Eichel kreisförmig gerötet, gilt dies als charakteristische Beschwerde des Morbus Reiter, einer Autoimmunerkrankung, bei der Entzündungen an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten: So bestehen neben der Balanitis gleichzeitig Entzündungen von Harnröhre, Gelenken und der Bindehaut. Entzündete dunkle Rötungen ohne Schmerzen oder Juckreiz können auch Vorstufen von Peniskrebs sein (Erythroplakie) und müssen sorgfältig beobachtet werden, bei Unklarheit wird eine Probe in lokaler Betäubung entnommen.

Das macht der Arzt

Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und weiterführender – vor allem mikrobiologischer – Untersuchungen zum Nachweis von infektiösen Erregern. Dazu nimmt er von der Eichel einen Abstrich und untersucht den Urin. Treten Balanitiden wiederkehrend auf, misst der Arzt den Blutzucker, um Diabetes auszuschließen.

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Liegt eine Infektion vor, verordnet der Arzt Antibiotika oder pilztötende Cremes zur Behandlung der betroffenen Stellen. Gegebenenfalls wird auch der Partner in die Therapie einbezogen.

Liegt keine Infektion vor, werden zur kurzzeitigen Behandlung der Entzündung bzw. des Ausschlags kortisonhaltige Salben (z. B. 1 % Hydrokortison) verordnet. Bei immer wiederkehrenden Balanitiden ist eine Beschneidung empfehlenswert – auch, um Vorhautverengungen zu verhindern, bei denen häufig Narben entstehen.

Selbsthilfe

Während einer akuten Balanitis sollten Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten. Wollen Sie dies nicht, sollten Sie bis zur Abheilung in jedem Fall ein Kondom benutzen: Das schont Eichel und Vorhaut vor der mechanischen Reizung und schützt den Partner vor Ansteckung.

Die Therapie unterstützen Sitzbäder mit Kamille (z. B. Kamillosan®) oder Spülungen mit Kochsalzlösung.

Vorsorge

Tägliches Waschen des Penis mit lauwarmem Wasser beugt der Balanitis vor. Männer sollten sich bei zurückgestreifter Vorhaut regelmäßig Penis, Eichel und Vorhaut mit Wasser und milder Seife reinigen, um das Smegma abzuwaschen. Da Bidets eher für Frauen konstruiert sind, geht das am bequemsten unter der Dusche.

Hypospadie, Epispadie und andere Harnröhrenfehlbildungen

Hypospadie: Endung der Harnröhre an der Penisunterseite, häufigste Fehlbildungen der Harnröhre. Bei der selteneren Epispadie findet man eine offene Harnröhren-Rinne an der Penisoberseite. Weitere Fehlbildungen wie die Harnröhrenduplikatur (doppelt angelegte Harnröhre) oder die bis zur Blase reichende Spaltbildung (Blasenekstrophie) sind noch seltener. Rechtzeitig operiert, ist eine Heilung fast immer möglich.

Vor allem die Epispadie geht häufig mit zusätzlichen anderen Fehlbildungen einher wie Hodenhochstand, angeborenem Leistenbruch sowie Harninkontinenz.

Leitbeschwerden

  • Ästhetisch störende Erscheinung der Eichel und des Penis
  • Ablenkung des Urinstrahls
  • Psychische Probleme in der Pubertät
  • Schmerzhafte bis unmögliche Erektion
  • Beeinträchtigung des Wasserlassens und des Samenergusses
  • Nur bei der Epispadie: Unfähigkeit, das Wasser zu halten.

Das macht der Arzt

Therapie der Wahl ist die frühzeitige Operation mit dem Ziel einer ausreichend weiten Mündung der Harnöhre, die auf der Eichel liegen soll. Ferner wird der Penis so gut wie möglich gerade gestellt und es wird für „normale“, faltenfreie Hautverhältnisse auf dem Penis gesorgt.

Bei nur wenig vorgelagerter Harnröhrenmündung (vordere Hypospadie) besteht die Operation aus einem verhältnismäßig unkomplizierten plastischen Eingriff. Bei den hinteren Hypospadien ist die Operation aufwendiger; gelegentlich sind Eigentransplantate aus Vorhaut oder Wangenschleimhaut erforderlich. Bei der Epispadie steht die Herstellung des Wasserhaltens im Vordergrund, um eine spätere Harninkontinenz zu vermeiden. Ausgeprägte Epi- und Hypospadien müssen in zwei Eingriffen operiert werden, um ein einwandfreies Ergebnis zu erreichen.

Bei den Operationen treten häufig Komplikationen (10 %) auf, so Verbindungen zwischen der neuen Harnröhre und der Haut (Fistelbildungen) sowie Verengungen der Harnröhre (Harnröhrenstrikturen). Bei Hauttransplantaten kann es zum Untergang (Nekrose) des Transplantates kommen. Alle diese Komplikationen erfordern eine neue Operation.

Induratio penis plastica

Induratio penis plastica (IPP, Morbus Peyronie): Mit zunehmendem Alter häufiger auftretende Verhärtungen des Bindegewebes im Bereich der Penisschwellkörper mit Abknickung des Penis bei der Erektion. Diese „Plaques“, die meist am Penisrücken, also an der Oberseite auftreten, bewirken das Abknicken. Daneben treten auch Einziehungen, sanduhrförmige Einschnürungen und flaschenhalsförmige Verjüngungen des Penis auf. Oft besteht auch schon längere Zeit eine Verkrümmung der Hände durch Verdickung und Verkürzung der Sehnen in der Handinnenfläche (Morbus Dupuytren). Die Ursachen der Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt, denkbar sind kleinste Verletzungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten – auch ist eine familiäre Häufung bekannt. Der Verlauf der Erkrankung ist schwer vorhersehbar, Spontanheilungen gibt es zwar in ~ 30 % der Fälle, der Rest spricht jedoch oft nicht auf Medikamente an.

Leitbeschwerden

  • Schmerzhafte Verkrümmung bei der Erektion (vor allem zu Beginn der Erkrankung, später wieder nachlassend)
  • Tastbare Verhärtungen im Penisschaft und am Übergang zwischen Penisschaft und Eichel
  • Erektionsstörung (Impotenz) und/oder Unmöglichkeit, in die Scheide einzudringen.

Das macht der Arzt

Bestehen keine oder nur geringe Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, so ist nach Ansicht der Mehrzahl der Experten keine Therapie erforderlich.

Bei deutlichen Schmerzen und Behinderung des Geschlechtsverkehrs stehen mehrere Medikamente wie z. B. Aminobenzoat (Potaba®), lokale Injektionen von Kortison (z. B. Dexamethason) in den Schwellkörper und plastisch-chirurgische Therapieverfahren zur Verfügung. Die Meinungen, welche Verfahren wann wirksam sind, sind jedoch sehr uneinheitlich. Die Mehrzahl der Experten empfiehlt eine operative Korrektur nur als letzte Möglichkeit nach dem Versagen der konservativen Behandlung, weil der OP-Erfolg nicht sicher ist und es danach zur vollständigen Impotenz kommen kann. Daher wird – wenn überhaupt – erst operiert, wenn die Erkrankung über mindestens ein Jahr stabil ist, also keine neuen Verhärtungen hinzugekommen sind. Andernfalls droht nach der OP der korrigierte Penis wieder abzuknicken.

Paraphimose

Paraphimose (spanischer Kragen): Einklemmung der zurückgezogenen Vorhaut im Eichelkranz als Folge einer Phimose, während oder nach dem Geschlechtsverkehr oder seltener infolge eines unsachgemäß gelegten Dauerkatheters, wenn die Vorhaut nicht wieder zurückgestreift wurde. Hoch schmerzhafte Schwellung der Eichel mit Ödembildung, unter Ausbildung eines Schnürrings bei gleichzeitiger Unterbrechung der Blutversorgung.

Wann zum Arzt

Sofort (nachts und am Wochenende in die Klinik), wenn die Vorhaut unter der Kranzfurche der Eichel schmerzhaft eingeklemmt ist und sich nicht mehr zurückstreifen lässt.

Die Paraphimose ist ein Notfall, unbehandelt droht das Absterben (Nekrose) der Eichel.

Die Erkrankung

Die Paraphimose entsteht, wenn die zu enge Vorhaut gewaltsam zurückgezogen wird und sich in der Eichelfurche einklemmt, was einen gestörten Blutabfluss nach sich zieht. Die Eichel und die eingeklemmte Vorhaut schwellen stark an, und es bildet sich ein Ödem (Wassereinlagerungen im Gewebe), das äußerst schmerzhaft ist und ein Zurückstreifen der Vorhaut zunehmend unmöglich macht. Unbehandelt droht sie die Blutversorgung der Eichel abzuschnüren, was zum Absterben der Eichel führt. Rechtzeitig behandelt besteht eine günstige Prognose.

Das macht der Arzt

Der Arzt erkennt die Paraphimose an dem Schnürring in der Eichelfurche, der durch die eingeklemmte Vorhaut zustande kommt. Schwellung, Rötung und Schmerzen sichern die Diagnose.

Der Arzt wird das Ödem der Vorhaut für einige Minuten „ausdrücken“, anschließend die Eichel zurückdrücken und die Vorhaut nach vorne bewegen. Fast immer gelingt es ihm, nach einigen Minuten des Drückens die Vorhaut langsam wieder über die Eichel zu schieben. Falls die Behandlung zu schmerzhaft ist, betäubt er den Nerv an der Peniswurzel.

Weiterführende Informationen

  • www.leitlinien.net – Die Stichwortsuche Paraphimose listet die Therapiestandards aus Sicht der deutschen Fachgesellschaften für Kinderchirurgie und Urologie.

Peniskrebs

Peniskrebs (Peniskarzinom): Bösartiger Tumor von Haut und Schleimhaut des Penis (Plattenepithelkarzinom), Vorstufen (Carcinoma in situ) kommen vor. Eher seltener Krebs des Mannes, weniger als 1 % der Krebserkrankungen entfallen auf den Peniskrebs. Vorwiegend tritt er bei Männern ab dem 60. Lebensjahr auf, nur 20 % der Patienten sind jünger. Ursache bzw. Risikofaktoren sind chronische Reizzustände, insbesondere nicht behandelte Vorhautverengungen (Phimosen), unzureichende Genitalhygiene und Veränderungen der Schleimhäute der Eichel. Die Therapie sieht meist eine Teilamputation des Penis vor. Die Prognose ist nur im Frühstadium gut, da der Krebs früh in die Lymphknoten metastasiert.

Leitbeschwerden

  • Flache, wenig erhabene, sichtbar wachsende Rötung
  • Vorhaut lässt sich nicht mehr zurückziehen (Phimose)
  • Tastbare, schmerzlose, derbe Verhärtung unter der Vorhaut (Induration)
  • Blutungen am Penis
  • Schwellung der Leistenlymphknoten.

Wann zum Arzt

In den nächsten beiden Tagen bei den genannten Beschwerden.

Die Erkrankung

Der Peniskrebs geht zu 50 % von der Eichel aus, zu 30 % von den Schwellkörpern und zu 20 % von der Vorhaut. Der Tumor ist häufig sichtbar wachsend und an der Oberfläche schmierig belegt oder geschwürartig verändert. Häufig geht der Betroffene schon mit einer Krebsvorstufe (Carcinoma in situ) zum Arzt, wenn er rötlich-braune, samtene Schleimhautveränderungen an der Eichel (Erythroplasie de Queyrat), weißliche Beläge (Penisplaques) oder sehr groß werdende, blumenkohlartige Hautveränderungen (Buschke-Löwenstein-Papillom) beobachtet.

Im weiteren Verlauf breitet sich der Tumor aus und dringt in Schwellkörper und Harnröhre sowie die regionalen Lymphknoten ein: Bei 60 % der Patienten sind die Lymphknoten der Leistengegend tastbar vergrößert. Eher selten sind dagegen Metastasen in Leber, Lunge und Knochen.

Auffällig ist, dass beschnittene Männer, bei denen sich kein Smegma bildet, praktisch nie Peniskrebs bekommen. Interessant ist auch der Einfluss des Klimas: In feucht-warmen Ländern wie Südostasien und Mittelamerika tritt Peniskrebs 20mal öfter auf als in Mitteleuropa.

Im Tumorgewebe lassen sich sehr oft menschliche Papillomaviren (HPV) nachweisen, ähnlich wie auch beim Gebärmutterhalskrebs der Frau Zervixkarzinom. Die genaue Rolle ist aber bisher unklar.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Sie ist durch die äußere Untersuchung des Penis möglich, wenn der Arzt eine derbe Verhärtung tastet oder typische Hautveränderungen erkennt.

Endgültige Klarheit bringt eine Biopsie (Gewebeprobenentnahme). Die Frage, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat, lässt sich per Ultraschall, Kernspin und Laboruntersuchungen klären.

Therapie. In einem frühen Stadium – z. B. bei einem Carcinoma in situ – wird der Tumor lokal z. B. mit dem Laser entfernt. Ist der Peniskrebs bereits fortgeschritten, wird der Penis ganz oder teilweise amputiert (Penektomie), und die Lymphknoten in der Leiste entfernt. Nicht selten fließt dann die Lymphe nicht mehr richtig ab, und es entstehen Lymphödeme (Einlagerung von Lymphflüssigkeit im Gewebe). In der Folge schwellen die Beine an, was z. B. durch die komplexe physikalische Entstauungstherapie behandelt werden kann.

Strahlen- und Chemotherapie helfen nicht viel und werden nur selten eingesetzt. Bei auf die Vorhaut begrenzten Tumoren genügt eine Beschneidung.

Prognose

Sind die Lymphknoten nicht befallen, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate ~ 60 %, wenn sie befallen sind, liegt sie unter 30 %.

Selbsthilfe

Beim Peniskrebs ist bzw. wird durch die Therapie die sexuelle Aktivität eingeschränkt. Auch wenn eine schonende OP möglich war, sind Libido und Erektionsfähigkeit fast immer über Monate hinweg beeinträchtigt. Darum ist eine begleitende Psychotherapie zu erwägen.

Komplementärmedizin

Ausführliche Übersicht zu komplementärmedizinischen Krebstherapien.

Penisverletzungen

Äußere Penisverletzungen: Ausgelöst durch stumpfe Gewalteinwirkung wie Sturz oder Tritt ins Genital. Eine Sonderform sind Penisablederungen, bei denen die Haut am Penis durch Stich oder Schnitt abgeschert wird. Schwerste Formen sind Penisamputation durch Unfälle oder anderweitige Gewalteinwirkung sowie Penisbruch (Penisfraktur), der eigentlich ein Einriss der Penisschwellkörper ist, bei ausgeprägtem Abknicken des Penis beim Sex. Der Penisbruch ist begleitet von einem knackenden Geräusch sowie einem heftigen Schmerz. Die Erektion lässt sofort nach, der Penis verfärbt sich blau und schwillt an, manchmal kommt es zur Blutung aus der Harnröhre.

Innere Penisverletzungen: Entstehen durch das Einführen von Gegenständen in die Harnröhre, so dass diese durchbohrt wird.

Das macht der Arzt

Eine Penisverletzung erfordert eine sofortige chirurgische Behandlung mit Wundreinigung, -deckung und anschließendem Nähen. Bei Bissverletzungen und Verunreinigungen wird die Wunde offen gehalten und erst danach endgültig versorgt.

Sind Penis und Harnröhre (Urethra) verletzt, wird der Harn vorübergehend durch einen über dem Schambein liegenden suprapubischen Blasenkatheter abgeleitet.

Bei einem Penisbruch mit nur geringem Bluterguss (Hämatom) reicht Bettruhe und ein Kompressionsverband. Liegt eine stärkere Verletzung vor, wird diese nach einer Punktion und Darstellung der Schwellkörper mit Kontrastmittel genäht. Der Arzt verordnet ein Antibiotikum, um Infektionen vorzubeugen.

Phimose

Phimose (Vorhautverengung): Angeborene oder erworbene Unmöglichkeit, die Vorhaut zurückzustreifen. Beim Neugeborenen ist sie noch die Regel, denn üblicherweise trennt sich die Vorhaut von der Eichel erst später – spätestens ab dem dritten Geburtstag sollte das Zurückstreifen möglich sein. Wenn nicht, so bei 10 % aller dreijährigen Knaben, oder wenn die Vorhaut zu eng ist, handelt es sich um eine angeborene Vorhautverengung – davon sind bei den 17-jährigen Jungen ~ 2 % betroffen. Unbehandelt drohen immer wiederkehrende Entzündungen von Eichel und/oder Vorhaut (Balanitiden). Im Erwachsenenalter hingegen entsteht eine erworbene Vorhautverengung vor allem durch wiederkehrende (chronische) Balanitiden, Diabetes oder einige Hauterkrankungen wie Morbus Reiter.

Leitbeschwerden

  • Schwellung, Schmerzen
  • Wiederkehrende Balanitiden
  • Erschwertes Wasserlassen, in seltenen Fällen bis zum Harnverhalt (Unmöglichkeit des Wasserlassens)
  • Schmerzen bei der Erektion und beim Geschlechtsverkehr
  • Paraphimose: Eichel ist unterhalb des Schnürrings blaurot verfärbt.

Wann zum Arzt

In den nächsten Wochen bei

  • Mechanischen Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr
  • Gehäuften Balanitiden

Am nächsten Tag bei

  • Schmerzen
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen.

Die Erkrankung

Kindesalter. Beim Neugeborenen sind Vorhaut und Eichel noch miteinander verbunden – sie trennen sich erst später. Dadurch ist die empfindliche Eichel während der „Windelphase“ vor dem recht aggressiven Urin geschützt. So ist im Alter von sechs Monaten die Vorhaut nur bei 20 % der Jungen zurückstreifbar, dann löst sich die Verklebung langsam, und bei 90 % der Dreijährigen gelingt das Zurückstreifen.

Auf keinen Fall sollte man bei einem kleinen Jungen die Vorhaut mit Kraft zurückschieben, um den Lösungsprozess zu beschleunigen oder die Eichel zu waschen (was bei Kindern nicht nötig ist). Dies führt nur zu Einrissen und in der Folge zu narbigen Verengungen der Vorhaut.

Ist die Phimose besonders ausgeprägt, ist auch das Wasserlassen häufig erschwert, da sich der Urin zunächst unter der Vorhaut staut – wodurch sich die Vorhaut ballonförmig aufbläht –, um sich anschließend durch die verengte Vorhautöffnung zu „zwängen“. (Nur) in diesen Fällen empfiehlt sich die Vorstellung beim Kinderarzt oder Urologen.

Rund 2 % der Jungen können erst zu Beginn der Pubertät die Vorhaut ohne Probleme hinter die Eichel zurückschieben, wenn die ersten Geschlechtshormone die Vorhaut auflockern und nächtliche Erektionen ihre Wirkung entfalten.

Phimose nach der Pubertät. Bleibt die „physiologische“ Phimose des Kindesalters bestehen, sammelt sich ab der Pubertät das Smegma unter der verengten Vorhaut an, was Hygieneprobleme mit sich bringt und das Wachstum von Bakterien begünstigt. So kommt es zu häufigen und immer wiederkehrenden Entzündungen von Eichel und/oder Vorhaut (Balanitiden). Sie sind problematisch, weil sie nach dem Abheilen häufig straffes Narbengewebe hinterlassen und damit die Phimose noch verstärken. Phimosen können beim älteren Mann durch die dauernde Einwirkung des Smegmas zum Peniskrebs an der Eichel führen.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Der Arzt sieht bei der Untersuchung des Penis, ob die Vorhaut nicht oder nur teilweise zurückgezogen werden kann oder ob lediglich eine Vorhautverklebung vorliegt. Die einzuleitenden Therapieschritte hängen davon ab, wie stark die Verengung und wie alt der Patient ist, und ob der Patient Begleiterkrankungen hat.

Therapie. Handelt es sich um eine Phimose ohne wesentliche Verengung und ohne Begleiterkrankungen, kann eine lokale Behandlung mit Kortisonsalbe durchgeführt werden, wobei ihre Wirksamkeit umstritten ist.

Bei einer Phimose mit wiederkehrenden Balanitiden und erheblicher Beeinträchtigung beim Wasserlassen wird der Arzt zur Beschneidung (Zirkumzision) raten, wobei zwischen der kompletten Entfernung der Vorhaut und der vorhauterhaltenden Erweiterung unterschieden wird.

Weiterführende Informationen

  • www.leitlinien.net – Die Stichwortsuche Phimose liefert verschiedene Leitlinien zum Therapiestandard aus Sicht der Deutschen Fachgesellschaften für Kinderchirurgie und Urologie.

Priapismus

Priapismus: Sehr schmerzhafte Dauererektion über zwei Stunden (nur zu Beginn lustvoll). Zwei Drittel der Fälle geschehen ohne herausfindbare Ursache, ein Viertel ist durch eine Leukämie bedingt, der Rest verteilt sich auf eine überschießende Wirkung einer SKAT-Therapie, andere Tumoren oder auch Thrombosen in der Beckenregion. Seltene Ursachen sind Schädigungen vom Rückenmark bei multipler Sklerose und Nerven (z. B. Spätfolge eines Diabetes). Drogen, Alkohol und Medikamente können ebenfalls einen Priapismus auslösen.

Das macht der Arzt

Nach örtlicher Betäubung durchsticht der Urologe die Eichel des Penis mit einer großen langen Nadel (Kanüle), die ausreichend tief in die Schwellkörper hineinreicht. Anschließend saugt er das geronnene Blut ab und spült die Schwellkörper mit Kochsalzlösung. Wird nicht rechtzeitig behandelt, droht eine dauerhafte Unfähigkeit zur Erektion, da das Gewebe unwiderruflich geschädigt wird und die Schwellkörper vernarben.

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